Porträt - Der neue Mann der Zahlen

Thomas Süßmeir wurde am 10. Oktober zum neuen RDG-Vorsitzenden gewählt. © Andreas Teichmann

01.11.2017

Porträt

Der neue Mann der Zahlen

Julia Seifert

Der 62-jährige Thomas Süßmeir ist als Nachfolger von Sybe Visser neuer Vorsitzender des Rotary Deutschland Gemeindienstes e. V. (RDG)

ZUR PERSON

Thomas Süßmeir (RC Essen) wurde am 3. November 1955 in Gelsenkirchen geboren und wuchs in Gladbeck auf. Zwischen 1986 und 2000 übte er leitende Tätigkeiten im Hoechst- Konzern in Marburg, Frankfurt und London aus.  Über die SKW Trostberg AG trat er in den Degussa/Evonik-Konzern ein, für den er ab 2000 verschiedene IT-Töchter leitete.

 


Bereits im August letzten Jahres begann die Suche nach einem Nachfolger für Sybe Visser. Folgendes Anforderungsprofil wurde dafür ausgeschrieben: Der Kandidat sollte Berufs- und Führungserfahrung auf finanziellem, steuerlichem und organisatorischem Gebiet haben, international orientiert sein und über gute Kenntnisse der englischen Sprache verfügen. Genügend Zeit für die ehrenamtliche Tätigkeit sollte ebenfalls vorhanden sein.
Diesem Bild entspricht Thomas Süßmeir in persona. Als Mathematiker und Ingenieur bringt er gute Voraussetzungen für die Verwaltung der rotarischen Zahlen mit. Über seine beruflichen Erfahrungen in leitenden Funktionen von IT-Abteilungen in Großkonzernen rund um den Globus hat er die Wichtigkeit von Netzwerk und Service verinnerlicht. Und er hat auch gelernt, die Interessen eines Servicegebers zu vertreten. Sein Credo: „Klare und einheitliche Strukturen sind wichtig, um Verzettelung zu vermeiden und eine gute Zusammenarbeit zu erreichen.“
Gewählt ist der RDG-Vorstand immer für drei Jahre und dabei verantwortlich für alle anfallenden Tätigkeiten und das Profil des Vereins. RDG verwaltet die Spenden der deutschen Rotarier und berät die Clubs bei ihren Projektvorhaben.

Intensives Hobby
Als Sohn eines Fahrsteigers und einer Hausfrau wuchs der heute 62-Jährige in Gladbeck auf. Schon im Kindesalter interessierte ihn die Musik. Er engagierte sich im Jugendchor der Gemeinde und spielte Klavier. Hier zeigte er sich als durchaus begabt und absolvierte mit 16 Jahren erfolgreich die Aufnahmeprüfung zum Jungstudenten an der Essener Folkwang- Musikhochschule beim Pianisten Detlef Kraus. Einen Teil seiner Freizeit verbringt er noch heute mit Musik. Über sie lernte er auch seine Frau Ulla kennen. Zusammen haben sie heute drei erwachsene Kinder. In der Schule war Mathematik sein Lieblingsfach. Die Informatik erlebte gerade ihre Geburtsstunde, der programmierbare Rechner am Gymnasium weckte das Interesse von Süßmeir.
Nach dem Abitur 1974 leistete er den Grundwehrdienst bei der Bundeswehr und schloss dann das Mathematikstudium an der Universität Dortmund an. Dortmund, da hier das Studium der Informatik im Nebenfach möglich war. Während seiner Studienzeit konnte Süßmeir durch ein Praktikum bei der Bergbau-Forschung GmbH in Essen Einblick in eine der Hauptindustrien des Ruhrgebiets nehmen. Nach seinem Diplom entschied er sich für eine Doktorarbeit bei der Bergbau-Forschung. Der bereits spürbare Rückgang der Kohleindustrie führte jedoch dazu, dass Süßmeir für seine berufliche Laufbahn eine andere Industriesparte wählte.

Welt der Großkonzerne
Bei den Behringwerken in Marburg kümmerte er sich ab 1986 um die Automatisierung der Pharmaanlagen. Nach einiger Zeit ging er in das Ressort Ingenieurtechnik des Mutterkonzerns, der Hoechst AG, nach Frankfurt am Main. Über eine interne Förderungsmaßnahme kam Süßmeir schließlich zur Hauptabteilung für Informationstechnik und Kommunikation und wurde verantwortlich für das Rechenzentrum des Großkonzerns. Später erhielt er die Aufgabe, alle Rechenzentren von Hoechst in Europa zu einem zu konsolidieren und wurde Leiter von HERZ (Hoechst Europa Rechenzentren).
Nach Beendigung dieser Aufgabe leitete er die Hoechst-Tochter HiServ Ltd. in London, einen Informationstechnikdienstleister für alle Firmen im Konzern. Die Konzernaufspaltung bewegte ihn 2000 zu einem erneuten beruflichen Wechsel. Mit seiner Familie zog Süßmeir in die Nähe des Chiemsees und übernahm die Aufgabe als Europa-Leiter der Informationstechnik bei der SKW Trostberg AG, die als  VIAG-Tochter 2001 bei der Eon-Fusion in die Degussa AG überging. In diesem Zuge entstand die IT-Tochter its.on GmbH, zu deren Geschäftsführer er ernannt wurde.

Mit RDG bewegen
Sein beruflicher Werdegang hat Thomas Süßmeir von Dortmund über Marburg, Frankfurt am Main, London und Kirchweidach nach Essen zurückgeführt. Hier wurde er 2007 in den RC Essen aufgenommen, wo er 2011/12 die Präsidentschaft übernahm. 2011 erhielt er für sein herausragendes Engagement für den Club die PHF-Auszeichnung. Die Internationalität von Rotary, die auch über Kontaktclubs gelebt wird, begeistert ihn am meisten: „Hier werden Hände gereicht und Gemeinsamkeiten aufgebaut.“
Als ein Mann, der immer große Abteilungen geleitet hat, freue er sich auf das neue Amt, über das sich viel bewegen lasse, so Süßmeir. Insbesondere die Begeisterung, mit der RDG rotarische Projekte bearbeitet, habe ihn gleich bei seinem ersten Besuch gepackt. Er ist überzeugt: „Jedes dieser Projekte macht die Welt ein Stück besser!“

Erschienen in Rotary Magazin 11/2017

Rotary Magazin 11/2017

Rotary Magazin Heft 11/2017

Titelthema

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