Christoph von Hutten, RC Lohr-Marktheidenfeld - «Ich bin Rotarier in dritter Generation»

Christoph von Hutten

16.09.2013

Christoph von Hutten, RC Lohr-Marktheidenfeld

«Ich bin Rotarier in dritter Generation»

Über einen schicksalhaften Roadtrip in jungen Jahren, eine zündende Geschäftsidee und das unaufhaltsame Wagen - ein Porträt über Christoph von Hutten, Mitglied einer über 30 Generationen alten Uradelsfamilie.

In seinem Club will er Rotary leben. Das heißt Freundschaft in Gespräch und sozialer Tat pflegen. Er schreibt keine Dunkelmännerbriefe wie sein berühmter Vorfahr Ulrich von Hutten, er gestaltet Informationsbroschüren seiner Firma „Skanwood – Bauen auf Nordisch“: Christoph von Hutten, 49, auf Schloss Steinbach, seit 2004 „Rotarier in dritter Generation“ beim Club Lohr-Marktheidenfeld.

Seinen beruflichen Erfolg und sein privates Glück kann er aber durchaus unter das Motto seines berühmten Ahnen Ulrich stellen, der mit einem Porträt noch immer im Schloss lebendig ist. „Ich hab’s gewagt.“

Mit 49 Jahren kann Christoph von Hutten auf viel Gewagtes zurückblicken: Geboren 1964 in Frankfurt, brach er nach dem Abitur in Wiesbaden zusammen mit einem Freund zu einer Reise von New York nach San Diego auf. In einem alten Ford Thunderbird, der in Phoenix/Arizona den Geist aufgab. Der junge Christoph nahm’s praktisch und schrieb sich dort an der State University zum Studium der Wirtschaftsinformatik ein, das er 1991 mit dem Bachelor abschloss.

1996 übernahm er von seinem Vater Schloss Steinbach und startete mit 350 Hektar Schlosswald in seine Selbstständigkeit. Dazu hatte er eine Geschäftsidee, die er seiner schwedischen Mutter und seiner damit verbundenen Liebe zu Skandinavien verdankt: „Bauen auf Nordisch“. Er gründete Skanwood und baut seitdem Häuser aus Holz. Schlüsselfertig. 60 bis heute. Dazu nutzt er die jahrhundertelange Erfahrung der Skandinavier. Wenn ein Holzhaus so gebaut wird, dass sein Rahmen zu jeder Zeit trocken liegt, sodass er nicht aufsteigender Feuchtigkeit und Regen ausgesetzt ist, wird es Jahrhunderte halten, wie man an vielen Beispielen in Skandinavien oder auch bei unseren fränkischen Fachwerkhäusern sieht. Obwohl man bei skandinavischen Holzhäusern fast ausschließlich gehobeltes Holz verwendet, lässt man die Holzfassade „sägerau“. Das macht man nicht, um zu sparen, sondern um der Farbe besseren Halt zu geben. Der dreischichtige Anstrich ist daher sehr widerstandsfähig und äußerst haltbar.

Skandinavisch geht’s auch sonst im Hause Hutten im Schloss Steinbach zu, das einst Balthasar Neumann baute. Am 31. Dezember 1999 heiratete Christoph von Hutten seine norwegische Frau Eli. Sie ist seitdem norwegische Seele in einer über 30 Generationen alten Uradelsfamilie. Sofia, 13, Karolina, elf, Valentina, neun, und Karl Johann, drei Jahre alt, gehören dazu und halten Mutter und Vater auf Trab.

Service Above Self

Wenn Christoph von Hutten davon spricht, dass er stolz darauf ist, Rotarier in der dritten Generation zu sein, meint er damit auch, dass die Altersstruktur von 30 bis 90 Jahren in seinem Club die richtige Form einer dienenden Gemeinschaft über Generationen hinweg vermittelt. „Service Above Self“. Das Motto steht über dem persönlichen Einsatz seines Freundes und rotarischen Mentors Michael Armbrust, der es als Augenarzt in seiner Southern Cross Eye Foundation in Namibia verwirklicht. Für Christoph von Hutten dabei selbstverständlich die Bemühungen des Clubs und seines Präsidenten Ottmar Kliegl, mit einem Global Grant in Höhe von 150.000 Euro die weitere Sozialarbeit des Arztes und Freundes zu unterstützen. In seinem Club will er nach wie vor Rotary leben. Das heißt Freundschaft mit Freunden in Gespräch und sozialer Tat pflegen. Auch hier gilt wieder für den fränkisch-skandinavischen Rotarier aus uraltem Geschlecht: „Ich hab’s gewagt“.

Peter Franz Thürl



Zur Person

 

Christoph Freiherr von Hutten zum Stolzenberg

 

  • Am 12. September 1964 im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen geboren
  • Nach dem Abitur in Wiesbaden Studium der Wirtschaftsinformatik an der State University of Arizona in Tempe, das er 1991 mit dem Bachelor abschloss. Danach Trainee bei Heilit & Wörner AG in München und von 1993 bis 1994 in der Projektbetreuung in Prag tätig.
  • 1996 Gründung der Firma Skanwood – Bauen auf Nordisch in Schloss Steinbach bei Lohr.
  • Am 31. Dezember 1999 Heirat mit Eli Björlo, vier Kinder.

 

www.schloss-steinbach.de

www.sceyefoundation.org

 

Literatur: Georg-Wilhelm Hanna: „Die Ritteradligen von Hutten, ihre soziale Stellung in Kirche und Staat bis zum Endes des Alten Reiches“

 


Erschienen in Rotary Magazin 9/2013

Rotary Magazin 9/2016

Rotary Magazin Heft 9/2016

Titelthema

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