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Editorial

Weder Bestie noch Kuscheltier

Editorial - Weder Bestie noch Kuscheltier
René Nehring, Chefredakteur © Jessine Hein / Illustratoren

René Nehring über die Rückkehr des Wolfes und mehr

René Nehring01.01.2019

Breitet sich in unserer Nachbarschaft gerade das Böse aus? Diesen Eindruck konnte gewinnen, wer in den letzten Wochen so manchen Artikel über die Rückkehr der Wölfe gelesen hat. Gewiss: Der Wolf hat sich nicht erst seit gestern wieder in den heimischen Wäldern angesiedelt, doch blieb bis dato sein Dasein in freier Wildbahn – in einigen Nationalparks ist er schon länger wieder zuhause – zumeist auf ein paar abgelegene Regionen in Sachsen und Brandenburg begrenzt. Nun aber häufen sich Meldungen über Wolfssichtungen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Westfalen und am Niederrhein, auch gen Süden hat sich der Wolf ausgebreitet. In der Lüneburger Heide spazierte ein Wolf am hellichten Tage an einem Kindergarten vorbei, und in Hannover wurde gar die erste Attacke eines Wolfs auf einen erwachsenen Mann gemeldet. Dass sich letzteres schon bald als falsch herausstellte, hat die Gemüter kaum beruhigt.

Keine Frage: Der Wolf spaltet die Gesellschaft – in jene, die in ihm eine Bereicherung der heimischen Natur sehen, und jene, die befürchten, dass wir demnächst wieder Zustände bekommen werden wie in den Berichten und Märchen vergangener Jahrhunderte. Vielleicht sind aber genau diese Geschichten von einst ein nicht unerheblicher Teil des Problems? Denn auch andere Räuber wie der Dachs breiten sich hierzulande aus und dringen dabei sogar bis in die heimischen Gärten vor – doch gibt es von ihnen eben keine Schauergeschichten wie die von dem Wolf, der im Wald kleinen Mädchen  auflauert und die geliebte Großmutter frisst.

Die Beiträge im aktuellen Heft widmen sich der Rückkehr eines von vielen Menschen als Bedrohung empfundenen Nachbarn und deren Folgen. Sie fragen, warum gerade der Wolf so viele Ängste schürt, wie gefährlich er tatsächlich ist, wie sich die heimische Natur durch ihn verändert – und wie vielleicht sogar eine Koexistenz von Mensch und Wolf aussehen könnte.

An der Spitze des Deutschen Governorrats steht in diesem rotarischen Jahr PDG Raymond Metz. Im Gespräch mit dem Rotary Magazin erläutert er u.a., wie er seine aktuelle Aufgabe versteht und welche Impulse der Governorrat für das rotarische Leben geben kann. Ein wichtiges Anliegen ist Raymond Metz als Niederländer mit belgischen Wurzeln die Internationalität unserer Organisation.

In wenigen Monaten werden die deutschen Rotarier in Hamburg Gastgeber der alljährlichen International Convention sein. Schon seit einigen Ausgaben stimmt das Rotary Magazin in Beiträgen auf dieses Ereignis ein. Im vorliegenden Heft stellen wir nun die Breakout Sessions vor. Das sind Diskussionsrunden in einem kleineren bis mittleren Rahmen, die sich einzelnen Themen der rotarischen Arbeit widmen, zum Beispiel Ideen zur Stärkung der Clubs oder bewährte Verfahren bei der Grant-Beantragung oder Ethik im Berufsleben. Nicht zuletzt sind Breakout Sessions auch eine Gelegenheit, Networking für die rotarische Arbeit zu betreiben und potentielle Projektpartner kennenzulernen.

 

Es grüßt Sie herzlichst Ihr

René Nehring

Chefredakteur