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Trotz guter Fortschritte

Ziel verfehlt

Trotz guter Fortschritte  - Ziel verfehlt
Die Anstrengungen zur Ausrottung der Kinderlähmung müssen konsequent fortgesetzt werden, um erfolgreich zu sein © Rotary International

26.03.2013

Der sechste Bericht der unabhängigen Prüfer des Independent Monitoring Board (IMB) sagt es in aller Deutlichkeit: Die für Ende 2012 gesetzten Ziele des Strategischen Plans der Polioeradikation wurden nicht erreicht. Andererseits erkennen die Pruüfer Fortschritte, die in den verbliebenen drei Polio-Ländern erzielt werden konnten. Noch nie waren die Fortschritte so konsequent geplant und umgesetzt worden. Ja, so sagen die Prüfer, hätte man mit dieser Konsequenz von Anfang an gehandelt, wäre das Ziel zum Ende des Jahres 2012 tatsächlich erreicht worden. Sie fahren fort mit einem Blick auf den Ablauf des Strategischen Plans in den vergangenen Jahren. Sie mahnen, das Risiko neuer Polio-Fälle nicht nur zu mindern, sondern ganz im Gegenteil, weitere wichtige Schritte nach vorn zu tun. Im Einzelnen beurteilen sie die Lage wie folgt.

Nigeria

In Nigeria sind 2012 mehr Fälle von Kinderlähmung verzeichnet worden als im Vorjahr, und das obwohl in diesem Zeitraum mehr Kinder geimpft wurden. Jetzt muss aber der in der gestiegenen Impfquote ruhende Vorteil auch weiter mit allem Nachdruck ausgebaut werden. Nigeria hat eine Schlüsselposition für ganz Afrika. Das hat die Vergangenheit gezeigt. Es liegt in den Händen aller am Impfprogramm Beteiligten vom Impfhelfer bis zum Präsidenten, so wird betont. Alle müssen das Menschenmögliche tun, um weitere Fortschritte zu erzielen. Diese sind möglich und müssen in die Tat umgesetzt werden. Dabei müssen vor allem auch die Menschen im Blick bleiben, die die notwendige Arbeit tun. Sie müssen, ihren Mitbürgern die Vorteile der Impfung deutlich machen.

Pakistan

Ganz eindeutige Fortschritte gibt es auch in diesem Land. 50 Prozent weniger registrierte Kinderlähmungsopfer als im Vorjahr. Dieser Fortschritt muss bei allen zu Recht geforderten zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen auch in das Jahr 2013 hineingetragen werden. Die am 14. Januar 2013 wieder aufgenommenen Impfungen sind ein gutes Zeichen. Aber das Risiko bleibt.

Afghanistan

Dieses Land hat Fortschritte gemacht, so steht es im Bericht. Aber zu langsam. Dies gilt besonders im Hinblick auf den für 2013 vorgesehenen Abzug der Truppen der ISAF. Denn damit wird die Situation für die Durchführung von Nationalen Impftagen nicht einfacher.

Grundsatzfragen im Prüfbericht

In einem eigenen Kapitel werfen die Prüfer wichtige grundsätzliche Fragen auf:

  • Sind die richtigen Leute am richtigen Platz?
  • Ist das Engagement auf allen Ebenen vom Staat bis zum Dorf gleich?
  • Stimmt die Zusammenarbeit der aktiven Ebenen untereinander?
  • Sind die impfenden Helfer an der Front immer bestens ausgebildet?
  • Warum werden bei Impftagen immer in den gleichen Bereichen nicht alle Kinder erreicht?


Zusammenfassend erkennt man die steigende Bedeutung des Faktors Mensch. Der Mensch und seine Gegebenheiten müssen zusätzlich ins Blickfeld gerückt werden. Dazu gehört auch die Beteiligung der Eltern in Planungsstäben. Dort muss nämlich die Akzeptanz der Impfung abgesichert werden. Über allen Erwägungen und Ratschlägen steht aber die Absicherung der Finanzen. Das Interesse der Öffentlichkeit am Kampf gegen die Kinderlähmung zu wecken und auch dessen Finanzierung abzusichern, dazu können und wollen auch wir im Jahr 2013 auf allen Ebenen beitragen.


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Erschienen im End Polio Now Newsletter 3/2013.