https://rotary.de/mitgliederentwicklung-a-2972.html
Standpunkt

Mitgliederentwicklung

RI Coordinator Claus-Michael Pautzke nennt Gründe, warum Rotary in Deutschland, Österreich und der Schweiz erfolgreicher ist in der Mitgliederentwicklung als anderswo

Claus-Michael Pautzke15.03.2012

Ich sehe und wünsche natürlich Möglichkeiten, die Mitgliederentwicklung in Deutschland zu verbessern, insbesondere mehr Damen und gleichzeitig Verjüngung anzustreben. Gleichzeitig gibt es eine Reihe von Gründen, die in der Entwicklung nach meinem Dafürhalten positiv sind. Grundsätzlich kann ich nur für Deutschland sprechen, aber die Situation in Österreich und der Schweiz ist ähnlich:

  • Wir haben durch die Wiedervereinigung 1990 17 Millionen Deutsche (ehemalige DDR) für Rotary dazugewonnen. Seit Mitte/Ende der 1930er Jahre bis 1990 gab es in diesem Teil Deutschlands kein Rotary. Grund dafür war das Verbot durch die Nazis in ganz Deutschland und nach dem Weltkrieg durch die Kommunisten in der ehemaligen DDR.
  • Seit 1955 gibt es in Deutschland eine Multi-Distrikt-Gruppe, den Deutschen Governorrat. Im Rat treffen sich zwei- bis dreimal im Jahr jeweils die amtierenden Governors und die Governors elect aus den 14 deutschen Dis­trikten mit den Governors aus Österreich und der Schweiz als Gäste. Amtierende oder ehemalige Direktoren RI und erfahrene Beauftragte, z.?B. für TRF, Internationalen Dienst, Berufsdienst, Jugenddienst, für Rotaract und Interact, informieren über Strukturen, Aufgabenbereiche und Ziele bei Rotary. Dadurch sind die Governors durchgehend gut unterrichtet und können ihr Wissen in die Clubs tragen.
  • Es gibt in Deutschland ein Aufnahmeverfahren (Aufnahmeausschüsse in den Clubs) für neue Mitglieder. Es wird nicht direkt geworben. Das Prinzip gilt: einmal Rotarier, lebenslang Rotarier. Ein Retention-Problem gibt es in Deutschland nicht.
  • In deutschen Clubs wird großer Wert auf die Pflege der Freundschaft gelegt. Gemeinsame Reisen, Kaminabende und Garten-Meetings in privaten Häusern vertiefen die rotarische Freundschaft. Ebenso das große Engagement als Gastgeber im Jugendaustausch, bei Stipendiaten und beim Group Study Exchange. Abwechslungsreiche Vorträge, eine ständige Diskussion über rotarische Werte (Vier-Fragen-Probe) fördern die Bindung an den Club. Dazu gehören gemeinsame Projekte. Das Finanzielle spielt schon eine Rolle, aber Rotary ist kein „Geldsammelverein“.
  • Rotarier haben ein hohes Ansehen in der Gesellschaft. Dadurch ist Rotary auch attraktiv für neue Mitglieder. Ein moderates und stetiges Wachstum trägt zur Stabilität bei.
  • Die Clubs versuchen eine ausgewogene Berufsqualifikation anzustreben und möglichst Mitglieder zu rekrutieren, die herausragende berufliche und gesellschaftliche Stellung innehaben. Es wird erwartet, dass Rotarier und Rotarierinnen in ihrem Beruf selbst die rotarischen Werte vorleben. Daher gilt das Prinzip: Qualität geht vor Quantität.
  • Wir haben in Deutschland keine allzu große Rotarierdichte im Verhältnis zur Bevölkerungszahl (6,1:10.000). Sie schämen sich nicht, wenn andere sie als zur Elite gehörig ansehen. Für Mitglieder ist es eine Ehre, bei Rotary zu sein und einer internationalen Organisation anzugehören, die sich um das Elend vieler Erdbewohner kümmert, deren Ziele Völkerverständigung und Frieden sind und wo parteipolitische, rassistische oder religiöse Dinge keine Rolle spielen.