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Dillenburg/Gießen

Der Trüffelmann kam nach Oberhessen

Dillenburg/Gießen - Der Trüffelmann kam nach Oberhessen
Der Trüffelmann aus Orange. In dem Kostüm tritt er auch in Orange auf. Er berichtete über die Trüffel selbst und ihre Verarbeitung in der Küche. © Ulrich Mai (alle Fotos)

Der Rotary Club Dillenburg führte mit Unterstützung französischer Freunde ein Benefiz-Trüffelessen durch. Der Erlös ging an krebskranke Kinder.

Christian Kaiser16.07.2018

RC Dillenburg, RC Orange, Trüffel, Benefiz
Da war die Erwartung schon groß, doch das Getränketeam hatte sich auf den "Trüffel-Abend" gut vorbereitet.

Die Beziehungen der Dillenburger Rotarier zu ihrem französischen Kontaktclub in Orange sind eng, freundschaftlich und darüber hinaus vielfältiger Natur. Unter anderem bezieht der Club schon seit Jahrzehnten seinen Rotwein von den dortigen rotarischen Weingutsbesitzern.

Hinzu kommen familiäre Bindungen. So stammt die Frau von Pastpräsident Thomas Schmehl aus der Nähe von Orange – mit der Folge, dass beide öfter - außer den Verwandten - die Veranstaltungen des RC Orange besuchten.

Hier besonders spektakulär das bereits seit zehn Jahren durchgeführte Benefiz-Trüffelessen mit 400 zahlenden Gästen. Auch der Getränkeverkauf ist inbegriffen und so kommt dabei großes Geld zusammen - auch weil ein rotarischer Trüffelfarmer die kostbaren Edelknollen spendet und die Rotarier das gesamte Personal stellen.  

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Ein Modell zum Nachmachen: Die Dillenburger kopierten ihre französischen Freunde - mit Erfolg. Es gab gute Stimmung von Anfang an.

Als Präsident Dirk Krombach neben dem traditionellen Golfturnier mit 10.000 Euro Reinerlös eine weitere Benefizveranstaltung, diesmal für krebskranke Kinder, durchführen wollte, kam Thomas Schmehl schnell mit der Idee, das Trüffelmodell zu kopieren.

Die französischen Freunde zeigten sich spontan sehr kooperativ. So wurde zur Schulung eine Dillenburger Delegation in die Vorbereitungen ihres Trüffelessens eingebunden und dabei in die besonderen kulinarischen Geheimnisse eingeweiht.

Für die hessische Trüffelpremiere nahmen vier französische Freunde den langen Weg auf sich, um mit Rat, aber auch mit Tat zur Seite zu stehen.

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Hier die Eier mit Trüffeln in genormten Behältern

Die Trüffel waren bereits einige Tage zuvor in Herborn eingetroffen, da der Geruch/Geschmack über längere Zeit an die Omelett-Eier abgegeben werden muss.

Nach einer gelungenen Generalprobe ging es dann am Veranstaltungsabend Schlag auf Schlag: Die Gäste – darunter Freunde des Clubs und Personen des öffentlichen Lebens – strömten in die Burger Stadthalle und der Puls der Verantwortlichen legte einige Schläge zu. Doch das 25-köpfige Team, bestehend aus Rotariern, Ehefrauen und den beiden Stipendiatinnen, meisterte bravourös alle logistischen und organisatorischen Herausforderungen sowie die anfallenden Arbeiten - von der Küche übers Servieren bis zum Getränkeverkauf.  

Nach der Begrüßung durch Clubpräsident Dirk Krombach meldete sich auch Bürgermeister Hans Benner zu Wort und dankte den Rotariern für ihr umfangreiches soziales Engagement.

Ein Höhepunkt war der Auftritt des Trüffelmanns aus Orange. In vollem Ornat berichtete er anschaulich über die Trüffelsuche und die Verarbeitung in der Küche und gab dem staunenden Publikum dabei auch noch das eine oder andere Geheimnis preis.   

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Das Serviceteam hatte wie die Küchenmannschaft einen guten Job gemacht und wurde laut beklatscht.

Der erwirtschaftete Reingewinn in Höhe von 4000 Euro wurde kürzlich an den Elternverein für krebskranke Kinder der Station Peiper in Gießen übergeben. Dieser 1982 gegründete Verein mit inzwischen 450 Mitgliedern sammelt Spenden für neue Forschungsprojekte - seit seiner Gründung inzwischen mehr als 20 Millionen Euro - und kümmert sich um die Betreuung der betroffenen Kinder und ihrer Eltern. Vor allem um diesen trotz des Leidens ein halbwegs normales Leben zu ermöglichen.  

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Große Freude bei Elternverein über die Spende aus dem Trüffel-Essen
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Kleine Freude danach: Dankeschön!

In seinem abschließenden Resümee identifizierte Clubpräsident Dirk Krombach neben den krebskranken Kinder viele weitere Gewinner der Trüffelaktion: Neben den freundschaftlichen Banden mit den französischen Partnern wurden durch das  „Hands-On-Projekt“ auch die Freundschaften im Club gestärkt. 

Last not least trug die Aktion – unterstützt durch geschickte Medienarbeit - dazu bei, ein positives Bild Rotarys in der Öffentlichkeit zu zeichnen.

Christian Kaiser

Christian Kaiser wurde 1942 in Hessen geboren, machte Abitur in Hanau. Studium der Agrarwissenschaften in Göttingen und Bonn mit Promotion. Pächter der Hessischen Staatsdomäne Kinzigheimerhof bis 2004. Öbuv. Sachverständiger. Verheiratet, zwei Kinder. Seit 1981 im RC Hanau. Präsident 1999/2000, PHF+3 und Distriktberichterstatter für D 1820.