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Kronberg

Rotary ist attraktiv

Kronberg - Rotary ist attraktiv
Gerhard Thutewohl bekommt zu seinem Abschied von der "New Generation" ein Ständchen und Standing Ovations. © Christoph Müller

Der scheidende Governor Dirk Freytag sieht mit der Gründung von drei weiteren Clubs sein Jahresmotto „Rotary ist attraktiv“ bestätigt.

Christian Kaiser18.06.2018

„Frieden und Völkerverständigung“ war – wohl unserer bewegten Zeit geschuldet - eines der ersten Themen beim Governorabend, dem festlichen Auftakt zur Distriktkonferenz des D 1820.

So überbrachte Gabi Oren, Pastgovernor aus Israel, die Grüße des Weltpräsidenten und berichtete vom Paul-Harris-Peace-Forest im Norden seines Landes, der jetzt in der Negev-Wüste einen Ableger bekommen soll. Sehr zufrieden äußerte er sich zu einem vom Länderausschuss initiierten Austausch von Interactern, der zu vielen Freundschaften geführt habe. Der scheidende Governor Dirk Freytag würdigte die dort geleistete Arbeit und verlieh PDG Christof Hottenrott, Vorsitzender des Länderausschusses Deutschland-Israel, eine PHF-Auszeichnung. Ausgezeichnet wurde auch PDG Bernhard Maisch, Vorsitzender des Länderausschusses Deutschland-Südliches Afrika.

Auch in der Tischrede ging es um Frieden. Reinhard Fröhlich (RC Bad Homburg) spannte einen weiten Bogen von einer Gedenkfahrt der Wiesbadener Rotarier mit Partnerclubs nach Verdun über den veritablen Fußballkrieg in den 60er Jahren in Mittelamerika bis zur bevorstehenden Fußball-WM. Er schloss mit einem Zitat von Rotarier John F. Kennedy: "Ich spreche vom wirklichen Frieden, nicht nur für Amerikaner, sondern für alle Männer und Frauen, nicht nur für heute, sondern für alle Zeit!"

Nach dem ernsten Thema sorgte das Ehepaar Schwerdtfeger mit rotarischem Kabarett für lockere Unterhaltung, ehe dann ein DJ die Gäste bis nach Mitternacht auf die Tanzfläche lockte.

 „Soll und Haben – Bilanz eines Governorjahres“ so lautete der erste Programmpunkt des nächsten Tages. Anders als seinem Namensvetter in dem bekannten Roman ging es Dirk Freytag nicht um Sozialkritik, sondern tatsächlich um Zahlen und Fakten. Und die können sich wahrlich sehen lassen. Wurde doch sein Motto „Rotary ist attraktiv“ eindrucksvoll durch Neugründungen bestätigt: So konnte Dirk Freytag die Rotary Clubs Stadtallendorf, Taunusstein und Eltville-Rhein-Main mit Übergabe der Charterurkunden an ihre Präsidenten in die rotarische Familie aufnehmen. Und die Jugend im Distrikt 1820 zog nach - mit der Gründung von drei Interact- und zwei Rotaract-Clubs.

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Wie bei jeder Distriktkonferenz war auch diesmal der Bühnenauftritt der mehr als 50 In- und Outbounds ein Höhepunkt. Humorvolle Erfahrungsberichte, Tanz- und Gesangseinlagen und das bunte Bild der Jugendlichen sorgten für eine ganz besonders emotionale Stimmung im Saal.

Gerhard Thutewohl (RC Bad Vilbel) bekam für seine Arbeit als Vorsitzender des Jugenddienstes im Distrikt langanhaltende Standing Ovations und gibt nun nach sechs Jahren sein Amt weiter an den bisherigen Betreuer der Inbounds Kurt Wengenroth (RC Marburg); dieser wurde mit einem PHF ausgezeichnet.   

Der im Anschluss vorgestellte DGN 2020/21 Henning von Vieregge (RC Frankfurt-Alte Oper) kündigte an, dass er in seinem Jahr den älteren Rotariern mehr Aufmerksamkeit widmen möchte - handele es sich doch hier häufig um die eigentlichen „Leistungsträger“ in der rotarischen Gemeinschaft. Der Berichterstatter denkt dabei spontan an den scheidenden DG Dirk Freytag, der doch erst nach Pensionseintritt Rotarier geworden ist und seither mit hohem rotarischen Engagement beeindruckt hat.

Reinhild Link (RC Wiesbaden-Nassau) gibt nach zwölf Jahren ihr Amt als Verantwortliche für das Distriktprojekt gesundekids an Catharina Maulbecker-Armstrong (RC Wiesbaden) weiter. In Würdigung ihrer Verdienste wurde Reinhild Link eine PHF-Auszeichnung verliehen. Gesundekids soll auf der International Convention 2019 in Hamburg vorgestellt und der weiteren rotarischen Öffentlichkeit empfohlen werden. Frau Dr. Auma Obama konnte inzwischen als Botschafterin für gesundekids gewonnen werden.

Auch Wolfgang Engelhard (RC Wetter), Vorsitzender des Distrikt-Ausschusses Werte, Bildung und Beruf freut sich über die Ehrung mit einem PHF.

Im Anschluss an den eindrucksvollen Auftritt der russischen Stipendiaten mit ihrer Betreuerin Gudrun Dietrich (RC Bad Vilbel) eroberten - passend zu „50 Jahre Rotaract“ - um die 50 Rotaracter aus allen 15 Clubs im Distrikt 1820 die Bühne. Besonders geehrt wurde der RAC Marburg, der bereits 1968 als erster im Distrikt gechartert wurde.

Sprecher Alexander Storck stellte verschiedene Projekte vor wie „Kauf eins mehr“ und warb einmal mehr für das „kidscamp“, das im Sommer wieder in Münchhausen stattfinden wird. 

Der Rotaract-Challenge-Award, für den nach einem ausgeklügelten Punktesystem die Leistungen der Clubs bewertet werden, ging in diesem Jahr an die Rotaract Clubs in Kassel (1), Bad Hersfeld/Rothenburg (2) und Marburg (3).  

Viel Lob gab es für die Aktion „Room-4-Rotaract“, die sehr erfolgreich angelaufen ist. Die Idee von DG Freytag, dass Rotarier Zimmer an Rotaracter im Studium vermieten, soll jetzt auch distriktübergreifend propagiert werden.

Mit dem gekonnten Vortrag der anlässlich des 50. Jubiläums komponierten Rotaract-Hymne „Wir sind Rotaracter“ hatten die Rotaracter den perfekten Abgang. 

Zum Ende des Tages gab es die Übergabe des Staffelholzes an Karl-Heinrich (Carlo) Link, den Distriktgovernor 2018/19. „Polio - der Endspurt muss gelingen“ steht für den emeritierten Medizinprofessor verständlicherweise ganz oben auf der Agenda. Gleich daneben natürlich „gesundekids“, das Distrikt-Projekt, das auf der Convention in Hamburg den Rotariern aus aller Welt nahegebracht werden soll. „Grenzen gemeinsam überbrücken“, das mit dem „Wiesbadener Modell“ im Kleinen praktizierte Prinzip, stellt sich der neue Governor in größerem Maßstab vor – etwa Global Grants auf Ebene der Distriktbereiche oder gar ein distriktweites Projekt.

Schließlich will Carlo Link die Jugend stärker einbinden „So, wie Rotary die Jugend fördert, so soll auch umgekehrt die Jugend Rotary beflügeln.“

Christian Kaiser

Christian Kaiser wurde 1942 in Hessen geboren, machte Abitur in Hanau. Studium der Agrarwissenschaften in Göttingen und Bonn mit Promotion. Pächter der Hessischen Staatsdomäne Kinzigheimerhof bis 2004. Öbuv. Sachverständiger. Verheiratet, zwei Kinder. Seit 1981 im RC Hanau. Präsident 1999/2000, PHF+3 und Distriktberichterstatter für D 1820.