Entscheidungen im CoR - 17 mal „Ja“ und viele „Neins“

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25.11.2017

Entscheidungen im CoR

17 mal „Ja“ und viele „Neins“

Im Oktober/November stimmten 500 rotarische Delegierte aus aller Welt über 38 Resolutionen ab. Der Council on Resolutions (COR) wurde damit zum ersten Mal aktiv - online. Hier die Ergebnisse.

Die Premiere ist geglückt: Vom 15. Oktober 2017 bis 15. November 2017 stimmten weltweit 500 Delegierte im Internet über verschiedenste Vorschläge aus allen Rotary-Distrikten ab. Die Stimmabgabe war unter rotary.org technisch gut organisiert und funktionierte reibungslos. Insgesamt standen 38 Anträge zur Diskussion und Abstimmung. Die deutschsprachigen Delegierten haben sich im Vorfeld im COL-Ausschuss des DGR unter der Leitung von Hans-H. Kasten ausführlich mit diesen Vorschlägen beschäftigt.

Absage an Regionalisierungs-Tendenzen

Die Ergebnisse fielen sehr unterschiedlich aus. Allein 21 Anträge wurden abgelehnt. Darunter der Vorschlag, dass jeder Club seine Meetings künftig mit der Vier-Fragen-Probe beginnen solle. Auch, dass jeder Rotary Club dauerhaft mindestens 20 Mitglieder haben müsse, wurde abgelehnt. Keinen Widerhall fand auch die Idee, dass es regionale Club-Verfassungen und regionale Entscheidungsgremien geben müsse. Dies hatten sich japanische Clubs gewünscht.

Deutlich detailliertere Informationen wünschen sich die Rotarier in aller Welt über die Arbeit des Boards selber – es soll künftig mehr informieren, so der CoR-Vorschlag. Außerdem stimmten die Delegierten dafür, das Präsidenten-Thema künftig auch in Hindi zu übersetzen, um der deutlich wachsenden Mitgliederzahl in Indien gerecht zu werden.

Die Frage „Wird es die Erde für künftige Generationen bewahren?“ beschäftigte indes einen Club aus dem Distrikt 9400 (Botswana, Mozambique, Südafrika und Swaziland). Die Vorstellung südafrikanischer Rotarier war: Das müssen wir als Ergänzung für die Vier-Fragen-Probe aufnehmen. Auch dieser Vorschlag erhielt keine Mehrheit, ebenso wie mehrere Vorschläge, die fünf Grundwerte und die Leitprinzipien von Rotary noch einmal besonders hervorzuheben beziehungsweise zu überarbeiten. Das RI-Board muss laut CoR-Beschluss jedoch darüber diskutieren, ob die Grundwerte und die Mission von Rotary in den Strategieplan aufgenommen werden.

Verjüngung von Rotary bleibt ein Thema

Die Verjüngung von Rotary ist von mehreren Antragstellern als ein wichtiges Zukunftsthema behandelt worden. Nicht verabschiedet wurden Resolutionen, die vorschlugen, EarlyAct Clubs oder RotaryKids (6- bis 12-Jährige) als Teil der rotarischen Familie anzuerkennen, um weitere Aktivitäten und eine Verjüngung in Gang zu bringen. Gleichzeitig verfehlte aber auch ein Antrag sein Ziel, das Höchstalter von Rotaractern auf 35 heraufzusetzen. Die deutliche Mehrheit der Delegierten sieht hier die Notwendigkeit, frühzeitig das Potenzial von Rotaractern für die Aufnahme bei Rotary zu prüfen. Das Rotaract-Höchstalter bleibt deshalb bei 30 Jahren.

Keine Änderung bei Club-Gebühren

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Hans-Hermann Kasten ist einer der deutschen Delegierten für CoR und CoL

Mehrere Vorschläge, die Gebühren für Clubs, RI oder die rotarische Infrastruktur zu begrenzen beziehungsweise an verschiedene Indizes zu knüpfen, wurden abgelehnt. Ebenso gibt es zunächst keine Verringerung der Beiträge für ehemalige Rotaracter.

Damit die Pro-Kopf-Gebühren jedoch nicht steigen, beschloss der CoR, dass sich das RI-Board damit beschäftigen muss. 2019 – beim nächsten Council on Legislation – wird dann über dessen Vorschläge abgestimmt.

Strategische Planung soll nach dem Willen der Delegierten aber künftig auch in den Clubs größer geschrieben werden. Per Abstimmung empfehlen sie, dass jeder Club ein Strategie-Komitee haben sollte, das den Erhalt des Clubs sicherstellt. Clubs, die bereits geschlossen wurden, sollten die Chance bekommen, wiederbelebt zu werden – unter Begleitung der Distrikte, so die CoR-Entscheidung. Außerdem soll die im CoL 2016 beschlossene Flexibilisierung der Clubs analysiert und stärker begleitet werden. Über die Fortschritte von Pilotprogrammen soll intensiver informiert werden.

Viele Ideen zur Optimierung der Arbeit der Foundation

Viele Anträge haben sich zudem mit der Frage der Optimierung der Arbeit der Foundation beschäftigt. Nicht alle waren erfolgreich. Auch Global Grants für Kunst und Kultur wird es vorerst nicht geben. Ebenso werden Clubs auch weiterhin Donations erhalten können, ohne dass der Distrikt dessen Projekte und Clubarbeit verifizieren muss. Auch das Manual of Procedere von RI erhält zunächst keine neue Fassung.

Das Thema Müll und Ressourcenverschwendung brannte finnischen Rotariern auf den Nägeln. Um zu zeigen, „Rotary cares“ künftige Generationen zu fördern, sollten nachhaltige und saubere Lösungen und Aktionen unterstützt werden – dies soll nun auch das RI-Board beschließen. Ebenso sollen die Zentralvorstände diskutieren, ob nachhaltige und ökologische Entwicklung als ein zusätzlicher Schwerpunkt der Rotary Foundation definiert werden soll.

Die Arbeit der Foundation soll künftig auch ein praktisches Bewerbungs-Tool für Wasserprojekte im Internet verstärken. Dafür stimmte eine klare Mehrheit.

Entscheidungen nun beim Board

Der Council on Resolutions (Resolutionsrat) tritt einmal pro Jahr online zusammen. Vertreter aus allen Rotary-Distrikten stimmen dabei online über Beschlussvorschläge ab, die von Clubs und Distrikten eingereicht wurden. Das RI-Board zieht in der Folge sämtliche Beschlussfassungen in Erwägung. Resolutionen sind jedoch lediglich Anträge an das Board, in einer Sache aktiv zu werden (Handlungsaufforderungen).

Rotary Magazin 12/2017

Rotary Magazin Heft 12/2017

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