Standpunkt - Raus aus dem Dornröschenschlaf

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01.02.2017

Standpunkt

Raus aus dem Dornröschenschlaf

Elmar Marent

Die Aktivitäten rund um den Berufsdienst köcheln derzeit bei vielen Clubs auf Sparflamme. Wieso eigentlich?

Als ich als Governor von D 1920 (West-Österreich) im rotarischen Jahr 2012/13 auf Club-Tour war, hörte ich regelmäßig von ausgezeichneten Projekten des Gemeindienstes, des Jugenddienstes oder des Inter­nationalen Dienstes. Zu meiner Verwunderung aber berichteten die Vorstandsmit­glieder der Clubs eher selten, und wenn doch, sehr bescheiden, über Aktivitäten des Berufsdienstes.

Fast hätte man zur Ansicht gelangen können, der Berufsdienst im Club werde vernachlässigt. In manchen Clubs wurde überhaupt gar kein Berufsdienstbeauftrag­ter eingeteilt.Dies ist umso mehr verwunderlich, als Rotary doch „von ­Berufs wegen“ gegründet wurde. Als Berufsdienst­beauf­tragter meines Distriktes und als Spre­cher des AK Werte.Bildung.Beruf (AK WBB) der Distrikte ist es mir daher ein beson­deres Anliegen, den Berufsdienst aus seinem „Dornröschenschlaf“ zu erwecken.

Weg vom Abteilungsdenken …
Der Berufsdienst in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein wurde unter dem Motto „Werte.Bildung.Beruf“ über Auftrag des DGR-Arbeitskreises gebildet, um allen Mitgliedern von Rotary die Möglichkeit zu geben, an den Themenfeldern mitzuwirken – unabhängig von einem Denken in Abteilungn wie Gemeindienst, Internationaler Dienst, Jugenddienst etc. Schließlich wissen wir alle: Projekte sind üblicherweise dann besonders erfolgreich, wenn sie „interdisziplinär“, also in unse­rem Falle diensteübergreifend durchgeführt werden. Auch RI hat sich bei der Orientierung seiner Kernaufgaben – unter der Anerkennung der Realität – vom „Abteilungsdenken“ verabschiedet und ein prozessorientiertes Denken, Planen und Handeln für nachhaltige Aufgaben und Projekte eingefordert. Leider scheint diese Forderung noch nicht überall in den Distrikten und Clubs angekommen zu sein.

Die Themenfelder des Berufsdienstes beinhalten die Ent­wick­lung und Bildung zum Beruf hin und die Förderung im Beruf auf Basis der ethischen Fragen mit dem Zentrum der vier Fragen. Die Inhalte spiegeln sich in dem Namen des Arbeits­kreises Werte.Bildung.Beruf – AK WBB – wider!

Das Potenzial bei Rotary ist riesig! Es wird leider nicht immer wahrgenommen. Wir investieren viel an Geld und Man­power, um Projekte zu realisieren. Warum nützen wir nicht die Erfahrungen anderer Gleichgesinnter? Ist das überflüssige Eitel­keit? Ist das das Bedürfnis auf abgren­zende Profilierung? Warum eigentlich? Wir sind alles Mitglieder einer aktiven und erfolgreichen Organisation – weltweit seit 112 Jahren!

… hin zu Kooperation und Austausch
Die umfangreichen Themen- und Auf­gabenfelder geben allen Mitgliedern von Rotary die Möglichkeit, entsprechend ihren Neigungen und Vorlieben im Arbeitskreis Werte.Bildung.Beruf mitzuwirken. Zum Beispiel bei der Erstellung von Projektinformationsdatenbanken, Berufsinformation und Berufsförderung, den MINT-Fächern – Mathematik, Informatik, Naturwis­senschaft, Technik – sowie Lesen und Schreiben, Sprachen und Kommuni­kation, Integration, Coaching, Patenschaften, Praktika, Stipendiaten-Programmen und auch RYLA.

Diese komplexen Themen- und Aufgabenbereiche sollten in allen Distrikten von engagierten Mitgliedern (Distriktbeauftragten) geführt werden. Sie sind im AK WBB der Distrikte zum ­Erfahrungsaustausch eingebunden. Die Rotary Clubs werden ent­sprechend den Projekten ihre eigene Organisationsform fin­den und sollten vom Distrikt unterstützt werden.

Bei dieser Gelegenheit ein Wunsch: Bitte haben Sie die Höflichkeit, auf Mails zu antworten. Auch wenn vielleicht nicht Stellung bezogen wird, ein schlichtes „Danke“ sollte für die agierenden Mitglieder mindestens drin sein. Als Ausdruck der Wertschätzung und des Interesses an der Kommunikation, schließlich ist sie keine Einbahnstraße, sondern lebt vom Austausch der Beteiligten – und das klappt leider nicht überall. Oder wie ist Ihre Erfahrung? Ich meine, auch hier gibt es noch deutlich „Luft nach oben“.

Rotarische Ressourcen mit riesigem Potenzial
Die Mitglieder in den insgesamt mehr als 20 Distrikten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein stellen mit ihren Rotary Clubs ein riesiges Potenzial und große Ressour­cen für Rotary zugunsten von Rotary und seinen „Kunden“. Nutzen wir das doch (auch) für den Berufsdienst.

Erschienen in Rotary Magazin 2/2017

Elmar Marent
Dr. Elmar Marent (RC Dornbirn) war Governor D 1920 in 2012/13, ist Berufsdienstbeauftragter und Sprecher des AK WBB des deutschen Governorrates. de.rotary.de/berufsdienst

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