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Freiwilliges Engagement

Studie widerlegt Ehrenamtskrise

Freiwilliges Engagement - Studie widerlegt Ehrenamtskrise
??Ob regelmäßiges Engagement im Club oder bei Hands-On-Aktionen wie hier bei der Flut in Havelberg – das aktive Ehrenamt verlangt einem viel Zeit ab. Lange Zeit schien es in der Krise zu stecken. Eine neue Studie besagt nun Anderes. Auf dem Foto: Ekkehard Musick (RC Gifhorn-Wolfsburg), Vorsitzender des Jugenddienstes, und Tobias Weltner (RC Hannover-Ballhof), Leiter des Jugendaustausches, mit einer Teilnehmerin des Rotary-Austausches. © Tobias Weltner

25.07.2013

Gemeinnützige Organisationen haben weniger Schwierigkeiten, ehrenamtliche Helfer zu finden. Größere Probleme bereitet allerdings die Besetzung ehrenamtlicher Leitungspositionen. Das zeigen die ersten Ergebnisse einer Umfrage des Projekts „Zivilgesellschaft in Zahlen“ (Ziviz) des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, der Bertelsmann Stiftung und der Fritz Thyssen Stiftung.

Gibt es in Deutschland eine Ehrenamtskrise? Das wollten die Autoren von Ziviz wissen und haben rund 4.000 Organisationen bundesweit danach befragt. Das Ergebnis: Die meisten befragten Organisationen (69 Prozent) haben keine größeren Probleme, Freiwillige für ihre Organisation zu finden. Knapp 60 Prozent sagen auch, sie haben keine Schwierigkeiten, ehrenamtliche Leitungspositionen zu besetzen. Das heißt aber auch: 40 Prozent haben Probleme damit.

"Die Ergebnisse zeigen, es gibt in Deutschland weniger Probleme Ehrenamtliche zu mobilisieren als erwartet. Von einer generellen Krise des Ehrenamts kann man also nicht sprechen", sagt Holger Krimmer, Ziviz-Projektleiter beim Stifterverband. In den letzten Jahren sei es sogar zu einer Zunahme von Vereinen auf heute 580.000 gekommen. „Damit ist auch der Bedarf nach Engagierten, die bereit sind, als Vorstand Verantwortung zu übernehmen, stark gestiegen. Der häufig beklagte Mangel von Ehrenamtlichen ist damit eher eine Begleiterscheinung des Wachstums zivilgesellschaftlicher Strukturen."

Gut aufgestellt – gerade in Zeiten des demografischen Wandels - sei der Bereich Bevölkerungs- und Katastrophenschutz im demografischen Wandel. So ergab die Befragung auch:, Mehr als jeder Zehnte (14 Prozent), der sich im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz engagiert, ist unter 18 Jahre alt. Das sind mehr als beim Sport (sechs Prozent). Frauen hingegen sind selten in diesem Bereich vertreten. Unter fünf Engagierten gibt es beim Bevölkerungs- und Katastrophenschutz nur eine Frau (19 Prozent), im Bereich Sport sind es 31 Prozent, beim Umwelt- und Naturschutz 34 Prozent, bei Bildung und Erziehung 50 Prozent und im Bereich Soziale Dienste 55 Prozent. "Dabei liegt hier ein großes Potential. Wir haben herausgefunden, je mehr Frauen in den Organisationen sind, desto höher ist auch der Anteil junger Engagierter in den Organisationen", erklärt Holger Krimmer, Ziviz-Projektleiter beim Stifterverband.

Mit dem Projekt „Zivilgesellschaft in Zahlen“ (Ziviz) möchten Bertelsmann Stiftung, Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und Fritz Thyssen Stiftung gemeinsam die Datenlage zur organisierten Zivilgesellschaft verbessern. Für den Bericht wurden erstmals alle ehrenamtlichen Organisationen in Deutschland statistisch erfasst. Die endgültigen Ergebnisse sollen am 29. November in Berlin vorgestellt werden.

Einen Beitrag zum Thema „Wie rekrutiert Rotary sein Führungspersonal?“ finden Sie hier.

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