So kämpfen Rotarier weltweit gegen Polio - Aus aller Welt

13.02.2013

So kämpfen Rotarier weltweit gegen Polio

Aus aller Welt

Wir sind unserem Ziel, die Welt endgültig von der Kinderlähmung zu befreien, näher denn je. Und doch ist das bisher Erreichte gefährdet. Denn es fehlt an Geld, um die Initiative erfolgreich zu Ende zu führen. Rotarier aus aller Welt nutzen ihre Kontakte und machen Politiker und Meinungsmacher immer wieder auf die Notwendigkeit unserer Kampagne aufmerksam.

AUSTRALIEN

Flagge Australien

Im März 2011 führten australische Rotarier eine Unterschriftenaktion durch, die an Premierministerin Julia Gillard gerichtet war. Sie forderten darin die australische Regierung auf, weiterhin die Global Polio Eradication Initiative (GPEI) zu unterstützen und diese Frage auch auf die Tagesordnung des Treffen der Staatsführungen des Commonwealth im Oktober zu setzen. Der Erfolg: Gillard und die Staatschefs Großbritanniens, Nigerias, Kanadas und Pakistans  gaben bekannt, in den nächsten vier Jahren weitere 50 Millionen Dollar zu stellen, und sie erwähnten lobend die Anstrengungen von Rotary in der Initiative.

BENIN

Flagge Benin


Zwölf Rotarier aus Cotonou erreichten durch soziale Medien drei Millionen Menschen mit Rotarys „This Close“-Kampagne. Die Rotarier änderten dazu ihre Profilbilder in Facebook zu welchen aus der Kampagne, sodass ihre Freunde (zwischen 125 und 2000) diese sahen. Sie markierten Freunde auch auf den Bildern und erklärten in Kommentaren, was es mit der Polio-Kampagne auf sich hat. Im Schneeballsystem breiteten sich Bilder und Diskussionen über Benin, dann auch über Togo, Gabun, die Elfenbeinküste und Marokko bis hin nach Frankreich aus. Nach Meinung von Boris Crestia, Rotary Public Image Coordinator für Zone 20, ein Fallbeispiel für das Verbreitungspotenzial sozialer Medien.

KANADA

Flagge Kanada


Auch kanadische Rotarier wendeten sich in Briefen an ihre Regierung. Rotary Foundation Trustee Chair und Past-RI-Präsident Wilfrid J. Wilkinson sowie sein Landsmann, International PolioPlus Committee Chair Robert S. Scott, schrieben persönlich an Premierminister Stephen Harper. Eine Kopie der Briefe ging an alle Rotarier im Land mit der Bitte, ihre Parlamentsabgeordneten entsprechend zu kontaktieren. Innerhalb von drei Tagen kamen erstaunliche Rückmeldungen. Viele Rotarier hatten dabei auch persönliche Gespräche mit dem Premier und Parlamentariern geführt. „Und dieser persönliche Kontakt gibt den Ausschlag“, weiß Wilf Wilkinson. Im September gab die kanadische Regierung dann prompt am Rande der UNO-Vollversammlung bekannt, dass sie jeden Spendendollar von Rotariern bis zu einer Million zu gleichen Teilen unterstützen würde, die Gates Foundation würde dem Beispiel folgen.

FINNLAND

Flagge Finnland


Auch finnische Rotarier wandten sich an ihre Regierung, um über eine Million Dollar bis 2012 bereitzustellen. Über Suomen Rotary, eine NGO finnischer Distrikte, erhielten die Rotarier Zuschüsse für Polio-Projekte in Afghanistan, wobei Rotarier 15 Prozent der Mittel stellten und der Rest von der finnischen Regierung getragen wurde. Die Gelder fließen durch die Foundation an die WHO. Weitere Zusammenarbeiten in dieser Form sind geplant.

NIGERIA

Flagge Nigeria


Präsident Goodluck Jonathan bewies seine Unterstützung für den Kampf gegen Polio, indem er erneut das Budget für Maßnahmen verdoppelte und zugleich einen Emergency-Aktionsplan für sein Land in Kraft setzte. Darin geht es vor allem darum, Menschen vor Ort in betroffenen Gebieten zu erreichen und zu überzeugen. Dazu sind neben Entertainern, Prominenten und Polio-Betroffenen auch örtliche Geistliche im Einsatz, um die noch verbleibenden Vorbehalte und Vorurteile gegen die Schluckimpfung aufzubrechen. Besonders gezielt werden die Einsätze in den sieben am meisten gefährdeten Bundestaaten im Norden des Landes koordiniert. „Wir hoffen, mit dieser Methode Widerstände auflösen zu können“, sagt Olubusuyi A. Onabolu, Chair des Nigeria PolioPlus Committee.

PAKISTAN

Flagge Pakistan


Rotarys Pakistan PolioPlus Committee tat sich mit Coca-Cola Beverages Pakistan zusammen, um für Impfaktionen gegen Polio zu werben. Der Getränkehersteller druckte Polio-Botschaften auf 70 Millionen Flaschendeckel und baute „End Polio Now“-Klingeltöne in seinen Landesstationen ein. Die Botschaften erschienen auch permanent auf 250.000 Coke-Kühlboxen, und Coca-Cola warb auch für Nationale Impftage auf großen Werbeflächen im ganzen Land. Zudem stellt der Konzern eine Lkw-Flotte für Impfstofftransporte und sorgt für die Trinkwasserversorgung in besonders betroffenen Gebieten, um Durchfallerkrankungen zu unterbinden. „Coke an unserer Seite zu haben gibt uns ungemeinen Auftrieb, und wir können mit diesem Beispiel vielleicht auch andere internationale Konzerne zur Mitarbeit motivieren“, freute sich daher auch Aziz Memon, Chair des Pakistan PolioPlus Committee.
 

USA

Flagge USA


James L. Lacy verbrachte im letzten Jahr an die 40 Tage in Washington, um in Regierungsbüros vorzusprechen und dort um Gelder für den Kampf gegen Polio zu bitten. Der RI-Präsident 1998/99 verfügt nach eigenen Angaben über sehr gute Kontakte in der US-Hauptstadt und nutzt diese sehr gezielt, um immer wieder auf die Kampagne aufmerksam zu machen. Und es half. Wurden 1995 noch 11 Millionen Dollar als Zahlung an die Gesundheitsbehörde CDC veranschlagt, waren es 2012 111,6 Millionen Dollar, mit weiteren 39,5 Millionen Dollar für die Hilfsorganisation USAID. Das schlagende Argument ist für Lacy dabei stets das Engagement der Rotarier: „Ich glaube, was die Kongressabgeordneten am meisten beeindruckt, sind die Leistungen der Rotarier selbst im Rahmen der Kampagne.“

Erschienen in Rotary Magazin 2/2013

Rotary Magazin 12/2016

Rotary Magazin Heft 12/2016

Titelthema

Aufstand gegen die Globalisierung

Die Wahl Donald Trumps zum 45. Präsidenten der USA kann schon jetzt als historisch gelten. Im Rotary Magazin werden die Ursachen der Entscheidung hinterfragt – und was der Ausgang der US-Präsidentenwahl…

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