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Editorial

Ein Thema, das nicht zur Ruhe kommt

Editorial - Ein Thema, das nicht zur Ruhe kommt
René Nehring, Chefredakteur © Jessine Hein / Illustratoren

René Nehring über das Konzept der "Treuhand", Rotary's Fortschritte in Sachen Polio und mehr

René Nehring01.10.2018

Die „Treuhand“, wie man die Anstalt gleich nach ihrer Gründung nannte, gehört zu den großen Untoten der deutschen Einheit. Noch im dritten Jahrzehnt nach der Wiedervereinigung hat die Diskussion über sie kein Ende gefunden, und die Politik macht sie gerade wieder zum Thema. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow fordert ihre wissenschaftliche Aufarbeitung; und aus der SPD ertönt sogar der Ruf nach einer Treuhand-Wahrheitskommission, ungeachtet der Tatsache, wie eng ihre eigenen Funktionäre mit dieser Einrichtung verbunden waren. So war der sozialdemokratische Treuhanddirektor Klaus Schucht, der spätere Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt, längst kein Einzelfall.

Ausgelöst wurde die aktuelle Debatte u.a. durch eine umfassende Darstellung der Treuhand-Geschichte aus der Hand des jungen Historikers Marcus Böick. Diesem ist es gelungen, die Ereignisse von 1990 bis 1994 nicht von
vornherein entweder als Erfolgs- oder als Skandalgeschichte zu erzählen, sondern abwägend zu fragen, wie es zur Einrichtung der Anstalt kam, welchen Auftrag sie hatte, wie und wo das Personal rekrutiert wurde und was die
Akteure aus Ost und West bewegte. Offenbar hat Marcus Böick, das zeigen die bisherigen Reaktionen, mit seinem ruhig-reflektierenden Ansatz einen Nerv getroffen. Die Beiträge im aktuellen Heft zeigen, dass die Treuhand auch 25 Jahre nach ihrer Auflösung keineswegs Geschichte ist, sondern hoch aktuell.

Seit nunmehr 30 Jahren engagiert sich Rotary International als Partner der Weltgesundheitsorganisation im Kampf gegen die Kinderlähmung. In unzähligen Projekten haben Rotarier seitdem Spenden für Impfdosen gesammelt oder selbst an Impfkampagnen teilgenommen. Das Ergebnis dieses Engagements ist wahrhaft beeindruckend: Waren 1988 noch 125 Länder polio-endemisch, so sind es derzeit nur noch drei. Die Zahlen zeigen, dass sich die Mühen einer weltweiten Gemeinschaft gelohnt haben – und dass wir uns gleichwohl noch nicht zurücklehnen können. Ein Überblick über den aktuellen Stand in Sachen Polio lesen Sie im aktuellen Heft.

Eine Änderung gibt es in Sachen unserer Magazin-Beilage „Personalia“. Aus Datenschutzgründen kann die Rotary Verlags GmbH künftig Angaben über die Neuaufnahmen, Austritte und Ehrungen etc. nicht mehr in einer Beilage verschicken. Deshalb veröffentlichen wir diese Daten nunmehr ausschließlich im geschützten Mitgliederbereich im Internet unter rotary.de/mitglieder_service/personalia. Die Nachrufe erscheinen weiterhin als Beilage zum gedruckten Rotary Magazin – von nun an quartalsweise unter dem Namen „In Memoriam“.

 

Es grüßt Sie herzlichst Ihr

René Nehring
Chefredakteur