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Editorial

Eine europäische Stadt

Editorial - Eine europäische Stadt
© Jessine Hein / Illustratoren

René Nehring über die Vielseitigkeit Brüssels, den Jugenddienst und mehr

René Nehring01.04.2019

Die Namen bedeutender Metropolen stehen fast immer für mehr als für die jeweilige Stadt an sich: „Washington“ ist für politisch Interessierte nicht nur der Sitz des Weißen Hauses und des Capitols, sondern das Symbol der amerikanischen Supermacht. Bei „Wien“ denken Kulturbürger nicht nur an die schöne Donaustadt, sondern auch an eine reiche Musikgeschichte oder an die einstige k.u.k.-Monarchie. Und wer von „Berlin“ spricht, ist gedanklich nicht nur beim Kurfürstendamm oder der Straße Unter den Linden, sondern schnell auch beim friderizianischen Preußen oder beim „Dritten Reich“ oder beim politischen Zentrum der heutigen Bundesrepublik.
Doch wofür steht „Brüssel“? Als Sitz der zentralen Organe der Europäischen Union wie der EU-Kommission und des Europäischen Rates wurde der Name der belgischen Hauptstadt in den vergangenen Jahren zum Inbegriff europäischer Politik schlechthin. Was genau die Menschen damit verbinden, hängt fast immer vom Standpunkt des jeweiligen Betrachters ab. Hans Magnus Enzensberger etwa nannte Brüssel in einem Essay ein „sanftes Monster“, das hinter verspiegelten Fassaden, meist verschlossenen Türen und mit einer höchst fragwürdigen Legitimationversucht, die Europäer und ihre Staaten zu entmündigen. Robert Menasse hingegen sieht in Brüssel die europäische Hauptstadt und das Symbol einer immer weiter zusammenwachsenden Staatengemeinschaft, die sukzessive den selbstzerstörerischen Nationalismus überwindet.
Unstrittig dürfte sein, dass Brüssel in vielerlei Hinsicht – vor allem jedoch mit seiner reichen Geschichte und Kultur – eine idealtypische europäische Stadt ist. Mehr darüber lesen Sie im aktuellen Heft.
 
Unter den fünf Dienstzweigen Rotarys ist der Jugenddienst zweifellos einer der aktivsten. Eine wichtige Säule seiner Aktivitäten ist – neben dem klassischen Schüleraustausch – der New Generations Service Exchange (NGSE). Dieser bietet weltoffenen Schulabsolventen, Studierenden, Auszubildenden und Berufsanfängern die Möglichkeit, in kleinen Gruppen in anderen Ländern berufliche Einblicke und Erfahrungen zu sammeln und das Land mit seiner Kultur, Geschichte und den Sehenswürdigkeiten kennenzulernen. Doch obwohl die Teilnehmer des NGSE nach ihrer Rückkehr fast immer begeistert sind, konnte sich das Programm bisher noch nicht richtig etablieren. Warum es gleichwohl mehr Aufmerksamkeit verdient hätte, beleuchten die Beiträge der aktuellen Ausgabe.
 
Nach jahrelangen Planungen steht die Rotary Convention in Hamburg nun unmittelbar vor der Tür. Anfang Juni wird – nach 1987 in München – die internationale rotarische Gemeinschaft wieder einmal zu Gast in Deutschland sein. Die letzten Vorbereitungen für das mehrtägige Programm laufen auf Hochtouren. Doch nicht nur Rotary International, sondern auch zahlreiche Clubs aus der Region, die Fellowships und das Host Organization Committee haben großartige Events vorbereitet. Was genau Sie in Hamburg erwartet, lesen Sie im aktuellen Heft.
Es grüßt Sie herzlichst Ihr
 
René Nehring
Chefredakteur