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Das Illinois Holocaust Museum and Education Center

An die Vergangenheit erinnern und die Zukunft verändern

Das Illinois Holocaust Museum and Education Center - An die Vergangenheit erinnern und die Zukunft verändern
Ambitionierte Architektur: Das Illinois Holocaust Museum and Education Center

Auf rotarische Initiative hin eröffnete 2009 das Illinois Holocaust Museum and Education Center. Außerdem gründeten die „Rotarians for Peace“ die „Rotarian Peace Hall of Fame“

12.11.2012

Als ebenso wichtig wie die Dokumentation der entsetzlichen Geschehnisse gilt dem Illinois Holocaust Museum and Education Center (IHMEC) seine Mission, zukünftige Völkermorde dadurch zu verhindern, indem man sich der Vergangenheit erinnert und die Zukunft verändert. Da die „Rotarians for Peace“ erkannten, welchen starken Eindruck das IHMEC jedes Jahr bei über 100.000 Kindern hinterlässt, kamen sie mit dem IHMEC überein, in einer „Rotarian Peace Hall of Fame“ friedenstiftende Rotarier zu präsentieren.

Das IHMEC – angesiedelt in Skokie, nur zehn Kilometer vom RI-Hauptsitz in Evanston entfernt – wird wahrscheinlich das letzte seiner Art sein, das in Zusammenarbeit mit Holocaust-Überlebenden gebaut wurde. Es dient dem US-amerikanischen Mittleren Westen als Bildungseinrichtung von Weltrang und erinnert als Denkmal an jene, die während des Holocaust umgekommen sind. In den ersten drei Jahren haben bereits über 300.000 Menschen das Museum besucht, die Hälfte von ihnen Schüler. Exkursionen und das Zeitzeugenbüro des Museums – das aus 60 Überlebenden und Befreiern besteht – lassen Schüler Geschichte viel besser erfahren als ein Geschichtsbuch dies vermag. Sie helfen jungen Menschen dabei, die Konsequenzen von Gleichgültigkeit und Hass zu verstehen und viel über Hoffnung, Mut und Verantwortung zu lernen. Hierdurch wird zum persönlichen Engagement angeregt. Im Museum gibt es auch eine Kinderausstellung mit einem interaktiven Bereich, in dem Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren und ihre Familien gemeinsam lernen können, Zivilcourage zu zeigen und positive Veränderungen in ihren Gemeinden herbeizuführen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendetwas auf der Welt das, worum es in diesem Museum geht oder die Opfer, die für mich und andere Überlebende geleistet wurden, besser veranschaulicht als das Rotary-Motto: ,Selbstlos dienen‘“, sagt der Holocaust-Überlebende Samuel R. Harris 2009 in der Rotary International News.

Unterstützung durch Rotary

Die enge Verbindung zwischen den Rotariern und dem Museum entstand eigentlich schon 1989, als Samuel R. Harris (seit 44 Jahren Rotarier) in seinem RC Northbrook verkündete, dass er sich für die Leitung des Lenkungsausschusses zum Bau eines neuen Museums gemeldet hatte und dafür große Zustimmung fand. Heute sind drei Rotarier im Hauptvorstand des Museums und viele mehr sind Dozenten und Freiwillige.
„Rotarians for Peace“ wurde geschaffen, um an alle Rotarier zu erinnern, die sich aktiv für den Frieden einsetzen oder sich hierfür in der Vergangenheit eingesetzt haben. Hierzu zählt jeder Rotarier, der zur Vermeidung oder Beilegung eines bewaffneten Konflikts beigetragen hat, die Leiden von Opfern in bewaffneten Konflikten gelindert hat oder Mitglied einer Friedensorganisation (hierzu zählt auch der Bereich Friedenserziehung) gewesen ist. Dieser erhält als beispielhaftes Vorbild einen Eintrag in der „Rotarian Peace Hall of Fame“. Sie wurde von den folgenden Clubs im Distrikt 6440 ins Leben gerufen: Barrington Breakfast, Evanston Lighthouse, Lincolnshire, Northbrook und Skokie Valley. Vorgestellt wurde die Hall of Fame bei der RI Convention 2012 in Thailand und von hunderten Teilnehmern freudig begrüßt, unter anderem auch vom damaligen Präsidenten RI, Kalyan Banerjee.