Projekt - Eine neue Chance für obdachlose Kinder

Eine Kerzen-Mahnwache vor dem Covenant House soll an die Tausenden obdachlosen Kinder und Jugendlichen erinnern, die jedes Jahr Opfer von Menschenhandel und sexuellem Mißbrauch werden. © Covenant House

19.10.2014

Projekt 

Eine neue Chance für obdachlose Kinder

22 Convenant-Häuser gibt es in den USA, Kanada, Mexiko und Lateinamerika. Die Einrichtung in Atlanta (Georgia) ist dort die einzige Anlaufstelle für obdachlose Jugendliche. Der lokale Rotary Club will durch eine 4,1-Millionen-USD-Kampagne dazu beitragen, die Einrichtung auszubauen.

Jennifer war den größten Teil ihres Lebens auf sich allein gestellt. Ihren Brüdern und dem Freund ihrer Mutter, die sie physisch und sexuell missbrauchten, war sie seit ihrem fünften Lebensjahr schutzlos ausgeliefert. Im Alter von 17 Jahren landete sie in Atlanta auf der Straße und schließlich in der Zwangsprostitution. Zwei Jahre später fand sie das Covenant House.

"Studien zeigen, dass junge Menschen, die auf der Straße landen, innerhalb von 48 Stunden von Personen angesprochen werden, die versuchen sie auszubeuten, in der Regel sexuell, " so Allison Ashe, Geschäftsführerin von Covenant House Georgia, einer von 22 Einrichtungen in den USA, Kanada, Mexiko und Lateinamerika. "Häufig passiert es so schnell, dass sie erst zu uns kommen, wenn sie bereits ausgebeutet wurden. Unsere Aufgabe ist es dann, ihnen zu helfen über das Vergangene hinweg zu kommen und sich selbst eine Zukunft aufzubauen."

Der Rotary Club Atlanta hilft jungen Menschen wie Jennifer. Durch eine 4,1-Millionen-USD-Kampagne will der Club dazu beitragen, das Covenant House auszubauen. Das Zentrum ist die einzige Anlaufstelle für obdachlose Jugendliche in der Stadt. Im Juni zog das Covenant House auf eine neuen Campus mit 45 Betten im Hauptgebäude, anstatt der bisherigen 15. Zudem umfasst das Zentrum jetzt mehrere Nebengebäude für eigenständige WGs und ein Schulgebäude wo Kunsttherapiekurse stattfinden, eine Bücherei, eine Klinik und Raum für Freizeitaktivitäten. "Man fühlt sich auf dem Campus nicht wie an einem Zufluchtsort sondern wie auf einem Universitätscampus, an dem Kinder willkommen sind, um sich zu erholen, zu lernen, zu wachsen und auf ihre Zukunft zu zu gehen." 

Clark Dean vom Rotary Club Atlanta berichtet, dass sein Club aufmerskam auf das Thema Zwangsprostitution wurde nachdem US-Staatsanwältin Sally Yates den Club besuchte und erklärte, dass Atlanta einer der Hauptdrehscheiben für Kinderhandel ist. Im Anschluss war der Club entschlossen zu handeln.
Als Immobilienmakler fand Dean bald ein erschwingliches Grundstück für das Covenant House. Ein weiteres Clubmitglied und Präsident des Basketballteams Atlanta Hawks, steuerte Spieletickets und Team-Artikel für eine Versteigerung bei. Andere Mitglieder organisierten den Einsatz von über 100 freiwilligen Helfern, die den neuen Campus aufräumten und renovierten. Als Manager bei Delta Airlines konnte Clubmitglied Tad Hutcheson sein Unternehmern davon überzeugen, 100.000 USD an die Kampagne zu spenden. Bisher sammelten die Rotarier in Atlanta 3,6 Millionen USD.

Durch die Kampagne sollen neben dem Campus eine Erweiterung des bisherigen Beratungsdienstes, ein Ausbildungsprogramm und Vorbereitungskurse für Bewerbungsgespräche finanziert werden. Während eines "Executive Sleep Out" im November konnten sich Vertreter von Unternehmen die Anlage ansehen und sich mit den Bewohnern treffen. Um ihre Solidarität mit den betroffenen Kindern und Jugendlichen zu zeigen verbrachten die Rotarier in Atlanta zudem die Nacht mit ihnen im Freien.

Ashe ist überwältigt von der Untersützung durch Rotary. "Rotary ist ein großartiges Beispiel dafür, was alles möglich ist, wenn ein Gemeinwesen aus engagierten Personen gemeinsam ein Problem angeht".

Rotary Magazin 12/2016

Rotary Magazin Heft 12/2016

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