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Frankfurt am Main

MENTEA

Frankfurt am Main - MENTEA
Amir (Mitte) mit seinen Kollegen beim Workshop © Beramí berufliche Integration e.v.

Rotarier vom Main beließen es nicht bei Spenden für junge Geflüchtete, sondern initiierten ein Mentoren-Projekt

Christian Kaiser01.07.2018

Bereits 2009 musste Amir Hosseinzada mit seiner Familie aus Afghanistan in den Iran fliehen. Hier fristeten alle ein ärmliches Dasein. Wegen der absoluten Perspektivlosigkeit machte sich Amir nach fünf Jahren allein auf den Weg und erreichte schließlich Deutschland. Mit viel Energie und Fleiß schaffte der inzwischen Volljährige hier den Hauptschulabschluss. In der Vorbereitung darauf wurde er bereits unterstützt von seinem Mentor Andreas Goetz (RC Frankfurt-Friedensbrücke).

Interkulturelles Training
Zueinander gefunden hatten die beiden über MENTEA, ein Mentoren-Programm für junge Geflüchtete, das von den Rotary Clubs Frankfurt-Städel, Frankfurt-Friedensbrücke und Frankfurt-International initiiert worden war. Das mit öffentlichen Mitteln geförderte Projekt wird von „beramí berufliche Integration e. V.“ eng geführt und begleitet. So absolvieren die Mentoren gleich zu Beginn ein interkulturelles Training. Neben Auftakt-, Zwischenbilanz- und Abschlussveranstaltung sind Termine für Supervision und Reflexion eingeplant.

Vorbildliche Kommunikation
Über den Fortgang des Projektes wird von Georg-Christof Bertsch, Öffentlichkeitsarbeit beim RC Frankfurt-Friedensbrücke, regelmäßig in Bulletins berichtet. Gleich in der ersten Ausgabe bringt Clubfreund Aslak Petersen, Sprecher der zwölf rotarischen Mentorinnen und Mentoren, die Aufgaben auf den Punkt: „Bei schulischen Themen unterstützen, bei der Berufsfeldorientierung beraten, Praktikumsstellen vermitteln und im Bewerbungsprozess für eine Lehrstelle begleiten“. Hoch sind die Erwartungen an die Mentoren bezüglich der Vermittlung von Praktika und Lehrstellen – verfügen Rotarier meist doch über geeignete Kontakte.

Zurück zu Amir: In Gesprächen mit Berufsberatern entdeckte Amir seine Neigung zum Handwerk und begann ein Praktikum als Steinmetz. Seine Chefin erkannte schnell sein Geschick, seine Zuverlässigkeit und seinen Fleiß und bot ihm eine Lehrstelle an. Als der Betrieb ihm aus organisatorischen Gründen absagte, war die Enttäuschung groß, aber mithilfe seines Mentors fand Amir Ersatz bei einem Dachdeckerbetrieb. Andreas Goetz wird Amir nun über das geplante Jahr hinaus begleiten – um ihm Sicherheit zu geben und auch um verbliebene Defizite in Deutsch und Mathe anzugehen.

Mentoren gesucht
Nach der erfolgreichen Pilotphase von MENTEA war die Anschlussfinanzierung schnell gesichert und im Juni startete eine neue Runde mit der Auswahl von Mentoren und Mentees. Interessenten melden sich bitte unter linder@berami.de bei der Projektleiterin Anine Linder.

Christian Kaiser

Christian Kaiser wurde 1942 in Hessen geboren, machte Abitur in Hanau. Studium der Agrarwissenschaften in Göttingen und Bonn mit Promotion. Pächter der Hessischen Staatsdomäne Kinzigheimerhof bis 2004. Öbuv. Sachverständiger. Verheiratet, zwei Kinder. Seit 1981 im RC Hanau. Präsident 1999/2000, PHF+3 und Distriktberichterstatter für D 1820.