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Im Fokus

Netzwerker für die gute Sache

Im Fokus - Netzwerker für die gute Sache
Kunstberater Michael Schmidt-Ott © Klaus Rohr

Fragen an Kunstberater Michael Schmidt-Ott

01.03.2019

Michael Schmidt-Ott (RC Wien-West) stammt aus einer kunstinteressierten Sammlerfamilie. Seine Passion hat er zum Beruf gemacht und arbeitet heute als Kunstberater in Wien. Bereits als Rotaracter organisierte er Benefiz­auktionen. Er schätzt diese Art des Fundraisings, da so hohe Beträge für den guten Zweck erzielt werden können. Kunst- wie auch Weinauktionen veranstaltet der RC Wien-West regelmäßig.


Bei der letzten Kunstauktion des RC Wien-West zusammen mit dem RC Vienna-International wurden 183 Werke von 174 Künstlern aus 26 Nationen zur Versteigerung angeboten. Wie ist es Ihnen gelungen, so viele Künstler an Bord zu holen?

Wenn ich Werke von Kunstschaffenden oder Weine von Winzern und Weinhändlern als Spende einwerbe, dann mache ich das meistens über einen persönlichen Besuch. So habe ich Gelegenheit, das zu unterstützende Projekt als auch mich selbst vorzustellen. Für unsere letzte große Auktion, im Jahr 2017, habe ich hierfür 120 Ateliers in 32 Städten in 38 Tagen besucht. Vertrauen zum Gegenüber und ein klar erkennbarer Nutzen der persönlichen Spende bilden dabei eine wichtige Grundlage für die Spendenbereitschaft. Dazu gehört auch, dass ich im Nachgang zur Auktion jeden Einzelnen darüber informiere, welcher Erlös mit seinem Beitrag für das Projekt erzielt wurde. Damit verbinde ich auch immer noch mal den ganz persönlichen Dank.

Was passiert mit Kunstwerken, die nicht verkauft werden?

Bisher haben wir es immer geschafft, bei unseren Kunstauktionen gut 80 Prozent der Werkspenden unter den Hammer zu bringen. Eine Woche nach der Auktion wird dann in der Regel noch ein Nachverkauf angeboten, da es immer Interessierte gibt, die aus irgendeinem Grund am Versteigerungstag nicht anwesend sein konnten. So ist auch die Idee zur „Challery“ (Charity Gallery) entstanden. Die meisten Künstler möchten ihre Werkspende nicht zurück. In der Challery stelle ich diese dann aus und verkaufe sie. Der Erlös fließt ebenfalls komplett ins Projekt. Denn Challery arbeitet ehrenamtlich und ist in leer stehenden Geschäftsräumen untergebracht. Das Challery-Konzept hat sich mittlerweile etabliert und viele Künstler spenden uns Objekte auch außerhalb von Auktionsveranstaltungen. So können wir kontinuierlich karitative Einrichtungen, wie etwa das CS Hospiz, unterstützen.