End Polio Now ist Rotarys weltweit größte öffentlich-private Partnerschaft – mit allen 194 Ländern der Erde. Sie hat im Laufe der Jahre ein einzigartiges Gesundheitsnetzwerk mit Laboren und Institutionen zur Überwachung, Hygieneplanung, Aufklärung und Impfungen auch gegen weitere Krankheiten bis in jeden entlegensten Winkel der Welt geschaffen, wofür das „Plus“ steht. In vielen Regionen definiert man Rotary durch die Kampagne „End Polio Now“.
1979 startete Rotary International eine großte Kampagne, die alle Kindern auf den Philippinen gegen Polio impfen sollte – als Modellprojekt für die damals neuen „3-H-Grants“ (Hunger, Health, Humanity). Diese Initiative hatte so großen Erfolg, dass der R. Zentralvorstand aus dem Modell eine Art „Jahrhundertprojekt“ machte. Am 24. Oktober 1985, dem 40. Gründungstag der Vereinten Nationen, gaben die Rotarier ein mutiges Versprechen ab: „Wir werden so lange kämpfen, bis kein Kind dieser Welt mehr von Polio bedroht ist!“ Seitdem gilt der 24. Oktober als „Welt-Polio-Tag“.
Ein preiswerter Impfstoff stand bereits seit den 1950er Jahren zur Verfügung, und die Rotarier konnten durch ihr dichtes internationales Netzwerk selbst organisieren, dass Schluckimpfungen zu den Kindern kommen und ausgegeben werden. Trotz großer Spendenbereitschaft und beeindruckendem persönlichem Engagement vieler Freiwilliger dauert es jedoch wesentlich länger, die Welt von Polio zu befreien. Dass das Projekt bis heute auf der Agenda steht, konnte damals niemand ahnen: Seit Beginn der rotarischen Impfbemühungen hat sich die Weltbevölkerung verdoppelt und diverse Krisen sowie Kriege behindern die Impf- und Aufklärungsaktionen. Auch Probleme mit impfstoffabgeleitete Polioviren zwingen dazu, das Programm PolioPlus stetig anzupassen und neue Herausforderungen zu meistern.
Derzeit ist Polio bereits zu 99,9 Prozent ausgerottet. Aber auch, wenn nur noch wenige Fälle von Polio-Wildviren in einigen Bergregionen am Hindukusch existieren: Es gilt, sie weiter zu bekämpfen. Denn von ihnen geht die große Gefahr aus, dass sich die Krankheit erneut weltweit ausbreitet. Schätzungen sprechen von bis zu 200.000 neu gelähmten Menschen weltweit, sollten die Impfungen jetzt eingestellt werden. Jeder Einzelne sollte deshalb auch den eigenen Impfpass im Blick behalten und Aufklärung in der Familie, im Freundeskreis, im Rotary Club und darüber hinaus betreiben.
Noch ist der Kampf also nicht gewonnen, aber wenn Rotary sich weiter engagiert, steht die Welt kurz davor, die Kinderlähmung auszurotten.
Zwei Milliarden US-Dollar an Spendengeldern hat Rotary in rund 30 Jahren für End Polio Now eingesetzt.

Rotary hat in über 30 Jahren weit mehr als zwei Milliarden US-Dollar an Spenden für EPN eingesetzt, dazu unzählige freiwillige Arbeitseinsätze. Clubs in aller Welt haben dazu beigetragen. Dieses Engagement hat 2009 die Bill & Melinda Gates Foundation veranlasst, Rotary mit fast einer halben Milliarde US-Dollar zu unterstützen. Noch bis einschließlich 2026 wird Gates jeden von Rotary kommenden Spendendollar verdreifachen (bis zu 50 Millionen US-Dollar/Jahr).
Darüber hinaus erinnert Rotary die internationale Staatengemeinschaft immer wieder daran, dass sie den Großteil der Kosten (ca. 85 Prozent) dieser größten Gesundheitsaktion der Menschheitsgeschichte tragen muss. Für die geschätzte Restlaufzeit der Kampagne werden Schätzungen zufolge noch mehrere Milliarden US-Dollar benötigt, um alle geplanten Impfaktionen sowie andere notwendige Maßnahmen zur Unterbrechung der Übertragungskette auszuführen.
Bis 2028 soll die Übertragungskette der Infektionen weltweit dauerhaft unterbrochen sein, sodass keine Masseninfektionen mehr auftreten können. Entscheidend für einen solchen Erfolg ist letztlich, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1988 nach den rotarischen Erfolgen den Kampf gegen die Kinderlähmung mit Priorität auf ihre Agenda nahm.
Der erste Schritt war die Bildung der Global Polio Immunization Initiative (GPEI), der außer der WHO und Rotary auch UNICEF, die US-Gesundheitsbehörde CDC, die Bill & Melinda Gates Foundation sowie die internationale Impfallianz GAVI angehören. Dank ihres abgestimmten Vorgehens konnte seither die Zahl der jährlichen Neuinfektionen von 350.000 auf unter 50 gedrückt werden (99,9 % Erfolgsquote). Nur noch in zwei Ländern (1988: 125 Länder) ist Polio endemisch: in Afghanistan und Pakistan, wo die rotarischen Impfaktionen weiter andauern und auf einem erfolgversprechenden Weg sind.
Es ist keine Frage ob, sondern nur wann Polio beendet wird, denn es ist keine medizinische oder technische Frage: Alle Werkzeuge zur Ausrottung sind vorhanden. Doch Rotary schreibt erst dann wirklich Geschichte, wenn – nach den Pocken – mit Polio die zweite furchtbare Infektionskrankheit tatsächlich ausgerottet wurde.
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Dafür haben Sie zwei Möglichkeiten:
Gemeindienst-Spende
Bankverbindung: Rotary Deutschland Gemeindienst e.V.
Deutsche Bank AG
IBAN: DE80 3007 0010 0394 1200 00
BIC: DEUTDEDD
Ab 100 Euro erhalten Sie eine Zuwendungsbestätigung, bei Überweisungen unter 100 Euro genügt der Einzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung der Bank als Nachweis gegenüber dem Finanzamt.
Bitte bei der Überweisung mit angeben: Clubnummer, Rotary-Mitglied (s. Mitgliederverzeichnis, Verwendungszweck: PolioPlus, Name und Vorname des Spenders, vollständige Anschrift – nur bei Neu- bzw. Nichtrotariern)
Distrikt-Spende
Jedes Jahr überweist die Rotary Foundation einen Teil der Clubspenden zurück an die Distrikte. Aus dem dazu eingerichteten District Designated Fund (DDF) können zum Beispiel Clubprojekte finanziell unterstützt werden.
Rotary International bittet darum, dass auch die Polio-Kampagne aus diesem Topf unterstützt wird. Mit 20 Prozent der DDF-Mittel wird die Kampagne auf Dauer so aufgestellt sein, dass das Ziel 2026 erreichbar wird.
Der Einsatz von DDF-Mitteln bringt zwei große Vorteile: Zum einen liegt das Geld bereits vor, muss also nicht erst durch neue Spendenaufrufe akquiriert werden. Und zum anderen werden DDF-Spenden zweimal aufgestockt – durch die Rotary Foundation um 50 Prozent und durch die Gates Foundation um 200 Prozent.



