https://rotary.de/gesellschaft/was-ist-eigentlich-eine-bundessozialaktion-a-4708.html
Rotaract-Wissen

Was ist eigentlich eine Bundessozialaktion?

Rotaract-Wissen - Was ist eigentlich eine Bundessozialaktion?
© RDK Ressort Soziales

Bäume pflanzen für einen besseren CO2-Ausgleich, mit Aktionen für das Thema Organspende sensibilisieren oder mit Kindern gesund kochen – Rotaract bündelt sein Engagement jedes Jahr in einer bundesweiten Aktion und dazugehörigen Kampagnen.

19.02.2014

In jedem Jahr werden im gesamten Bundesgebiet die unterschiedlichsten Sozialaktionen durchgeführt. Mit viel Herzblut setzen sich die Mitglieder der rotarischen Familie für ihr Projekt ein. Man engagiert sich in Grant-Projekten oder unterstützt die lokale Schule und den Kindergarten. Viele solcher Initiativen werden auch durch die rotarische Jugendorganisation Rotaract (Rotary in Action) unterstützt und waren Inspiration für größere, sogar bundesweite Aktionen.

Im Frühjahr jeden Jahres versammelt sich die Gemeinschaft aller deutschen Rotaract Clubs zu einer Deutschland-Konferenz (4. bis 6. April 2014 in Aachen), um unter anderem ein Projekt zur Bundessozialaktion zu wählen. Dieses Projekt wird dann im kommenden rotarischen Jahr zum Aushängeschild aller deutschen Rotaract Clubs. Es werden unterschiedlichste Aktionen geplant und durchgeführt; vom Fundraising bis hin zur 24 Stunden Hands-on-Aktion ist alles möglich, und die Kreativität bei der Umsetzung wird voll ausgeschöpft.

In diesem rotarischen Jahr heißt die Bundessozialaktion „Plant for the Planet“. Im Jahr 2007 referierte der damals 9-jährige Felix Finkbeiner in seiner Schule über die Klimakrise. Wangari Maathai hatte in Afrika 30 Millionen Bäume gepflanzt und inspirierte Felix Finkbeiner zu der Vision, dass die Kinder in jedem Land der Erde eine Million Bäume pflanzen könnten, um auf diese Weise einen CO2?Ausgleich zu schaffen.

Bis heute setzen sich mehr als 100.000 Kinderbotschafter weltweit für diese Aktion ein, sodass bisher knapp 13 Milliarden Bäume weltweit gepflanzt wurden. Genau hier kommt Rotaract ins Spiel und packt mit an. In ganz Deutschland werden Spenden gesammelt und Bäume gepflanzt. Durch die großartige Unterstützung einiger Rotary Clubs konnten bereits viele Aktionen durchgeführt werden und das Ziel für jeden Rotaracter, einen Baum zu pflanzen (momentan über 3200), wurde schon in den ersten vier Monaten erreicht. Dennoch wird der Frühling kommen und es werden weiter tausende Bäume gepflanzt.

 

Dass die Rotaract Bundessozialaktionen echte Dauerbrenner sind, lässt sich beim Betrachten der Projekte der letzten Jahre erkennen: Im Jahre 2005 wurde der deutsche Rotaracter Clemens Witt auf der Rotary International Convention auf die von einem englischen Rotarier gegründete Hilfsorganisation Shelterbox aufmerksam. Für das rotarische Jahr 2006/07 wurde dieses Projekt zur Bundessozialaktion gewählt und zu einem großen Erfolg bis heute. Damals konnten in einem Jahr 100.000 Euro an Spenden gesammelt werden, und das Projekt entwickelte sich stets weiter.

Im Jahr 2013 wurde der eigenständige Verein „Shelterbox e.V.“ gegründet, der von Rotaractern geführt wird. Bisher wurden insgesamt zirka vier Millionen Euro an Spenden gesammelt. Momentan zeigt sich durch die verheerende Katastrophe auf den Philippinen, wie diese vergleichsweise kleine Kiste Leben rettet.

Im Rahmen der Bundessozialaktion im Jahr 2008/2009 „lebendiges Nigeria“ haben die deutschen Rotaracter einen Beitrag zur Erreichung des vierten UN-Millenniumsziels der Weltgemeinschaft – Senkung der Kindersterblichkeit bis 2015 um zwei Drittel - geleistet.

Die Bundessozialaktion verfolgte maßgeblich die drei Ziele: (1) Säuglingssterblichkeit senken durch Ausbildung von Geburtshelferinnen, (2) Malaria-Erkrankungen im Kindesalter verhindern durch Verteilung von Moskitonetzen und (3) Impfstoff gegen PolioPlus verfügbar machen durch Einzahlung in den PolioPlus Fund. Es wurden 42.226 Euro an Spenden gesammelt, welche durch ein Matching Grant Projekt auf 78.000 Euro aufgestockt werden konnten. Ein Teil der Summe floss in die Soforthilfe, und im Frühjahr/Sommer 2013 konnte die Ausbildung von Geburtshelferinnen begonnen werden, da dieses Projekt nach vielen Jahren noch immer sehr aktuell ist.

 

Im folgenden rotarischen Jahr wurde eine Kooperation aller deutschen Rotaract Clubs mit dem RAC Alexandria Cosmopolitan ins Leben gerufen und zur Bundessozialaktion „Alexandria2 - Zukunft schenken“ gewählt. Auch hier wurden durch viele Fundraising Aktionen Spenden gesammelt. So konnte die erfolgreiche Projektarbeit im Armenviertel Ezbet el Matar fortgesetzt werden. Durch die vielen politischen Unsicherheiten und Widrigkeiten vor Ort konnten bisher erst 35% der Projektmittel verwendet werden, sodass in den kommenden Jahren weiterhin Mirkokredite für Frauen und „Alphabetisierungsklassen“ durchgeführt werden können.

 

Im Jahr 2011/12 kürten die Rotaracter das Thema „Organspenden“ zur Bundessozialaktion mit dem Namen „im.puls“. Innerhalb dieses Jahres wurden Kooperationen mit den „Jungen Helden“ sowie der „Deutschen Stiftung Organtransplantation“ unterhalten, und mit Hilfe der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr konnten 15.000 Organspendenausweise und zirka 13.000 Informationsbroschüren verteilt werden. Diese ehemalige Bundessozialaktion ist weiterhin sehr beliebt bei Rotaract Clubs. Daher werden dazu viele Informationsabende und andere Aktionen angeboten.

 

Im vergangenen Jahr 2012/13 unterstützte Rotaract deutschlandweit einen rotarischen Dauerbrenner. Bereits im Jahre 2001 rief Rotary die Aktion „gesundekids“ ins Leben. Vor allem im Distrikt 1820 wurden damals Aktionen dazu durchgeführt. Rotaract griff diese wichtige Initiative neu auf und veranlasste damit, dass gesunde Ernährung und Bewegung bei Kindern im Grundschulalter diskutiert und öffentlich angesprochen wurde. Kindern den Unterschied zwischen gesunder und ungesunder Ernährung näher zu bringen und sie zu motivieren, sich zu bewegen, waren die großen Ziele dieser Aktion. Im Laufe dieser Aktionen wurden Aufklärungskampagnen in Schulen durchgeführt bei denen ebenfalls die Eltern der Kinder involviert wurden. Es wurde gesund gekocht oder die beliebten Brotgesichter gebastelt, welche Kinder anregen sollen, ihre Brote mit Gemüse zu belegen. Auch diese Aktion findet weiter großen Anklang und konnte mit großer Unterstützung von Rotary durchgeführt werden.  

 

Rotaract versucht mit der Bundessozialaktion Themen aufzugreifen, mit denen wir uns bundesweit identifizieren können. Gemeinsam wollen wir ein Jahr lang diese Initiativen unterstützen und die Mitmenschen sensibilisieren, sodass es zu einer spürbaren Veränderung kommt. Neben den Sozialprojekten der einzelnen Clubs und der Distrikte, die teils einmalig und teils über mehrere Jahre stattfinden, stellt die Bundessozialaktion ein wichtiges Standbein im Rahmen des rotaractischen Lebens dar. Die Unterstützung durch Rotarier, Rotary Clubs oder Distrikte ist dabei für uns stets wichtig und herzlich willkommen.

 

Für weitere Fragen und Informationen steht Ihnen das Rotaract-Ressort Soziales zur Verfügung: soziales@rotaract.de

 Autor: Raphael Parusel sowie die Projektverantwortlichen der Bundessozialaktionen.