15.02.2011

Über die Notwendigkeit des Tierschutzes und die Möglichkeiten des Einzelnen

»Wut alleine reicht nicht«

Sonja-Maria Klauß

Wenn Schauspieler Hannes Jaenicke
in der Dokumentationsreihe des
ZDF „Im Einsatz“ ist und sich für vom Aussterben bedrohte Tierarten einsetzt, ist das weit mehr als ein Job – es ist Überzeugung. Anders als die bekannten Tier- und Naturdokumentationen folgt Jaenicke als Ermittler den Spuren bedrohter Tierarten. Die charakteristische Mischung seiner Arbeit liegt in der Konfrontation von großartigen Naturaufnahmen mit schockierenden Fakten.

Sie haben in Ihrem neuen Buch „Wut allein reicht nicht“ sehr emotional formuliert, dass es beim Umweltschutz auf jeden Einzelnen ankommt und mehr individuellen Einsatz gefordert. Welches Schlüsselerlebnis hatten Sie, sich für den Umweltschutz zu engagieren?

Das war weniger ein Schlüsselerlebnis als die Verwunderung über das Nichtstun und Dauer-Geschwafel zum Thema Umweltschutz seitens der Politik und Industrie.

 

Sie haben eine „Weltverbesserungsliste zur Rettung der Umwelt“ verfasst. Was ist der effektivste Beitrag, den jeder leisten kann?

Erstens: Sich informieren. Und zweitens: Beim Konsumieren einen Augenblick nachdenken. Egal, ob es sich um den täglichen Energiekonsum handelt oder um Shoppen. Wie können wir noch mehr Menschen begeistern etwas für die Umwelt zu tun? Schließlich ist nicht jeder prominent und kann ein Buch schreiben?

Man muss dafür sorgen, dass umweltgerechtes Verhalten nicht als unbequemer Verzicht, sondern als Spaß-Faktor begriffen wird, mit dem jeder seinen Beitrag leisten kann.

 

Sie haben für Ihr Umweltschutzengagement viele Preise und Auszeichnungen erhalten. Es entsteht leicht der Eindruck, dass es Prominenten bei ihrem Einsatz nur um die Publicity geht. Wie wichtig sind solche Auszeichnungen?

Mir persönlich bedeuten sie herzlich wenig. Aber wenn Preise dazu führen, dass das Thema in den Medien und den Köpfen präsenter wird, haben sie eine Berechtigung.

 

Bei der 62. Bambi-Verleihung haben Sie der Affenforscherin Jane Goodall den Preis in der Sparte „Unsere Erde“ überreicht. Welche Botschaft nehmen Sie von einem Menschen wie Jane Goodall mit?

Es zeigt, dass das Engagement einer einzelnen Person unglaublich viel bewegen kann.

 

Auch Sie haben sich in Ihrer ZDF-Dokureihe „Im Einsatz“ mit vielen Umweltschutzthemen beschäftigt. Was haben Sie selbst aus diesen „Einsätzen“ gelernt?

Ich habe gelernt, dass selbst Umweltaktivisten noch viel lernen und ändern müssen. Ich hatte vor dem Gorilla-Film wenig Ahnung davon, dass selbst der Kauf des allerneuesten Handys oder Laptops direkt mit dem grauenhaften Bürgerkrieg im Kongo und dem dortigen Aussterben der letzten Berggorillas zu tun hat …

 

… das müssen Sie erklären …

Ganz einfach: Wer sich immer wieder ein nagelneues Handy kauft, kurbelt das Coltan-Geschäft an und schadet damit den Gorillas, deren Lebensraum für den Coltan-Abbau zerstört wird.

 

Wenn Sie sich ein Thema für Ihre nächste Dokumentation aussuchen könnten – was wäre das? Worauf würden Sie aufmerksam machen?

Ich würde unseren absurden Energiekonsum und die dazugehörige Verweigerung, etwas daran zu ändern, angehen.

Erschienen in Rotary Magazin 2/2011

Sonja-Maria Klauß, PR-/Öffentlichkeitsarbeit RFAD

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