Jerusalem - »Das war ein einzigartiges Institut«Fotostrecke: Das Jerusalem Institute 2013

Gideon Peiper und RI-Präsident elect Gary Huang und Frau zünden anlässlich des jüdischen Lichterfestes Chanukka eine Kerze an. © Yvonne Nadler

28.11.2013

Jerusalem

»Das war ein einzigartiges Institut«

Yvonne Nadler

Das sogenannte "Rotary-Institute" ist Teil einer ganzen Reihe von Konferenzen weltweit. Am 28. November ist es in Jerusalem zu Ende gegangen. Wir berichten vom zweiten Konferenztag direkt aus Jerusalem.

„Freundschaft ist das, worauf Rotary begründet liegt, Toleranz ist das Element, das Rotary zusammenhält“ – so lautete der Titel einer starken Grundsatzrede vom ehemaligen Mitglied des Zentralvorstand von Rotary International Peter Krön. „Toleranz zeichnet sich durch Offenheit gegenüber anderen Kulturen und Religionen aus,“ sagte Peter Krön. Wie treffend, das er diesen Satz in Jerusalem sagte, einer Stadt in der sämtliche Religionen und Kulturen nebeneinander leben. Mit Kröns Vortrag zu den Grundpfeilern Rotarys kam die vierte Plenarsitzung des Jerusalem Institutes vom 24. bis zum 28. November zum Abschluss.

Und genauso tiefgehend wie sie zu Ende ging, hatte sie am Morgen begonnen: Mit einem Gottesdienst, in dem sämtliche Religionen ihren Platz fanden, und mit einer Rede von RI-Vizepräsidentin Anne Matthews, die ihre Worte dem Jahresmotto vom Rotary widmete: „Engage Rotary and change lives“. Matthews erinnerte daran, in welchen Schwerpunktbereichen sich Rotary mit Nachdruck engagieren sollte, und forderte alle auf „Real Rotarians“ zu sein, und zwar solche die Tatkraft beweisen. Die Vizepräsidentin wies auch auf die große Unwissenheit hin, die nach wie vor in der Öffentlichkeit bestehe, wenn es um Rotary geht. „Was ist Rotary?“, fragte Anne Mathews. „Ich hoffe jeder von Ihnen kann diese Frage ohne zu zögern beantworten.“

Mitgliedschaft als größtes Anliegen

Ken Boyd ehemaliges Mitglied des RI-Zentralvorstands könnte das ohne Zweifel. Er fragte die Anwesenden jedoch etwas Anderes: „Was ist Rotarys größtes Anliegen? Viele werden nun Antworten: Der Kampf gegen Polio. Doch das ist Rotarys größtes Programm. Das Thema Mitgliedschaft ist Rotarys größtes Anliegen.“ Und so war dieses auch Thema seines Vortrages, in dem er einige Impulse gab, wie es gelingen könne, neue Mitglieder zu gewinnen. So schlug Boyd unter anderem vor, an Universitäten um junge Talente zu werben. „Es wird zu selten über Mitgliedschaft geredet“, sagte er. Das jedoch lässt sich für den deutschen Teil des Governor elect Traing Seminars an den Tagen zuvor nicht behaupten. Dort hatte das Thema immerhin drei Mal auf dem Programm gestanden. Boyd forderte alle Rotarier dazu auf, in Bezug auf das Thema Mitgliedschaft stets am Ball zu bleiben. Wie wichtig das Thema ist, zeigte später auch das Ergebnis einer Umfrage von RI unter Mitgliedern. Mehr als jeder Dritte bezeichnete das Thema als das wichtigste, das Rotary angehen sollte.

So nah an Rotary die Vorträge von Anne Matthews und  Ken Boyd waren, so weit ab vom Thema schien auf den ersten Blick ein anderer. Rotarier Dmitriu Dorin Prunariu berichtete unter dem Titel „Connecting the world from above“ von seiner Arbeit als Kosmonaut und in der Raumfahrt-Forschung. Doch es eröffneten sich erstaunliche Parallelen zu der Arbeit, die Rotary ausmacht. Auch in der Raumfahrt geht es um Ideen und Visionen und die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern. Für große Begeisterung sorgte die Keynote-Speech des Israeli Tay Talgam. Der Dirigent und Berater hielt eine einstündigen Vortrag über die Art des Orchester-Dirigierens und die Schlüsse die man daraus als Führungskraft ziehen kann.

Dinca Corneliu aus Rumänien stellte den strategischen Plan und die Bestrebungen vor,  die Zukunft von Rotary effizienter zu gestalten. „Die Hauptziele sind es, Clubs zu stärken, den gemeinnützigen Dienst auszuweiten und das Bild von Rotary in der Öffentlichkeit zu verbessern“ Dass diese Inhalte des Plans jedoch nicht ausreichend kommuniziert werden, hat RI in einer Mitgliederbefragung herausgefunden. „Wir arbeiten daran, dies in Zukunft besser zu machen“, so Corneliu.

Starkes persönliches Engagement

Einen sehr rührenden und inspirierenden Beitrag leistete Rick Hodes, von dem American Jewish Joint Distribution Comitee in Addis Abeba (Äthiopien). Er sprach über das Engagement, das er bisher erbracht hat. So arbeitete er mit der Mutter Theresa Mission in Äthiopien zusammen, um kranke Kinder zu besuchen, ihr Krankheitsbild zu erfragen und je nach Schwere der Krankheit eine Operation zu organisieren. Bei einem seiner Besuche lernte er zwei an Tuberkulose erkrankte Jungen kennen. Vor Ort ließ sich nichts für die beiden organisieren. „Also habe ich die beiden adoptiert.“ Ein paar Jahre später organisierte Hodes Herzoperationen für mehr als zehn Kinder. Diese und weitere Geschichten ließen Hodes’ Vortrag zu einem der emotionalsten des Institutes werden.

Natürlich durften auch die Ankündigungen für folgende Konferenzen nicht fehlen. So erfuhren die Teilnehmer, dass im kommenden Jahr in der Nähe von Tel Aviv die zweite Rotary Youth and Young Adults Peace Conference vom 4. bis zum 9. April 2014 stattfindet. Zu dem Programm gehören Lesungen, Diskussionen, Konzerte und mehr Kultur aus einer multikulturellen und multireligiösen Perspektive. Anmeldungen werden bis Anfang Februar angenommen. RI-Direktor Holger Knaack rührte die Werbetrommel für das Rotary Institute vom 5. bis zum 9. November 2014 in Berlin. Mit den Zonen 11, 12, 13, 14, 17, 18 und 19 sind mehr als 20 Prozent der gesamten Rotary-Welt auf dieser Konferenz vertreten. Etwas später finden auch Institues in Accra (Ghana) und Marrakesch (Marokko) statt. Knaack riet allen, das für sie am nächsten gelegene Institute zu besuchen. Auch auf den Welt-Kongress 2014 in Sydney vom 1. bis zum 4. Juni wurde hingeweisen.

Mit den Abschlussreden kam das Institute zu einem Ende. Trustee Jackson San Lien Hsieh bedankte sich herzlich bei Hauptorganisator Gideon Peiper und seinen Helfern für die Veranstaltung und die Gastfreundschaft. „Ich bin bereits bei 30 Institutes gewesen, aber noch nie auf einem, auf dem 3 Kontinente und 54 Länder vertreten waren“, sagte er. „Das war ein einzigartiges Institute. Ich habe viele Rotarier hier getroffen, von denen man noch viel lernen kann. Vielen Dank dafür.“ Als Trustee der Foundation kam er abschließend noch einmal auf das neue Grant-Modell zu sprechen. Es war an den Tagen zuvor Seminar-Thema gewesen. „Wir haben das Grant Modell anlaufen lassen, es hat anfangs Probleme gegeben, aber wir haben auch schon Erfolge feiern können.“

750 Teilnehmer

Stanley Finkelstein, der bei dem Institute die Rolle des Sekretärs übernommen hatte, sagte zum Ende: „Das Institute ist das Ergebnis von einer guten planerischen Denkweise und Perfektionismus.“ Auch Gideon Peiper dankte allen Gästen für ihr Kommen. „Wir freuen uns, dass wir 750 Teilnehmer hatten.“

Die letzte Rede des Institutes hielt derjenige, der auch die erste vorgetragen hatte. Welt-Präsident elect Gary Huang. „Die Zeit vergeht so schnell, wenn wir Spaß haben“, leitete er seine Abschlussrede ein. Auch für ihn habe das Institute einzigartigen Charakter gehabt. „Noch nie zuvor bin ich vom Trustee aufgefordert worden, etwas vorzusingen, und noch nie zuvor hat der Convener mich aufgefordert zu tanzen.“ Zum Schluss wurde der humorvolle Huang dann noch einmal ernst. Es gebe im Chinesischen ein Sprichwort, erzählte er. „Es besagt, dass man egal wie alt man ist, immer noch dazulernen kann. Das ist wahr.“ Jeder solle deshalb weiter lernen und offen gegenüber Neuem sein. Dabei gelte es zu beachten. „Was wir tun, ist wichtiger als das, was wir sagen. Und wenn wir wachsen wollen, dann sollten sich unsere Taten stets mit dem decken, was wir sagen.“ Mit diesen Worten wurden alle Anwesenden in den Abend verabschiedet, für den Gideon Peiper und sein Komitee als letzten Höhepunkt einen israelischen Abend  für die Gäste organisiert hatten.

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