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Ausgezeichnete Wissenschaftlerin

Rotarierin erhält höchstdotierten Forschungspreis

Ausgezeichnete Wissenschaftlerin - Rotarierin erhält höchstdotierten Forschungspreis
Brigitte Röder. Mitglied im Rotary Club Hamburg-Elbe, hat das Forschungsgebiet „Development Cognitive Neuroscience“ in Deutschland entscheidend geprägt. Jetzt erhält sie für ihre Leistungen in der Forschung den Leibniz-Preis. © UHH, RRZ/MCC, Arvid Mentz

14.02.2014

Prof. Dr. Brigitte Röder, Leiterin des Arbeitsbereichs Biologische Psychologie und Neuropsychologie an der Universität Hamburg und Mitglied im Rotary Club Hamburg-Elbe, erhält den höchstdotierten Forschungspreis in Deutschland. Der Leibniz-Preis wird einmal jährlich an neun Wissenschaftler verliehen. Er ist mit 2,5 Millionen Euro dotiert.

Die diesjährigen Preise werden am 12. März 2014 in Berlin feierlich übergeben. Die Forschungs-Auszeichnung wird seit 1986 jährlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vergeben und zeichnet herausragende Wissenschaftler für ihre Forschungen auf allen Gebieten der Wissenschaft aus. „Ich habe mich natürlich riesig gefreut“, sagt Brigitte Röder. Die Preisträger können sich nicht selbst bewerben, sondern müssen vorgeschlagen werden. Und so kam die Nachricht, dass sie zu den Gewinnern zählt, für die Forscherin völlig überraschend.

Freiheiten für die Forschung

Die Gelder kann die Preisträgerin bis zu sieben Jahre lang nach ihren eigenen Vorstellungen und ohne bürokratischen Aufwand für ihre Forschungsarbeit verwenden. „Das Schöne an dem Preis ist, dass man die Förderung bekommt, ohne, wie sonst üblich, zuvor einen genauen  Forschungsplan vorzulegen“, sagt sie. Gerade in ihrem Bereich, den „Development Cognitive Neuroscience“, einem Wissenschaftsbereich, der sich schnell wandelt und weiterentwickelt, stellt das gute Voraussetzungen dar. „Mit diesem Preisgeld hat man alle Freiheiten“, sagt sie.


Brigitte Röder weiß noch nicht im Detail, für welche Studien sie das Preisgeld einsetzen wird, in einem Fall ist es jedoch schon klar. Dabei handelt es sich um eine Studie mit jungen Patienten in Indien, die blind auf die Welt kamen, irgendwann jedoch operiert werden konnten, so dass sie heute sehen können. Im Grunde geht es darum, zu erforschen, inwiefern sich neuronale Prozesse, die dem Lernen zu Grunde liegen verändern. Die Studie geht der Frage nach, was mit diesen Menschen passiert, die einst blind waren, durch eine Operation jedoch wieder sehen können. „Es geht darum, zu erfahren, inwieweit  sich das visuelle System dann noch entwickeln kann.“


Bereits als junge Forscherin hat Brigitte Röder viele Auszeichnungen für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen in der Weiterentwicklung der allgemeinen Psychologie und der kognitiven Neurowissenschaften erhalten. Sie hat bereits an der University of Oregon und der University of California at San Diego geforscht. Nach ihrer Habilitation im Jahr 2002 erhielt Röder einen Ruf als Professorin für Biologische Psychologie und Neuropsychologie an die Universität Hamburg, wo sie seit 2003 forscht und lehrt. Mittlerweile hat ihr wissenschaftlicher Einsatz für den Bereich der Multisensorik internationalen Stellenwert erreicht. Auch wenn es sich bei den Forschungsarbeiten von Frau Röder eindeutig um Grundlagenforschung handelt, ergeben sich bei einigen Projekten direkte Anwendungsbezüge. So wurde in einer Studie der Einfluss physischen und kognitiven Trainings auf die kognitive Leistungsfähigkeit bei Menschen im mittleren Lebensalter untersucht. In diesem Forschungsbereich soll es auch weitergehen, sagt Brigitte Röder. „Ich werde versuchen, einige Projekte, zum altersbedingten Lernen zu initiieren“, sagt sie.

Austausch mit Gleichgesinnten im Rotary Club

Brigitte Röder ist Mitglied der Deutschen Nationalakademie (Leopoldina), der Wilhelm-Wundt-Gesellschaft und der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und hat zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen erhalten. Außerdem ist sie seit 2012 Mitglied im Rotary Club Hamburg-Elbe. Dort genießt sie es vor allem, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen Im Gespräch mit ihren Clubkollegen kann sie auch immer wieder von ihrer Forschung berichten uns so ihr komplexes Arbeitsfeld etwas zugänglicher machen. „Außerdem habe ich viel Glück in meinem Leben gehabt und möchte davon etwas weitergeben“, sagt sie.

Der Präsident der Universität Hamburg, Prof. Dr. Dieter Lenzen, der selbst Mitglied im Rotary Club Hamburg ist, gratuliert Brigitte Röder zu der Auszeichnung. „Neben der Anerkennung ihrer wissenschaftlichen Leistungen zeigt diese Ehrung auch, dass hier erfolgreich ein neuer wissenschaftlicher Weg in der Psychologie eingeschlagen wurde. Diese neurowissenschaftliche Ausrichtung der Psychologie, die künftig mit der Bewegungswissenschaft eine eigene Fakultät an der Universität Hamburg bilden wird, wird so ebenfalls gewürdigt.“