Ein Arzt für eine Million - Rotary Club unterstützt ÄrzteausbildungFotostrecke: Rotary Photo-Fellowship: Eindrücke aus Madagaskar

Wenn Eltern mit ihren Kindern das einzige Krankenhaus im Südwesten Madagaskars aufsuchen, finden sie nicht selten eine Schlange der etwa 100 Wartenden, meist Kinder mit ihren Eltern, reicht bis auf den Vorplatz. Viele von ihnen kommen aus weit entfernten Dörfern, manche haben tagelange Reisen auf dem Ochsenkarren hinter sich. © Kerstin Sperschneider - Photo-Fellowship

15.08.2013

Ein Arzt für eine Million 

Rotary Club unterstützt Ärzteausbildung

Auf einer Reise über die Insel Madagaskar erfuhren Kerstin Sperschneider und ihr Mann, unter welch ärmlichen Verhältnissen, die Einwohner der Insel leben müssen. Wieder daheim mobilisierte ein Vortrag mit Fotografien von Kerstin Sperschneider den Kronacher Rotary Club, die dringend notwendige Spezialausbildung für einen madagassischen Arzt finanziell zu unterstützen.

Im trockenen Südwesten Madagaskars gibt es einen einzigen Chrirurgen -  für etwa eine Million Menschen, die in der umliegenden Savanne leben. Dr. Elson Randrianantenaina ist gelichzeitig leitender Arzt einer Klinik, dem einzigen Krankenhaus im trockenen Südwesten Madagskars.

Der Verein Ärzte für Madagaskar e.V. hat sich dieses Problems angenommen und die Klinik in Ejeda zu seinem Partnerkrankenhaus gemacht. Außerdem hat der deutsche Verein gemeinsam mit einem madagassischen Verein den Bau einer zusätzlichen Klinik mit Ambulanz, Operationsräumen und kleinem stationärem Betrieb 150 Kilometer nordöstlich des gegenwärtigen Krankenhauses.

Das bestehende Partnerkrankenhaus Ejeda Hospital wurde vor etwa 40 Jahren mit Hilfe amerikanischer Spender gegründet. Dr. Elson ist der einzige studierte Arzt im Krankenhaus und wird dabei von etwa 40 Pflegekräften und OP-Mitarbeitern unterstützt. Den madagassischen Ärzten fehlt es an Geld und Ausbildungsmöglichkeiten. Die technische Ausrüstung des Krankenhauses ist rudimentär. Das Röntgengerät ist defekt, der Brunnen des Krankenhauses wurde durch einen Sturm schwer beschädigt, seitdem gibt es im ganzen Krankenhaus kein fließendes Wasser. Im Operationssaal ist Sauerstoff vorhanden, aber kein maschinelles Beatmungsgerät, die Beleuchtung ist defekt. Da es an Einweghandschuhen mangelt, werden sie nach der Verwendung sterilisiert und wieder benutzt. Medikamente werden rationiert, Risse im Boden machen die Desinfektion schwierig.

Die erste Anlaufstelle für Kranke sind oft traditionelle Wunderheiler. Erst wenn sich deren kostspielige und langwierige Behandlung als unwirksam oder gar schädlich herausgestellt hat, machen sich viele auf den Weg nach Ejeda. Jeden Tag sammeln sich Wartende vor dem Krankenhaus; Eltern mit kleinen Kindern, Unfallopfer mit Freunden und Dorfälteste mit Begleitung. Das Krankenhauspersonal muss trotz der spärlichen Situationen  komplizierte Entbindungen meistern, Messer-, Speer- und Schusswunden versorgen. Krebspatienten behandeln. Weil das nächste Krankenhaus zu weit entfernt liegt, ist es dem Personal unmöglich, die Kranken an andere Einrichtungen zu überweisen.

Trotz der schwierigen Bedingungen leisten die einheimischen Ärzte gute Arbeit. Mit großer Sachkenntnis, Erfahrung und Improvisationstalent gelingen viele der komplizierten Operationen. Dr. Randrianantenaina und sein Krankenhaus sind in der Region hoch angesehen, da er sich neben der medizinischen Arbeit auch in vielen Entwicklungsprojekten engagiert. Selten weniger als vierzehn Stunden am Tag arbeiten der Chirurg und sein Team, um so vielen Patienten wie möglich zu helfen.

Nun entsteht mithilfe von Ärzte für Madagaskar e.V. und einem madagassischen Verein ein weiteres Krankenaus in der Region. Die Liste der benötigten Einrichtungsgegenstände, Geräte und Materialien ist noch immer lang.

Der RC Kronach unterstützt Ärzte für Madagaskar e.V.. Der von Leipziger Medizinern gegründete Verein, mit dem Ziel die Gesundheitsversorgung in diesem Land nachhaltig zu verbessern. Er entsendet Ärzteteams verschiedener Fachrichtungen aus Deutschland und organisiert deren Einsätze in Madagaskar. Schwerpunkt dieser Einsätze sind die unentgeltliche Behandlung von Patienten und die medizinische Weiterbildung einheimischer Ärzte und Pfleger vor Ort. Außerdem stellt der Verein Geräte und Material für medizinische Einrichtungen in Madagaskar zur Verfügung und unterstützt lokale Entwicklungsprojekte, wie unter anderem den Brunnenbau, Schulbildung und ein Projekt zur sozialen Reintegration.

Die Texte gehen zurück auf den gemeinnützigen Verein ‘Ärzte für Madagaskar’ den der Rotary Club von Frau Dr. Sperschneider unterstützt.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite von Ärzte für Madagaskar.

Erschienen in Rotary Magazin

Rotary Magazin 9/2016

Rotary Magazin Heft 9/2016

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