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Warendorf

Fast vergessene Glaubenszeugen

Warendorf - Fast vergessene Glaubenszeugen
Die Wegebilder und Bildstöcke im Münsterland sind mehr als nur ein Kunstwerk. 20 von ihnen konnten in der Region Warendorf inzwischen restauriert werden. © Philipp von Ostau

Walter Suwelack03.06.2011

Über die Jahre haben sie wenig Beachtung gefunden, in jüngster Zeit allerdings erlebten die Wegebilder und Bildstöcke in der Region um Warendorf fast eine Renaissance. Inmitten der münsterländischen Parklandschaft sind sie mehr als nur ein Kunstwerk. Sie sind Ausdruck tiefer christlicher Wurzeln. Sie sind Anlaufstelle für die Zwiesprache mit Gott oder auch Schutzschild für das eigene Handeln. Eine Begegnung mit ihnen lohnt immer, um für einen Moment innezuhalten.

Im Jahr 2006 wurde der Arbeitskreis „Historische Bildstöcke und Wegekreuze“ gegründet. Den Startschuss setzte zunächst eine Ausstellung mit dem Titel „Landmarken des Glaubens – Bildstöcke und Wegekreuze in und um Warendorf“. Es folgte ein Benefizkonzert des Musikkorps der Bundeswehr Bonn/Berlin zugunsten der Erhaltung historischer Bildstöcke und Wegekreuze in Warendorf. Vier Bücher sind mittlerweile veröffentlicht, darunter zwei Hefte für Kinder. Mit Unterstützung des Arbeitskreises und der Pfarrgemeinde St. Laurentius in Warendorf wurden im Jahre 2008 kostenlose Broschüren an die Schulen verteilt. Ziel des Heftchens war es, dass die Schüler ab der dritten Klasse Hintergründe und Bedeutung der Skulpturen selbstständig erschließen können. Rund 400 Wegebilder und Hofkreuze in der Region rund um Warendorf sind in den Büchern dokumentiert. 20 Bildstöcke konnten inzwischen liebevoll restauriert werden. Und das i-Tüpfelchen wurde schließlich im April vergangenen Jahres gesetzt. Denn all diese wertvollen „Landmarken des Glaubens“ sind zu diesem Zeitpunkt online gegangen. Auf einer Internetseite können nun alle Kulturschätze dieser Region unter die Lupe genommen werden. Über 500 Wegebilder aus dem Stadtgebiet Warendorf sowie aus dem Bereich fast zehn umliegender Gemeinden sind mittlerweile dort zu finden. Mögliche Änderungen, weitere Bilder oder zusätzliche Informationen können problemlos eingepflegt werden. Jeder Bildstock, jedes Wegekreuz ist genau beschrieben, historische Fotos können eingesehen werden und eine Karte zeigt den genauen Standort an. Obendrein verfügt der Online-Auftritt der Warendorfer Wegebilder über eine Suchfunktion.

Mit den modernen Möglichkeiten der Medienwelt sollen die ein wenig in Vergessenheit geratenen Kulturschätze wieder Beachtung und Anerkennung finden. Die positive Entwicklung, die die Aktion des Arbeitskreises genommen hat, soll Mut machen und Anstoß sein für ähnliche Projekte.