13.03.2013

Predigttexte

Gedanken zu Maria

Benedikt XVI.

Predigttexte von Papst Benedikt XVI. über die Bedeutung Marias für die Kirche.

Heilige Maria

Wir loben Gott nicht genug, wenn wir über seine Heiligen schweigen, insbesondere über „die Heilige“, Maria, die seine Wohnung auf Erden geworden ist. Das einfache und facettenreiche Licht Gottes erscheint uns in seiner Vielfalt und in seinem Reichtum allein auf dem Antlitz der Heiligen, die der wahre Spiegel seines Lichtes sind. Und vor allem im Antlitz Marias können wir die Schönheit Gottes, seine Güte und Barmherzigkeit mehr erkennen als auf andere Art und Weise. Auf ihrem Antlitz können wir das göttliche Licht wirklich wahrnehmen.
Predigt, 15. August 2006

Die Unbefleckte

In der heutigen Konsumgesellschaft erleidet diese Zeit [des Advents] bedauerlicherweise eine Art kommerzieller „Verunreinigung“, die ihren wahren Geist, der geprägt ist von geistiger Sammlung, Schlichtheit und einer nicht äußerlichen, sondern tief innerlichen Freude, zu verfälschen droht. Es ist daher von der Vorsehung gewollt, dass – gleichsam wie ein Eingangstor zu Weihnachten – das Fest jener Frau gefeiert wird, die die Mutter Jesu ist und die uns besser als alle anderen dazu anleiten kann, den menschgewordenen Sohn Gottes zu kennen, zu lieben und anzubeten. Lassen wir uns also von ihr führen und uns von ihren Gefühlen beseelen, damit wir uns mit ehrlichem Herzen und offenem Geist darauf einstellen, im Kind von Betlehem den Sohn Gottes zu erkennen, der auf die Welt gekommen ist, um uns zu erlösen. Gehen wir mit ihr im Gebet voran und folgen wir der Einladung, die die liturgischen Texte im Advent wiederholt an uns richten, nämlich wachsam zu bleiben, in aufmerksamer und freudiger Erwartung zu leben, weil die Ankunft des Herrn bevorsteht: Er kommt, um sein Volk von der Sünde zu befreien.
Angelus, 11. Dezember 2005

Urbild der Kirche

Nachdem sie die Botschaft des Engels empfangen hatte, war die erste Tat Mariens, dass sie zum Haus ihrer Base Elisabet „eilte“, um ihr zu dienen (vgl. Lk 1,39). Die Jungfrau Maria handelte aus echter, demütiger und mutiger Liebe, vom Glauben an das Wort Gottes und vom inneren Antrieb des Heiligen Geistes geführt. Wer liebt, vergisst sich selbst und stellt sich in den Dienst des Nächsten. Das ist das Bild, das Modell der Kirche! Jede kirchliche Gemeinschaft ist wie die Mutter Christi dazu aufgerufen, in voller Bereitschaft das Geheimnis Gottes anzunehmen, der kommt, um in ihr zu wohnen, und sie auf Wege der Liebe führt.
Predigt, 25. März 2006

Jungfräuliche Mutter

Die Gemeinschaft der Christen, die in diesen Tagen vor der Krippe in Anbetung verweilt, schaut heute mit besonderer Liebe auf die jungfräuliche Mutter. Sie identifiziert sich mit ihr bei der Betrachtung des neugeborenen, in Windeln gewickelten Kindes in der Krippe. Wie Maria verweilt auch die Kirche in Stille, um den Widerhall des menschgewordenen Wortes im Innern zu vernehmen und zu bewahren und die göttlichmenschliche Wärme nicht zu verlieren, die von seiner Gegenwart ausgeht. Das menschgewordene Wort ist der Segen Gottes! Wie die Jungfrau Maria tut die Kirche nichts anderes, als allen Jesus, den Erlöser, zu zeigen, und sie strahlt auf alle das Licht seines Angesichts aus, den Glanz der Güte und der Wahrheit.
Angelus, 1. Januar 2007


       Auszüge aus:
       Benedikt XVI. „Gedanken zu Maria“

       92 Seiten, gebunden“
       Verlag Friedrich Pustet
       Regensburg 2008
       ISBN 3-7917-2107-0


Erschienen in Rotary Magazin 12/2008

 Benedikt XVI.
Benedikt XVI. war von 2005 bis zu seinem Rücktritt am 28. Februar 2013 der 265. Papst der römisch-katholischen Kirche. Zuvor war er unter seinem bürgerlichen Namen Joseph Ratzinger Kurienkardinal und Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre (seit 1981) sowie Erzbischof von München und Freising (seit 1977). Schon als junger Universitätsprofessor erwarb sich Joseph Ratzinger den Ruf als einer der größten Theologen unserer Zeit. Während des Zweiten Vatikanischen Konzils gehörte er zu den Beratern des Kölner Erzbischofs Joseph Kardinal Frings. Zu seinen wichtigsten Schriften gehören „Einführung in das Christentum“ (München 1968), „Der Geist der Liturgie“ (Herder 2000) sowie die Trilogie „Jesus von Nazareth“ (Herder 2007–2012). Im Freiburger Herder-Verlag erscheinen seit 2008 auch die „Gesammelten Schriften“ Joseph Ratzingers (JRGS). www.herder.de

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