Titelthema - Künstliche Intelligenz – was ist das?

Autos fahren allein und organisieren nebenbei den Alltag: Bordcomputer und Smartphone interagieren, das Auto wird für den Fahrgast/Fahrer unterhaltsamer und sicherer. © Bosch

01.08.2016

Titelthema 

Künstliche Intelligenz – was ist das?

Was versteht man eigentlich unter künstlicher Intelligenz? Was verbirgt sich hinter dem Begriff? Experten sprechen immerhin von der „größten Herausforderung in diesem Jahrhundert“. Eine Einführung

Künstliche Intelligenz (KI), häufig auch mit dem englischen Ausdruck „artificial intelligence“ beschrieben, ist ein Forschungsbereich, in dem die Verbindung von automatischen Abläufen und intelligentem Verhalten untersucht wird. Vor allem Entwickler und Informatiker forschen im Bereich künstliche Intelligenz: Sie wollen zum Beispiel Computer so bauen und programmieren, dass sie „wie Menschen“ reagieren. Ihr Ziel ist, dass ein solcher Computer eigenständig Probleme lösen kann – und zwar abseits von Algorithmen und vorgezeichneten Lösungswegen: kreativ und umfassend.

Es geht dabei darum, sowohl intelligentes Verhalten als auch Bewusstsein und Emotionen bei einer Maschine hervorzurufen. Ebenso zielen die Visionäre in diesem Forschungszweig auf stetiges Dazulernen aus eigenen Fehlern und das Entwickeln kreative Lösungsansätze für ein Problem. Forschungen konzentrieren sich deshalb in neuerer Zeit vor allem auf die neuronalen Vernetzungen im menschlichen Gehirn.

Bereits heute gibt es menschenähnliche Roboter, die Fußballspielen – aber leider das Zusammenspiel mit anderen nur schwer erlernen. Oder solche, die in der Altenpflege helfen sollen. Bisher können diese Maschinen aber nur Standards abarbeiten. Unvorhergesehene Ereignisse – wie zum Beispiel einen Unfall - können Sie nur schwer erfassen und nur teilweise oder nicht bewältigen. Stetig wiederkehrende Handgriffe oder sehr eintönige Arbeiten sind dagegen für derartige Roboter – ob nun in menschenähnlicher Gestalt oder nicht – gut machbar. Deshalb werden sie als Teil der Automatisierung häufig in der Industrie eingesetzt.

Sprache und emotionale Entwicklung scheinen jedoch ein besonderes Problem darzustellen. Im Frühjahr 2016 startete Microsoft ein Experiment mit einem so genannten Chat-Bot. Dieser sollte die Reaktionen und Aktionen eines Teenagers simulieren. Auf Twitter wurde für den fiktiven Jugendlichen ein Account eingerichtet, den dieser eigenständig betrieb. Doch schon nach kurzer Zeit twitterte er rassistische und frauenfeindliche Aussagen. Wie das kam? Eine Gruppe Twitternutzer hatte einen koordinierten Angriff auf den künstlichen Teenager gestartet und ihn mit bestimmten Inhalten versorgt. Seine Lernfähigkeit hängt aber extrem vom Input ab – so wurde er zum Rassisten. Microsoft stoppte das Experiment nach 24 Stunden.

Potenziale und Gefahren – Forscher versuchen die Vielfalt und die Grenzen der künstlichen Intelligenz weiter auszuloten. Einen Einblick erhalten Sie im Titelthema „Künstliche Intelligenz“ des Rotary Magazins 8/2016.

Erschienen in Rotary Magazin

Rotary Magazin 12/2017

Rotary Magazin Heft 12/2017

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