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World Population Day 2017

Rotary engagiert sich in Sachen Familienplanung

World Population Day 2017 - Rotary engagiert sich in Sachen Familienplanung
Nigeria: Verteilung von Verhütungsmitteln © Rotary

Anlässlich des Weltbevölkerungstages: RFPD tritt für die Enttabuisierung von Familienplanung ein

11.07.2017

Nahezu zehn Milliarden Menschen werden bis 2050 auf der Erde leben laut der neuesten Projektion der Vereinten Nationen. Im gleichen Zeitraum wird sich die Bevölkerung auf dem afrikanischen Kontinent von einer auf zwei Milliarden verdoppeln. Durch dieses rasante Wachstum wird es für Staaten mit hohem Bevölkerungswachstun noch schwieriger als es bisher schon der Fall ist, für alle Menschen nachhaltig akzeptable Lebensbedingungen zu schaffen.

Derzeit sind über 40 Prozent der Bevölkerung in Afrika jünger als 15 Jahre und ihr Anteil wächst stetig weiter. Begrenzte Ressourcen, Arbeitslosigkeit, Unterernährung und wachsender sozialer Ungleichheit sind nur einige Folgen einer wachsenden, immer jünger werdenden Bevölkerung. Die Perspektivlosigkeit in ihrer Heimat treibt immer mehr Menschen, besonders Jugendliche, zur Migration nach Europa - trotz der damit verbundenen Gefahren.

Länder mit Jugendüberhang (Youth Bulge) sind jedoch prädestiniert für eine „Demographische Dividende“, die es nun in Afrika zu nutzen gilt. Die Afrikanische Union setzte sie auf die Agenda ihres Treffens mit der EU im November 2017. Dazu muss in großem Maße in Bildung, Gesundheit und Beschäftigung investiert werden, wie es unter anderem der Marshall Plan für Afrika fordert. Voraussetzung ist eine sinkende Fertilitätsrate, so dass das Wachstum nicht wie bisher von hohen Geburtenraten geschwächt wird. Jüngste UN-Projektionen haben gezeigt, dass zurzeit die Geburtenrate in Afrika mit 4,7 Kindern pro Frau noch weit über dem geplanten Ziel von 2,1 Kindern pro Frau bleibt. Daher müssen die nötigen Investitionen zur Schaffung von Arbeitsplätzen begleitet sein von massiver Aufklärung und von Zugang zu professionellen Familienplanungsdiensten für alle Menschen. 220 Millionen Frauen in Entwicklungsländern fordern einen Zugang zu selbstbestimmter Familienplanung der ihnen bisher nicht gegeben wird.

Familienplanung ermöglichen und verbessern

Die Rotarian Action Group for Population & Development (RFPD) ist seit 20 Jahren durch Erfahrungen aus vielen Familienplanungsprojekten davon überzeugt, dass es möglich und notwendig ist, den Zugang zur freiwilligen Familienplanung deutlich zu verbessern. Dazu gehört eine breite Aufklärung mit Zugang zu modernen Verhütungsmitteln für Frauen, Männer und Jugendliche.

Die jetzige Generation ist herausgefordert, eine Welt zu entwickeln, die tragfähig ist und allen Menschen akzeptable Lebensbedingungen bietet. Dazu gehört die Initiierung der "Demographischen Dividende" für einen wirtschaftlichen Aufschwung in Afrika, begleitet von massiver Unterstützung von Programmen mit breiter Aufklärung zur selbstbestimmten Familienplanung. Solche Programme sind auch notwendig, um bei der Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele besser voranzukommen. Zum Weltbevölkerungstag am 11.07.2017 sind alle Nichtregierungsorganisationen und Regierungen aufgefordert, Familienplanung zu enttabuisieren.