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Fürstenfeldbruck

"Es hat mir mega geholfen"

Fürstenfeldbruck -
Training von Angesicht zu Angesicht: Bruno und Selda im Einzelgespräch mit dem ehemaligen Familienrichter Peter Maly-Motta. © Max-Joseph Kronenbitter

Einmal im Monat laufen Herren im Anzug durch die Mittelschule West. Aber sie sind weder von der Schulaufsicht noch von der Staatsanwaltschaft, sondern helfen Schülern beim Berufsstart.

Carsten Zehm01.06.2019

Das Projekt des Rotary Clubs Fürstenfeldbruck heißt intern einfach „Mittelschulprojekt“. Dahinter verbirgt sich die Idee, dass Rotarier mit ihren Erfahrungen als Führungskräfte unterschiedlicher Branchen Schüler ins Berufsleben begleiten. „Wir erläutern ihnen authentisch die Sicht der Wirtschaft, fördern sie in ihrer persönlichen Entwicklung und sagen, worauf es ankommt“, berichtet der Rotarier und ehemalige Leiter der staatlichen Fach- und Berufsoberschule Otto Kolbe.

Unmittelbar gefordert
Ziel sei es, die Schüler auf alles vorzubereiten, was für einen Start in das Berufsleben notwendig ist: Persönlichkeitsbildung, gute Bewerbungsmappen für Praktika oder eine Lehrstelle und ein sicheres Auftreten beim Bewerbungsgespräch. „Die Schüler sind durch die Einzelgespräche unmittelbar gefordert, das können wir im normalen Schulbetrieb gar nicht darstellen“, lobt 9c-Klassenlehrerin Patricia Klotz das Projekt. Indirekt steigen auch die schulischen Leistungen, weil die Profis aus der Wirtschaft die Schüler zu mehr Ehrgeiz motivieren.

Vier Rotarier pro Klasse
Vor zwölf Jahren erkannten die Brucker Rotarier, dass die damaligen Hauptschüler kaum berufliche Perspektiven hatten, und wendeten sich der Schule am Asambogen zu. „Nach vielen Gesprächen mit Landratsamt, Schulamt und Rektoren starteten wir das Projekt und konnten so viele unserer Mitglieder zur ehrenamtlichen Mitarbeit gewinnen, dass auch heute noch pro Klasse bis zu vier Rotarier zur Verfügung stehen“, berichtet Wilhelm Schüler, der damals maßgeblich das Konzept erstellte.

Heute Pulli, morgen Anzug
Auch für die Lehrkräfte sei es ein Gewinn, weil sie beim anschließenden Austausch eine externe Einschätzung erfahren. Und die Schüler? In der abschließenden Feedback-Umfrage schreiben sie: „Es hat mir mega geholfen, meine Lehrstelle zu finden.“ Und: „Ich finde es super, dass jemand so etwas an Schulen macht.“ Im Prinzip ist es also nicht ausgeschlossen, dass die Schüler, die heute noch mit Labber-Hoody durchs Schulhaus schlurfen, eines Tages mit dem Anzug kommen und der nächsten Schülergeneration von ihrem Start in das Berufsleben berichten.