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Projektabschluss

Schulneubau in Kenia

Projektabschluss - Schulneubau in Kenia
Mit Blumen begrüßt: Die Freunde aus Norddeutschland bei der Einweihung des neuen Schulgebäudes © RC Diepholz-Vechta

Neue Grundschule gesponsert: Der RC Diepholz Vechta engagiert sich in Kenia. Nun wurde ein District Grant abgeschlossen.

23.04.2019

Im Dorf Canan 30 km nordwestlich der Bezirkshauptstadt Kisumu direkt am Äquator wurde am 20. Februar 2019 eine neu erbaute vierklassige Grundschule von Fritz Kathe, Dr. Joachim Lübbe und Dr. Franz-Josef Schmidt als Vertretern des Rotary Clubs Diepholz-Vechta eingeweiht.

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Die deutschen Besucher in Canan

Der Rotary Club Diepholz-Vechta hat zusammen mit seinem Partnerclub Stadskanaal aus den Niederlanden diese Schule über die Rotary Foundation gesponsert. Dieses Projekt hatten die Rotarier 2016 anlässlich der 50-jährigen Charter des RC Diepholz-Vechta begonnen. Der Distrikt gab einen Zuschuss von 8000 Euro als District Grant.

Die Koordination der Baumaßnahmen übernahm die niederländische Kidshare Foundation. Hans van Driel, Henry Wijnroks und Cornelius van der Vlugt waren bei der Einweihung für die Kidshare Foundation ebenfalls anwesend. Kidshare hat bisher 15 Schulen in Westkenia, einem besonders armen Landesteil, errichtet.

Die Schule in Canan ist die fünfte Schule, die aus dem Kreisgebiet Vechta und der Nachbarschaft finanziert wurde. Die Ortschaft Canan ist so klein, dass sie auf Google Maps nicht zu finden ist. Kidshare arbeitet im Bezirk Kisumu mit der African Devine Church zusammen, die sich um die ärmsten Einwohner in Kenia kümmert. Über diese christliche Freikirche gelangt man zu Orten, die sonst von der Welt vergessen würden. 

Errichtet werden vierklassige Schulen als Steinbauten mit einem Lehrerzimmer und einer Sanitäreinheit einschließlich 10.000-Liter-Wasserspeicher. Ein solche Schule wird auf Antrag als Staatliche Schule anerkannt und danach garantiert für zehn Jahre vom Staat mit Lehrern versorgt.

Die Kommune muss den Grund und Boden für die Schule stellen und die Bewohner müssen 10 Prozent der Kosten des Baus selber aufbringen. Das kann in Form von Arbeitseinsatz oder der Herstellung von Ziegeln erfolgen. Es wird nach dem Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe" vorgegangen. Die Gemeinde bildet ein Projektmanagement-Komitee aus acht Personen, die das Projekt begleiten. Fest gesetzte Mitglieder sind der/die Rektor/in und der Bürgermeister. Dazu kommen sechs weitere Gemeindemitglieder. Dieses Komitee richtet ein Projektkonto ein, über das die Zahlungen für den Schulbau abgewickelt werden. Das Komitee vergibt die Baugewerke an örtliche Unternehmer. Vier Komiteemitglieder sind zeichnungsberechtigt und müssen gemeinsam die Zahlungen an die Unternehmer unterschreiben unter der Kontrolle von kidshare. Damit wird Korruption bisher ausgeschlossen. 

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Die neuen Toiletten mitten zwischen den Felsen

Die Weiterentwicklung der Schule muss dann die Gemeinde übernehmen. Folgefinanzierungen gibt es nicht. Beim Bau der Schulen mussten teilweise große Schwierigkeiten überwunden werden. Eine Schule in der Gemeinde Gamadusi ist nicht mit Fahrzeugen zu erreichen. Alle Baumaterialen wie Steine, Zementsäcke, Sand, Stahlfenster und Türen, Dachbalken und Bleche fürs Dach wurden von den Frauen landesüblich auf dem Kopf über eine Strecke von 1,5 km zum Bauplatz getragen. In Canan gab es bis 3 m hohe Findlinge, die landesüblich von einem „Medizinmann“ mit Feuer und Holzkeilen gespalten bzw. von den Frauen unter dieser Behandlung auseinander gezogen und abtransportiert wurden.

Die Kinder vor Ort lernen mit Eifer und sind ebenso wie die Eltern fest davon überzeugt, dass sie durch eine Schulbildung ihren Traumberuf erreichen können. Eine solide Schule mit guten Sanitäreinrichtungen erlebt erfahrungsgemäß nach Fertigstellung einen  großen Zulauf, da sie sich positiv von den bestehenden Lehmhüttenschulen abhebt. Bei entsprechenden Schülerzahlen kann der kenianische Staat die Schule bis auf 8 Klassen erweitern. Somit ist die Nachhaltigkeit der Projekte gewährleistet. Alle eingesammelten Geldmittel - im Falle von Canan 40.500-Euro - gehen direkt in das Projekt. Verwaltungsgebühren oder gar Reisekosten werden nicht von den Spendengeldern bestritten. Das gespendete Geld kommt eins zu eins bei den Menschen in Kenia an. Denn: Bildung ist der Schlüssel für eine selbstbestimmte Lebensperspektive dieser Kinder.

In Kisumu kam es zu einem Meeting mit Mitgliedern des RC Kisumu. Der Club wurde 1962 gechartert und ist vier Jahre älter als der RC Diepholz-Vechta. Derzeit hat der RC Kisumu 17 Mitglieder, davon zehn Frauen. Das entspricht dem Eindruck der deutschen Rotarier beim Besuch in Kenia, dass in Afrika der weibliche Teil der Gesellschaft der aktivere ist.

Anlässlich des Kontaktes vor Ort wurden Pläne geschmiedet eine weitere Schule in Kisumu, die der RC Kisumu unterstützt, im Rahmen eines Global Grant aus seinem Wellblechdasein herauszuholen und eine Schule in einem weiteren winzigen Ort - Shirulu - aus den Lehmhütten. Insbesondere muss die Sanitärsituation mit ordentlichen Latrinen und Wasserspeichern verbessert werden.

Dr. Franz-Josef Schmidt
RC Diepholz-Vechta