Deutsche Ikonen – Rotary-Jahrbuch - René Nehring über das August-Heft

René Nehring, Chefredakteur Rotary Magazin

16.08.2013

Deutsche Ikonen – Rotary-Jahrbuch

René Nehring über das August-Heft

René Nehring

Liebe Leserin, lieber Leser,

manchmal bahnen sich große Veränderungen ganz unscheinbar an. In der Welt der Kunst scheint es gerade so, als stünde die deutsche Malerei des 19. und frühen 20. Jahrhunderts vor einer Neubewertung. So zeigt das Frankfurter Städelmuseum in diesen Wochen erstmalig seit 1934 wieder eine Ausstellung mit Werken von Hans Thoma. Hans wer? wird sich jetzt manch Leser sicherlich fragen. In der Tat ist dieser Hans Thoma heute nur noch ganz wenigen ein Begriff; wenn überhaupt, dann kennt man ihn allenfalls als „Wald- und Wiesenmaler“. Dabei galt er einmal als „Lieblingsmaler des deutschen Volkes“, so Meyers Konversations-Lexikon 1909, der in seinen Werken wie kein zweiter das „deutsche Wesen“ abbildet. Doch nachdem die Nationalsozialisten Thoma für ihre Kunstpolitik instrumentalisiert hatten, hatte er nach 1945 kaum noch Fürsprecher.

Auch andernorts erfährt die vor dem Ersten Weltkrieg entstandene Kunst wieder größere Beachtung. So hat die Bielefelder Kunsthalle gerade eine Ausstellung über den deutschen Symbolismus beendet und zuvor eine große Schau über den Impressionismus aus Deutschland gezeigt. Gerade letzterer galt hierzulande lange Zeit wenig: Man blickte voller Begeisterung nach Frankreich, wo dieser Kunststil mit Claude Monets Gemälde „Impression, soleil levant“ immerhin auch

seinen Ursprung hatte; die Werke aus dem eigenen Lande wurden hingegen – mit den Ausnahmen Max Liebermann, Lovis Corinth und Max Slevogt – kaum beachtet.

Was hat nun dieser Trend, wenn er denn einer ist, zu bedeuten? Rein formal weitet sich der Blick auf die Kunst der Moderne immens. Allzu oft wurde diese lediglich als Abfolge von Ereignissen und Stilen beschrieben, die irgendwann zu irgendwelchen „Ismen“ sortiert wurden. Dabei gab es – das zeigen die oben genannten Beispiele – weit mehr Wege zur Moderne als es der Kanon gemeinhin erzählt. Und inhaltlich können wir mit Staunen sehen, dass die Schatzkammern unserer Kulturnation viel reicher gefüllt sind als wir es bisher geahnt haben.

Doch wie konnte es dazu kommen, dass Künstler, die einmal – wie eben Hans Thoma – nationale Berühmtheiten gewesen waren, in Vergessenheit gerieten, während andere – wie zum Beispiel Paul Klee, dessen große Zeit nur wenige Jahre nach der Thomas war – heute immer noch zu den Klassikern der Moderne gehören? Und was hat die Deutschen zu ihrer jeweiligen Zeit an diesen Ikonen so fasziniert? Ohne die verschiedenen Wege zur Moderne miteinander vergleichen zu wollen, versuchen die Beiträge ab Seite 36 auf diese und weitere Fragen Antworten.

 

Das August-Heft ist traditionell auch das Jahrbuch des Rotary Magazins. In dieser Ausgabe ziehen die zahlreichen Amtsträger der verschiedenen rotarischen Gremien, der Dienste und Projekte eine Bilanz ihrer Arbeit in den letzten zwölf Monaten. Die Berichte zeigen auf eindrucksvolle Weise, welche Wirkung die vielfältigen ideellen und materiellen Spenden der rotarischen Freunde entfaltet haben (ab Seite 14).

Eine Rückschau und einen Ausblick zugleich bieten auch die Artikel über die Jahreskonferenzen der Distrikte, auf denen im Frühjahr die Ämterwechsel der Governors und Beiräte eingeleitet wurden (ab Seite 76).

Erschienen in Rotary Magazin 8/2013

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