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Die Wolfskinder von Ostpreußen

Positive Bilanz: 170 Rotary Clubs spendeten über 40.000 Euro

Die Wolfskinder von Ostpreußen - Positive Bilanz: 170 Rotary Clubs spendeten über 40.000 Euro
Wolfskinder bei ihrer Deutschland-Reise im Mai 2011. Rechts im Bild: Wolfgang Freiherr v. Stetten, der die Gäste aus Litauen empfing

11.12.2012

Vor einem Jahr erschien im Rotary Magazin ein Artikel über die „Wolfskinder“, die 1945/46 nach Litauen vertrieben oder verschleppt wurden oder geflohen waren. Etwa 8000 waren es einst, 5000 bis 6000 wurden aufgegriffen und Ende der 1940er, Anfang der 1950er Jahre in die DDR gebracht. Einige Hundert (oder mehr, die Dunkelziffer ist hoch) erfroren, verhungerten oder starben an Krankheit. Andere wurden als billige Arbeitskräfte missbraucht, aber viele hatten auch das Glück, in Familien aufgenommen zu werden. Nach der Wende schlossen sich im Verein Edelweiß circa 360 Personen zusammen, den der damalige Abgeordnete Wolfgang v. Stetten (RC Bad Mergentheim) 1992 kennenlernte. Seit zwei Jahrzehnten unterstützt er diese Gruppe und gibt Hilfe zur Wiedererlangung der deutschen Staatsbürgerschaft, zur Ausreise, aber auch finanziell. Heute sind es noch 82 Damen und Herren im Alter von 70 bis 80 Jahren, die Jahrzehnte gelitten haben, keine Unterstützung vom deutschen Staat erhielten und mit einst Fremden um das Überleben kämpften. Aus einer Initiative vor vier Jahren „100 Litas pro Monat“ (35 Euro) von Wolfgang v. Stetten sind inzwischen durchschnittlich 350 Litas (100 Euro) geworden. Eine zweite kleine Rente, die nicht nur finanziell das Überleben erleichtert, sondern auch eine Genugtuungsfunktion hat, vom deutschen Vaterland nicht vergessen zu sein.

Der Bitte an die Rotary Clubs Deutschlands, einmalig 100 Euro für diese Menschen zu spenden, sind 170 Clubs nachgekommen – auch einzelne Rotarier – die zum Teil weit mehr als 100 Euro spendeten. So kamen unter anderem mithilfe des Artikels im Rotary Magazin im vergangenen Jahr 40.000 Euro zusammen „Ich bin“, so Wolfgang v. Stetten, „sehr stolz auf unsere rotarische Vereinigung und sehr dankbar im Namen der Wolfskinder für Ihre rotarische Verbundenheit und den Willen zur Hilfe. Sie helfen mit, den vom Schicksal vergessenen Deutschen einen würdigeren Lebensabend zu gestalten“.


Buchtipp

Ein neues Buch „Wir sind die Wolfskinder – Verlassen in Ostpreußen“ von Sonya Winterberg ist beim Piper Verlag erhältlich.