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Ein Brustkrebszentrum für Afghanistan

 - Ein Brustkrebszentrum für Afghanistan
Durch das Brustkrebs-Vorsorgeprojekt in Afghanistan konnten mehrere Hundert Frauen untersucht. 44 Frauen, bei denen Krebs festgestellt wurde, konnten behandelt werden. © Pixabay.de

Seit 2005 engagiert sich Ernst Hanisch (RC Offenbach-Dreieich) in Afghanistan. Im Rahmen einer Klinikpartnerschaft wird in der afghanischen Provinz Herat ein Brustkrebszentrum für bessere Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten von Brustkrebs aufgebaut.

24.07.2020

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. 2018 wurden in Afghanistan 3062 neue Brustkrebsfälle gemeldet. Dort war Brustkrebs im selben Jahr für 11,7 Prozent aller durch Krebs verursachten Tode verantwortlich. In Afghanistan fehlt es jedoch an umfassenden Diagnose- und Therapiesystemen. Deshalb setzt sich die Brustkrebsintitative für bessere Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten ein.

Ernst Hanisch vom RC Offenbach-Dreieich ist seit Jahren dabei. Er weiß: Zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit wurden bereits 1247 Frauen in der Brust-Selbstuntersuchung und zur Frühdiagnose von Brustkrebs geschult. Darüber hinaus wurden zwölf Seminare für 512 Mitarbeiter des Gesundheitswesens abgehalten sowie 1000 Broschüren und ein Film zur Aufklärung vorbereitet. Zur Gründung eines spezialisierten Tumorboards wurden in Indien sechs medizinische Fachkräfte für Brustkrebs-Diagnose und -Behandlung ausgebildet. Es war das erste Mal überhaupt in Afghanistan, dass ein engagiertes Team von Fachkräften ausgebildet wurde.

Inzwischen stellten sich bereits 632 Frauen mit Brustproblemen im Kimia-Krankenhaus vor. Durch Diagnosen mit Mammografie, Ultraschall, Biopsie, und histopathologischen Verfahren, konnten 44 Frauen mit Brustkrebs identifiziert und behandelt werden. Für die Fortsetzung dieses Projekts wurden zudem potenzielle Ressourcen identifiziert und eine Datenbank entwickelt.

Mit der Initiative konnte die Öffentlichkeit sensibilisiert werden. Weiterhin war es möglich, Gesundheitspersonal auszubilden und Brustkrebspatientinnen in der Provinz Herat besser zu behandeln. Für den Fortbestand des Projektes ist nun langfristiges Engagement und die Unterstützung der lokalen und nationalen Behörden erforderlich. Erst kürzlich wurden weitere Fördermittel zugesagt.

Mehr Informationen: Ernst Hanisch, Rotary Club Offenbach-Dreieich