Standpunkt - Sind wir noch eine Wertegemeinschaft?

Die Governorcrew 2007/08: Jürgen Auckenthaler 1920, Jürgen Axer 1810, Ulrich Baberg 1900, Paul Bösken-Diebels 1870, Harald Bos 1840, Erich Burghardt 1950, Manfred Grabsch 1930, Urs Herzog 1980, Anton Hilscher 1910, Heinrich Köhler 1890, Imre Kovács 1911, Eckhard Mäurer 1860, Charlotte Mori 1820, Walter Müller 2000, Friedmar Teßmer † 1850, Carl-Otto Thorwart † 1880, Alexander Völker 1830, Max Will 1800, Karl Zieger 1940 (in alphabetischerReihenfolge) © Privat

01.06.2018

Standpunkt 

Sind wir noch eine Wertegemeinschaft?

Wer die rotarische Idee erhalten und fördern will, der muss der Gefahr des Verlustes unserer gesellschaftlichen Grundwerte aktiv entgegentreten.

Im rotarischen Jahr 2007/08 stieß die damalige Governor-Crew eine Debatte über Rotary als Wertegemeinschaft an. Zehn Jahre später fragen die Freunde, was aus der Diskussion geworden ist.

Autoabgas-Skandale, Manipulation in Bankgeschäften, Korruption, Datenmissbrauch, unehrenhaftes Agieren in Beruf und Alltag – nach unseren eigenen Ansprüchen dürfte kein Rotarier und keine Rotarierin dabei sein! Wie sehr der Einzelne im Bild der Öffentlichkeit auch für das Image des Ganzen steht, lässt sich erahnen. Wenn man – wie wir – Rotary vor allem auch als eine Wertegemeinschaft begreift, dann liegt es auf der Hand, dass auch Rotary als Organisation und Idee durch einen allgemeinen Werteverlust in seiner Existenz und Daseinsberechtigung unmittelbar gefährdet wäre. Eine Wertegemeinschaft ohne gemeinsame Werte wäre ein Widerspruch in sich.

Rotarier definieren sich durch das, was sie tun
Zweifelsfrei versammelt sich in der überwiegenden Zahl unserer Rotary Clubs eine Funktionselite. Es ist ein Grund zur Freude, dass sich viele Führungskräfte unserer Gesellschaft nach wie vor für die rotarische Idee gewinnen lassen. Rotarier definieren sich jedoch nicht durch das, was sie sind, sondern durch das, was sie tun. Folglich kann sich Rotary nicht alleine darin erschöpfen, eine Plattform für gesellschaftliche Begegnungen im Kreis der Funktionselite zu bieten.
Seien wir ehrlich! Treten wir entschlossen ein für Anstand, Ehrlichkeit und Fairness im Beruf? Nutzen wir unsere Möglichkeiten, lokale und internationale Hilfsaktionen von Rotary zu unterstützen? Helfen wir aktiv dabei mit, Rotary zu mehren, damit sich auch engagierte und ideenreiche junge Menschen für den Erhalt unserer Grundwerte einsetzen und entschlossen dafür kämpfen, Elend zu mindern? Erinnert sei an oft unverständliche Diskussionen, welche die Gründung eines neuen Rotary Clubs hier und da auszulösen pflegt.

Warum gerade Rotary?
Das Elend und die Not auf unserer Erde sind nach wie vor unermesslich. Wirtschaftliche Veränderungen im Zuge der Globalisierung, prognostizierte Klimaveränderungen, Bevölkerungswachstum und Energieverknappung dringen vermehrt in das öffentliche Bewusstsein vor, und Konflikte zwischen Staaten oder Ethnien werden immer öfter mit religiösen Motiven begründet. Rotarierinnen und Rotarier können durch Einsatz, Beharrlichkeit und die feste Überzeugung, dass jeder Einzelne von uns die Welt ein Stück besser machen kann, viel erreichen. Beweise dafür lassen sich weltweit und jeden Monat neu auch auf den Distriktseiten dieses Magazins finden.
Die Kombination aus Wertebezogenheit, hoher beruflicher Verantwortung und persönlichem Engagement eines jeden Rotariers macht Rotary zu einer einzigartigen Organisation.
Sie unterscheidet sich durch eben diese Kombination im Sinne eines Alleinstellungsmerkmals von reinen Serviceclubs und von karitativen Spendenorganisationen. Gerade junge Menschen bewegen oft Zukunftssorgen. Rotary könnte ihnen ein weltweites Netz von Vertrauensankern bieten und Zuversicht vermitteln. Wir sind der Meinung, dass es an der Zeit ist, sich sowohl Rotary-intern als auch bei der Frage der Mitgliedergewinnung verstärkt an die uns allen gemeinsamen Grundlagen der rotarischen Idee zu erinnern.

Als Rotarierinnen und Rotarier sind wir gefordert
Rotary bietet ein ideales Forum dafür, die notwendige Auseinandersetzung über unveräußerliche Werte auf hohem Niveau und im Geiste der Freundschaft und Fairness nicht nur intern zu führen, sondern die Diskussion hierüber und notwendige Veränderungen auch extern anzuregen und offensiv zu fördern. Sind wir dazu mutig genug und bereit?
Tun wir etwas, damit die folgenden Generationen Anstand, Ehrbarkeit, Respekt, Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme, Toleranz, Gerechtigkeit, Völkerverständigung, Frieden und Freiheit nicht eines Tages als Fremdworte begreifen müssen, sondern als unverzichtbare Grundfesten eines gedeihlichen Miteinanders von Menschen einer freien Gesellschaft!

Die Governors des rotarischen Jahres 2007/08

 

Diskutieren Sie diesen Standpunkt unter rotary.de/#umfrage.
Dort finden Sie auch den Aufruf der Unterzeichner aus dem Jahre 2007/08.

Erschienen in Rotary Magazin 6/2018

Rotary Magazin 6/2018

Rotary Magazin Heft 6/2018

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