Rotary Institute in Montpellier  - „Lasst uns Jugend wagen“

Teilnehmer des Rotary Institutes in Montpellier – die Jugend stand im Fokus der Veranstaltung. © Antoine Aillot

01.12.2017

Rotary Institute in Montpellier  

„Lasst uns Jugend wagen“

Peter Iblher

Vorträge von zwei begnadeten Rednern brachten die Veranstaltung auf höchste Touren.

Mit dem Bericht junger Rotarier über Projekte, die sie gestaltet haben, nahm das Institut in Montpellier für die Zonen 11, 13, 14, 18 und Teile von 19 richtig Fahrt auf. Ihre Initiative und Durchschlagskraft boten überzeugende Argumente gegen die zähe Zurückhaltung vieler Clubs, junge Leute aufzunehmen. Die Vorträge von zwei begnadeten Rednern brachten die Veranstaltung auf höchste Touren.

Modellvielfalt
Vincent Cespedes, Philosoph der Pariser Universität, bekannt durch sein Buch „Lasst uns Jugend wagen“ (Osons la jeunesse), steht für ein Jugendmodell von Menschen bis zu einem Alter von 30 Jahren. Im persönlichen Werdegang sind bis dahin die grundlegenden menschlichen Entscheidungen zu treffen, die neue Lebensmodelle verwirklichen und wesentliche gesellschaftliche Veränderungen herbeiführen können – auch in negativer Richtung.
Er zeigte eine gewisse Skepsis, ob das Modell gleichartiger Werte bei Rotary sich in der Vielfalt der menschlichen Partner wiederfindet. Die Nutzung der großen Gestaltungsenergien jüngerer Menschen biete aber ein großes Potenzial für humanitäre Einsätze.
Danach sprach der Textilunternehmer Pierre Mestre. Er ging mit einem anderen Jugendmodell davon aus, über das biolo- gische Alter hinaus jung zu bleiben, wenn man offen genug ist, sich immer wieder an Kunden- und Mitarbeitertrends zu eichen. Er leitete dies von seiner eigenen Erfahrung ab, begonnen mit dem Verkauf von Modeartikeln an Mitschüler, der für ihn sensationellen Begegnung mit angebotshungrigen Ostdeutschen nach dem Mauerfall und dem Erlebnis des mehrfachen eigenen Scheiterns, weil er nicht sensibel genug für Veränderungen war.  
Bei der Flaggenparade und anderen Gelegenheiten wurde immer wieder Sam Oworis gedacht, offensichtlich hat er mehr Rotarier beeindruckt, als man in unseren Breiten erwartet hätte.

Wertevorstellungen
Auf diesen Grundlagen präsentierten am zweiten Tag viele junge Rotarier in Film- beiträgen und persönlichen Berichten ihre Wertevorstellungen. Vereinfacht könnte man sie so zusammenfassen: mit Freunden zusammen gemeinsam auf ein gesellschaftliches Problem stoßen – sofort Hilfe organisieren – daran lernen – erweitern auf neue Zielgruppen und Mitwirkende. Die Arbeitsgruppen zu diesen Fragen bezogen die jungen Referenten ein und waren ebenfalls dynamisch und ergiebig. Im nächsten Arbeitsblock ging es um den Einsatz junger Berufstätiger für die Entwicklung bestehender und neuer Clubs. Entscheidende Begriffe waren hier: Flexibilität des Meetingformats, Abstimmung auf die berufliche Situation jüngerer Menschen, stärkere Altersmischung, schnellere rotarische „Aufstiegsmöglichkeiten“ und Verantwortung für jüngeren Nachwuchs, eher soziale Medien als Internet. Barry Rassin, incoming RI-Präsident, war sichtlich beeindruckt vom jugendlichen Engagement und versprach für sein Jahr (2018/19), diese Anregungen rundum aufzugreifen.
Am dritten Tag des Instituts skizzierte der Youtuber Nicolas Popovitch, wie sich über die Veränderung der Kommunikationsmedien Welten für neue Geschäftsmodelle öffnen, wie sich erfolgreiche Unternehmensansätze regional vervielfachen lassen und was für Zusatzdienste sich dabei ergeben.

Institute in Nürnberg 2018
Zum Abschluss des Instituts gab er damit auch schon einen Auftakt zum nächsten Institut in Nürnberg. Dieses wird sich über die neue Welt der Kommunikation hinaus mit den Möglichkeiten der Digitalisierung für humanitäre Projekte befassen, sei es in der Telemedizin, sei es beim Einsatz von Drohnen in humanitären Projekten oder beim lokalen 3D-Druck notwendiger Ausrüstungsgegenstände.
Das Institut findet vom 21. bis 23. September 2018 auf dem Messegelände der fränkischen Metropole statt. 

Weitere Informationen unter rotaryinstitute-nuernberg.rotary.de

Erschienen in Rotary Magazin 12/2017

Peter Iblher
Peter Iblher (RC Nürnberg-Reichswald) ist seit 1990 Rotarier und war im Jahr 2007/08 Governor im D 1880. 2010 bis 2014 war er Vertreter des RI-Präsidenten und seit 2011 Governor- und PETS-Trainer International und Regional. Er war CoL-Beauftragter 2013 und 2016 sowie Rotary Coordinator der Zonen 14/19 mit Zuständigkeit für Mitgliedschafts- und Clubentwicklung (2013–16). 2017/18 ist er RI Director für die Zonen 13, 14 und 18B.

Rotary Magazin 12/2017

Rotary Magazin Heft 12/2017

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