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Distrikt 1860

Äthiopien-Hilfe sucht Mitstreiter

Distrikt 1860 - Äthiopien-Hilfe sucht Mitstreiter
Unterstützung für junge Auszubildende gesucht © Hans-Karl Mertes

Der RC Bad Kreuznach hilft äthiopischen Jugendlichen, auch um ihrer Flucht aus der Heimat vorzubeugen.

Monika Nellessen01.02.2017

Hana Fekadu Mamo ist 20 ­Jahre alt. Sie will Krankenschwester werden. Wenn alles gut geht, geht Hanas Traum in Erfüllung. Denn sie ist eines von fünf äthiopischen Mädchen, dessen Ausbildung der RC Bad Kreuznach von 2016 bis 2019 finanzieren wird. Seit 2009 unterstützt der Club von der Nahe Ausbildungspatenschaften für Mädchen aus ärmsten Verhältnissen in der Gurage-Region. In dieser Zeit hat der Club über 80 jungen Mädchen ermöglicht, im Attat-­Hospital in Äthiopien ihren Wunschberuf Krankenschwester, Hebamme oder Medizinisch-Technische Assistentin (MTA) zu erlernen.

Bislang wurden 99.321 Euro gespendet, davon 61.920 Euro von eigenen Clubmitgliedern und 37.401 Euro von den Nach­barclubs Bingen, St. Goar und Mannheim. Beim Projekt gehe es darum, der weltweiten Über­bevölkerung entgegen­zuwirken, indem die ausge­bildeten jungen Frauen Aufklärung leisten und so für ­Geburtenkontrolle und bessere Überlebenschancen der Neugeborenen sorgen. Das Enga­gement bekämpfe aber auch Fluchtursachen, erklärt Hans-Karl Mertes, Projektbeauftragter des RC Bad Kreuznach.

Frauen sind entscheidend
Die jungen Frauen erhielten dank der qualifizierten Ausbildung eine Zukunftschance in ihrer Heimatregion. „Die UNESCO ist überzeugt, dass langfristig die Frauen die Schalt­stelle für wirtschaftlichen und sozialen Wandel in der Dritten Welt sind“, weiß Mertes. Auch im katholischen Hospital wirkt eine Frau: Das Attat-­Krankenhaus steht unter Leitung der deutschen Ordensschwester und Ärztin Dr. Ruth Schiffer. Wie Mertes berichtet, engagiert sich Dr. Ruth Schiffer auch weit über die Grenzen medizinischer Berufe hinaus für eine bessere Ausbildung junger Äthiopier auf dem Land, vor allem in Handwerksberufen, von der Küchenhilfe über den Maurer bis zur Friseurin. Mertes: „Sie hat einfach mit all ihrem Gottvertrauen 30 Jugend­liche (jährliche Kosten rund 10.500 Euro) in die Ausbildung gegeben.“ Dafür sind nun – auch unabhängig vom RC Bad Kreuznach – weitere Spenden oder Ausbildungs­patenschaften erbeten.

Mertes: „Eine dreijährige Ausbildung für handwerkliche Berufe kos­tet etwa 900 Euro. Darin enthal­ten seien Kleidung, ­Unterbringung, Ausrüstung, Schulgeld und Essen.“ Da ein Eigenanteil verlangt wird, ­reduziert sich der Finan­zierungsbedarf auf 350 bis 450 Euro im Jahr, also auf knapp 30 Euro pro Monat. Noch preiswerter sind die Kurse für Küchenhilfe und Friseurinnen. Sie dauern rund zehn Monate bis zu einem Jahr und schlagen mit einmalig 450 Euro zu Buche. Wer dieses Projekt „Aus­bildungspatenschaften für handwerkliche Berufe“ unterstützen will, wende sich gerne an Hans-Karl Mertes unter 01 76/23 99 18 62.


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