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Nepal

Herzkatheterlabor in Betrieb

Nepal - Herzkatheterlabor in Betrieb
Voller Tatendrang: (v.l.) Dr. S.Humagain (Oberarzt der Abteilung), Katheterschwester Sunya, Professor Bernd Waldecker, die Leiterin des HKL Schwester Rashsmi Maharjan sowie der Departments-Chefarzt Dr. Rajendra Koju im neuen HKL.

Bernd Waldecker10.12.2012

Die German Rotary Volunteer Doctors (GRVD) haben eine erfolgreiche Kooperation zwischen der Medizinischen Klinik I des Krankenhauses Schwetzingen und dem Dhulikhel Hospital in Nepal unterstützt. So kam Ende 2009 Dr. Rajendra Koju, leitender Kardiologe des Dhulikhel Hospitals, zu einer Hospitation im Bereich Kardiologie an die Med. Klinik I des Krankenhauses Schwetzingen – organisiert und teilfinanziert durch den GRVD e.V. Gegründet als nicht staatliches Krankenhaus für „primary care“, wird das Hospital in Dhulikhel vom GRVD seit Langem unterstützt. Es hat sich innerhalb von nur 15 Jahren zu einem medizinischen Zentrum der Region entwickelt. Da dem Hospital aus finanziellen und personellen Gründen ein Herzkatheterlabor (HKL) zur kompletten Versorgung von Herzpatienten fehlte, wurde das Projekt „HKL Dhulikhel“ ins Leben gerufen. Ein HKL besteht im Kern aus einer digitalen Röntgenanlage mit entsprechender Peripherie und Steuereinrichtungen, um mithilfe von Kathetern (Herz-)Gefäßdarstellungen anzufertigen und gegebenenfalls Behandlungen durchzuführen.

Nach Nepal zurückgekehrt, gewann Dr. Rajendra Koju einen australischen Rotary Club als Sponsor, der ein komplettes (gebrauchtes) HKL aufkaufte und es – vollständig zerlegt – in Kisten nach Dhulikhel brachte. Gleichzeitig wurden in Schwetzingen eine Krankenschwester und ein Kardiologe aus Dhulikhel auf ihre Aufgaben vorbereitet. Neben der Ausbildung am Herzkathetertisch wurde vorbereitend auf den späteren Einsatz in Nepal die gesamte Logistik des HKL Schwetzingen auf nepalesische Verhältnisse übertragen.

Australische Techniker bauten schließlich das HKL auf und es wurde feierlich mit lokaler Prominenz und dem australischen Botschafter eingeweiht. Obwohl intensiv vorbereitet, erforderte der Routinebetrieb des Herzkatheterlabors vor Ort nochmals enorme logistische Anstrengungen. Neben der Einrichtung und Inbetriebnahme selbst übernahmen die Kollegen aus Deutschland, darunter der Chefarzt der Med. Klinik I des GRN Krankenhauses Schwetzingen, Prof. Dr. med. Bernd Waldecker, vor Ort die intensive Schulung aller Personen, die die Patienten vor und nach den Eingriffen betreuen sollten. Ein nationales Symposium zur HKL-Eröffnung mit den Spitzen der nepalesischen Kardiologie und Bernd Waldecker als Redner sollte die nepalweite Akzeptanz des zweiten HKL außerhalb Kathmandus sicherstellen. Am 18. April 2012 erfolgte der erste Eingriff. Es folgten zehn weitere Untersuchungen, inklusive Angioplastien (Aufdehnungen verengter Herzkranzgefäße), die alle durch die beiden Kardiologen vor Ort komplikationsfrei unter der Supervision des Referenten vorgenommen wurden. Inzwischen ist die invasive Kardiologie in Dhulikhel etabliert. Damit hat der GRVD finanziell und konzeptionell-logistisch zu einer wesentlichen Verbesserung der kardiologischen Möglichkeiten des für die Region so wichtigen Dhulikhel Hospitals beigetragen.