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Menschenstrom gen Europa

Seit Monaten beherrscht die Flüchtlingswelle unsere Nachrichten. Anmerkungen von György Konrád über das Dilemma der europäischen Politik, die nicht alle Flüchtlinge aufnehmen kann und sich doch um sie kümmern muss.

György Konrád07.04.2016

Der Nahe Osten und Afrika überfluten Europa. Einer Epidemie gleich schwellen die Migrantenwogen an. Die Daheimgebliebenen sind verunsichert: Vielleicht haben die Weggegangenen ja Recht. Dieser Seelenzustand ist mir von 1956 vertraut. Eine kollektive Gemütsbewegung ließ die mir Nahestehenden außer Landes gehen. Die am Ort des Aufbruchs Lebenden grübeln: Wenn der zum Handeln Entschlossene X geht, dann wird sich ihm der schwankende Y anschließen.

Billigen kann man auch den Strom der Armen und Unterdrückten zu den Freien und Wohlhabenden. Etwa ein Viertel der Menschheit lebt in Demokratien, drei Viertel dagegen in repressiven Regimen. Das eine Viertel aber kann die drei Viertel nicht aufnehmen. Europa ist weder materiell noch psychisch imstande, die Sorgen und Nöte der Menschheit zu lösen.

Mehrheitlich drängen Muslime ins jüdisch-christliche, demokratische oder danach strebende Europa. Es strömt eine Facebook-Gemeinschaft herein. Die Reaktion darauf: Mitgefühl und Vorsicht. Doch die Herzlichkeit des Gastgebers ist an Bedingungen geknüpft, ist ein vergänglicher Seelenzustand; der Fremde muss dafür arbeiten.

DER DRITTE TOTALITARISMUS
Im Verlauf meiner dreiundachtzig Lebensjahre hatte ich gezwungenermaßen Gelegenheit, über drei Totalitarismen nachzudenken: über den Nazismus, den Kommunismus und seit neuestem über den Islamismus. Alle drei werden übermächtig. Im Namen von Ideen bereiten sich ihre Anhänger auf Gewalt vor, neigen dazu, gegen diejenigen, die sich ihnen in den Weg stellen, ohne Ansehen der Person rücksichtslos Mittel einzusetzen. Gegenüber den beiden ersten Totalitarismen erwies sich Europa naiv und unvorbereitet. Gegenüber dem dritten Totalitarismus verhält es sich nicht anders.

Nicht jeder Muslim ist ein dschihadistischer Kämpfer. Dazu gehört nur eine Minderheit. Die Mehrheit der Islamisten aber sind Muslime. Die neuen, vor allem muslimischen Totalitären fühlen sich unterdrückt. Wegen ihrer an Freiheitsmangel leidenden Zurückgebliebenheit ist der Groll des Verletztseins stark ausgeprägt. Mit der Stärkung der mitgebrachten Identität, dem schwärmerischen Fundamentalismus kann der Verunsicherung wirkungsvoll begegnet werden.

Wechselseitige Enttäuschung von Aufnehmenden und Aufgenommenen ist in der Situation von Massenmigrationen kaum zu vermeiden. Gekränkte Gemeinschaften aber können ihre Frustration nur schwer verzeihen. Die Einwanderer sind erst einmal auf Unterstützung angewiesen. Hernach, wenn sie sich konsolidieren, bringen sie ihre Forderungen vor. Sie sind stolz auf den Islam. Das ist naheliegend. Und sie wollen ihn verbreiten. Sie erwarten Achtung vor ihrem religiösen Gesetzbuch, der „Scharia“. Ihrerseits aber tun sie sich schwer damit, sich in die europäische Kultur und den europäischen Humanismus zu integrieren. In der von ihnen erwarteten Ordnung befinden sich die Gemeinschaften nicht neben-, sondern über- oder untereinander. Als Mehrheit soll ihre Gemeinschaft oben sein; Juden und Christen oder Konfessionslose aber sollen, wenn überhaupt, unten sein.

Ein Fünftel der Ankömmlinge sind Frauen und Kinder, vier Fünftel junge Männer, die ihre Familien gern nachkommen lassen möchten. Gelingt ihnen das, dann wird es auch einen schönen Kindersegen geben. Die Männer sind vorausgeschickt worden. Sie sollen für die Daheimgebliebenen sorgen; die weniger Mobilen haben das Geld für die Kosten aufgebracht. Die Weggegangenen sollen ein neues Zuhause für die ganze Familie schaff en. Sie sollen nicht in irgendeine kämpfende Truppe ihrer Heimat hineingezogen und nicht getötet werden, sollen sich dem entziehen. Erst schicken die Männer Geld nach Hause, bevor sie die Ehefrauen mit den Kindern nachholen und dann schließlich die anderen Verwandten. Die demographische Überlegenheit ist auf ihrer Seite.

Die früheren Einwanderer verhielten sich den Einheimischen gegenüber höflicher. Doch das ist heute schon nicht mehr so. Mit größerer Selbstsicherheit seitens der aufgenommenen Minderheit nehmen die Konflikte zu. Die aufnehmende Mehrheit aber vermag dies nicht mit der gebotenen Flexibilität zu handhaben. Reibungen und Spannungen mit scheinbar kleinen Dingen, mit selbstbewusster und vorgeschriebener Kleidung. Dann folgt der Plan zur Umgestaltung der Skyline: die Errichtung von Moscheen und Minaretten. Und es kommen die martialischen Prediger.

Das Verhältnis von zwei grundlegende Büchern, der Bibel und des Korans: Die Bibel toleriert den Koran. Umgekehrt kann dies nicht unbedingt behauptet werden. In der muslimischen Welt des Nahen Ostens und Afrikas existieren kaum Demokratie und Freiheit. Wobei meine Behauptung gegenüber der Türkei und Tunesien leicht abzuschwächen wäre. Die Intelligenz unterliegt fast überall harter Unterordnung.

Individuellen und legalen Zuzug hat es auch bisher schon gegeben, massenhaften, unkontrollierten und willkürlichen Zustrom aus der „Dritten Welt“ noch nicht. Individuelle Integration halte ich eher für möglich. Bevor der große Dammbruch in Gang gesetzt worden ist, gab es so etwas. Europa besaß die Fähigkeit, Fremdes aufzusaugen. Wenn auch in Maßen. Seine Großzügigkeit kann es nicht auf Beschleunigung umstellen.

GEGENSEITIGE ERWARTUNGEN
Der Aufnehmende wird wahrnehmen, dass die Ankömmlinge keineswegs allzu dankbar sind und immer mehr Ansprüche stellen. Die Aufgenommenen ihrerseits sehen, dass die anfangs so freundlichen Einheimischen mit einemmal weniger freundlich sind. Der Einwanderer muss begreifen, was von ihm erwartet wird. Zu behaupten, nichts anderes als die Vermeidung von Gesetzesüberschreitungen, wäre geheuchelt. Es gibt auch positive Erwartungen: Er muss den Humor und das Ergriffensein der Aufnehmenden verstehen, das, was sie als schön und hässlich ansehen, als gewinnend oder abstoßend, als nett oder bedrohlich.

Die Einwanderung ist also nicht nur eine juristische, sondern auch eine kulturelle Frage, nicht zu reden von ökonomischen und politischen Projektionen des Themas. Selbst eine noch so weise legalistische Herangehensweise macht eine kulturalistische Anschauung der Frage nicht überflüssig, ist doch der Einwanderer nicht nur ein Rechtssubjekt, sondern auch das, was er ererbt und erlernt, was er in seinem Kopf und seinen intuitiven Automatismen mitgebracht hat.

Einseitiges Vergessen liegt weder im Interesse des Herkunftslandes noch im Interesse des Aufnehmenden. Der Wanderer soll die neue mit der alten Umgebung verbinden und keine der beiden erniedrigen. Auch die Aufnehmenden sollen dessen ursprüngliche Identität nicht ablehnen und stattdessen eine neue Identität verlangen, sondern das intime und ergänzende Erlernen der neuen Identität. Nicht Verstümmelung, sondern Mehrung.

Die Klagen der aus dem Süden kommenden Einwanderer wegen einer gewissen Kälte der aus dem Norden stammenden Aufnehmenden ist nicht unbekannt. Vermutlich beruhen diese Klagen auf zutreffenden Erfahrungen. Der Einwanderer neigt allerdings dazu zu vergessen, dass ihn niemand gerufen hat. Beantragt er eine Niederlassung, muss er sich bemühen, interessant und nützlich zu sein, damit die neue Umgebung seinen Zuzug für einen Gewinn halten kann. In seltenen, glücklichen Zeiten ist die Aufnahme leicht und freundlich. Doch die großherzige Offenheit der Gemeinschaften ist ein vergängliches Geschenk, vergänglich wie schönes Wetter, es kommt und verzieht sich.

Der Einwanderer steht vor zwei Entscheidungen: nach Hause gehen, wenn die Lage daheim geordnet erscheint, oder nicht nach Hause zurückkehren und sich endgültig im Ausland niederlassen. Vorteilhafter für sein seelisches Gleichgewicht wäre eine Heimkehr und in den Jahren des Exils das Erlernen von etwas, das er in der angestammten Heimat nutzen kann. Arbeit zu finden ist nicht leicht. Wie lange soll er bleiben und auf die Großmut der Aufnehmenden angewiesen sein?

Es wäre eine glückliche Wende, würden die dafür Geeigneten unter den jungen Einwanderern ihren Aufenthalt in Europa als eine Studienreise betrachten. Nach der Rückkehr in ihr in Ordnung kommendes Zuhause könnten die jungen Migranten, die hier gelernt und studiert haben, in den Regionen ihrer Herkunftsländer Abgesandte Europas sein. Ihre mitgebrachten arabischen, farsischen und paschtunischen Sprachkenntnisse könnten in den Beziehungen
zu Europa ein großer Schatz sein. Natürlich ist es nicht ganz ungefährlich, im Orient den Okzident zu vertreten. Was wird der Vermittler sein? Dolmetscher, Gesandter, Geschäftsmann? Vielleicht ein Agent muslimischer Aufklärung? Oder umgekehrt ein Dschihadist?

In den nahöstlichen und den nordafrikanischen Militärdiktaturen gehörte die Opposition eher den religiösen Fundamentalisten an als den weltlichen Freiheitsliebenden. In Konfrontation zu den Militärdiktaturen erwies sich die muslimische Brüderlichkeit stärker als die friedliche Gesellschaft der Anhänger einer weltlichen Demokratie. In diesen Staaten funktioniert auch die Repression der Zensur gegenüber der eigenen Intelligenz. In Europa wird die große Mehrheit der Einwanderer dazu neigen, ihre schwerlich zu vermeidenden gesellschaftlich-politischen Konflikte als ethnisch-religiöse Konflikte umzudeuten. Wessen Gesetze und Souveränität respektieren sie, welche Verfassungen erkennen sie als für sich gültig an? Weltlichen Pluralismus oder religiösen Autokratismus? Werden sie die gesetzgebende und richterliche Superiorität der religiösen Instanzen akzeptieren oder ablehnen? Haben ihrer Meinung nach die Administration eines weltlichen Staats das Recht zu wissen, wer ins Land gekommen ist?

DIE HALTUNG DER EUROPÄER
Vor unseren Augen spielt sich die dominierende Volksbewegung des dritten Jahrtausends ab, einhergehend mit der Expansion des Islams und der von Süd nach Nord verlaufenden Flucht wegen des Klimawandels. Wir sehen Nationen, die den Ankömmlingen mehr oder weniger Tür und Tor geöffnet haben und sich ihnen nun bereits erschrocken verschließen. Auf der einen Seite Mitgefühl, großherzige Hilfsbereitschaft, Reue für die eigenen Untaten von gestern, das Verlangen, die Erinnerung an die Aussonderung von Menschen, die Massenvernichtung, den Holocaust im Schatten der heutigen humanen Nation verblassen zu lassen. Auf der anderen Seite sehen wir für Asylsuchende errichtete brennende Häuser und Einheimische davor, die sich freuen, dass die ungebetenen Eindringlinge darin kein Zuhause finden werden!

Welchen geduldigen Menschen befremden die ungeduldig Fordernden nicht?Welcher eifrig Gebende wird nicht sagen, dass es nun genug sei? Und in Europa, insbesondere im Osten des Kontinents, sehen wir die ärmeren Einheimischen, die ihr Dasein gerade noch fristen, die darbenden Nationen, die mit den vielen gereizten Gästen nicht sympathisieren, die erwarten, aufgenommen zu werden, weil sie einer Region den Rücken gekehrt haben, wo Stammesfehden, nationale und religiöse Zwistigkeiten üblich sind, wo Angehörige ein und desselben Volks sich wegen Glaubenunterschieden gegenseitig umbringen.

Unter den Europäern verstehen viele nicht, warum der Menschenstrom ausgerechnet hierher kommt. Werden die unaufhaltsam durch Süd- und Mitteleuropa ziehenden Migranten gefragt, ob sie hier Asyl beantragen wollen, verneinen sie. Die vor dem Tod Fliehenden streben unerschütterlich das reiche Deutschland und Skandinavien an. Nach ärmeren Orten verspüren sie kein Verlangen, was einen Anflug von Zweifel an der Behauptung aufkommen
läßt, dass sie lediglich Angst um das nackte Leben haben.

Wenn sie sich nun schon auf den Weg gemacht haben, dann lohnt es nur dorthin zu gehen, wo sie außer ihrem Unterhalt auch auf ein erkleckliches Taschengeld hoffen dürfen. Doch sind sie erst einmal an den reichen Ort gelangt, stellt sich die Frage, ob ihnen die Umstände entsprechen, ob sie dort wirklich ein Zuhause finden werden. Dies und jenes haben sie zwar gehört, doch was sie erwartet, wussten sie nicht. Schwer ist es nicht nur für sie, die Verdrießlichkeit der Aufnehmenden und die damit einhergehende Heimatlosigkeit zu ertragen, sondern auch für die Mitteleuropäer, die in den reicheren Ländern Westeuropas nach besser bezahlter Arbeit suchen.

Europäer, konfrontiert mit der Möglichkeit eines Auseinanderdriftens unserer Union, bei einem Misserfolg sind wir miteinander verbunden! Sollte das Dach des Staatenbunds über den Köpfen der Menschen einstürzen, dann wird die Zeit nervöser Unsicherheiten und Isolierung zurückkehren. Welche äußeren Kräfte sind an einem stabilen Fortbestand der EU interessiert? Und in welchem Nationalstaat mit offenen Türen werden nicht rechtsradikales, populistisches Lärmen und eine zugeknöpfte, fremdenfeindliche Stimmung erwachen? Nicht wahr, es finden sich außen und innen schadenfrohe Kräfte, denen ein Auseinanderdriften oder gar ein Zusammenbruch der EU gefallen würden? Bei großem Unheil treten die kollektiven Selbstvernichter auf den Plan, die selbst das noch unversehrt Gebliebene zerstören.

Der Migrationsfluss stärkt überall in Europa die radikale Rechte, weckt das Gefühl, dass es „genug“ sei und animiert zu lautstarken Kundgebungen. Der Verdruss wird vermutlich allgemein um sich greifen, und die Kommunen werden sich empören, weil sie nicht mehr Flüchtlinge aufnehmen wollen, weil es nicht genügend öffentliche Gebäude zur Unterbringung der ins Land Strömenden gibt.

EIN PULSIERENDER PROZESS
Es ist sehr schwierig, aus der Menschenflut diejenigen herauszufiltern, denen dort, von wo sie aufgebrochen sind, wirklich Todesgefahr gedroht hat. In ihrer Mehrheit nämlich befanden sie sich dank einer früheren Phase ihres Exodus nicht mehr in unmittelbarer Lebensgefahr. Dass sie sich der Macht eines Unterdrückungs- regimes entzögen? Nun ja, drei Viertel der Menschheit werden verschiedene tyrannische Staaten zuteil. Soll deshalb als Entschädigung für erlittene Unbill Milliarden von Menschen die deutsche oder schwedische Staatsbürgerschaft zustehen? Sollten sie stattdessen nicht besser ihre militärischen Auseinandersetzungen bremsen? Sollten sie stattdessen nicht besser menschlich miteinander umgehen? Müssten die reicheren muslimischen Länder nicht muslimische Flüchtlinge aufnehmen?

Der Einwanderungsstrom ist zufällig und von dramatischen Fällen belastet, denn es gibt kein gesichertes Wissen und keine Gerechtigkeit dahingehend, wer bleiben darf und wer die Rückkehr antreten muss. Und wohin? Auch ist unklar, wie die Abgewiesenen nach Hause in ihre Heimatländer gelangen sollen. Noch unklarer ist, wieviel Gewaltanwendung für diese Aktion erforderlich ist.

All das liegt großenteils an Zufällen. In vielen Fällen wird es wahrscheinlich mit erbittertem Widerstand einhergehen. Immer mehr Mitglieder der Union schließen ihre Grenzen. Wir gelangen in immer größere Nähe dazu, dass die Europäische Union, unter Umständen sogar in Kooperation mit der NATO, einen gemeinsamen Schengener Grenzschutz installieren wird. Was eine glücklichere Lösung zu sein scheint, als wenn er, falls bewaffnete Strenge erforderlich wäre, unter die ausschließliche Souveränität der Nationalstaaten gehören würde. Europa ist gegenwärtig ängstlicher geworden und schottet sich ab. Doch eine Bevölkerung von einer halben Milliarde wird eine Erweiterung von 0,1 bis 2 Prozent aushalten. Stimmungen funktionieren ebenso wie das Herz, das erschlafft und sich zusammenzieht, sich weitet und verengt.

Es war zu ahnen, dass nach der Politik des offenen Herzens und der ausgebreiteten Arme in der Haltung der Europäer mit der Zeit der emotionale Geiz auftauchen würde. Ich halte es für natürlich, dass in den Großstädten verschiedene Arten von Menschen würdevoll zusammenleben können. Dieses Zusammenleben kennt gute Perioden, an die wir gern zurückdenken. Doch die Migration ist ein pulsierender Prozess: Einmal gewinnt die Idee der Brüderlichkeit die Oberhand, ein andermal kommen für die Menschlichkeit trostlosere Phasen. Doch wir haben keinen Grund zu der Annahme, dass sie in Erstarrung verharren werden und wir uns auf eine dauerhafte Frostperiode einrichten müssen.

Ohne Verluste ist die Krise nicht zu bewältigen. Vielleicht wird es sogar blutige Ereignisse geben, und unverantwortlich redende Politiker und Regierungen werden stürzen. Was allerdings nicht schrecklicher ist als das bisher schon geschehene Ertrinken Hunderter von Kindern.

Aus dem Ungarischen von Hans-Henning Paetzke


 György Konrád

wurde am 2. April 1933 in der Nähe der ostungarischen Stadt Debrecen als Sohn einer jüdischen Familie geboren. Sein Prosa-Werk kreist um die Themen Nationalsozialismus, Kommunismus und die Geschichte seiner Familie. In seinen Essays setzt er sich seit den Tagen des Kalten Krieges für ein friedliches und föderales Mitteleuropa ein, wofür er im kommunistischen Ungarn bis 1989 mit einem Publikationsverbot belegt war. Von 1990 bis 1993 war Konrád Präsident der internationalen Schriftstellervereinigung P.E.N., von 1997 bis 2003 Präsident der Akademie der Künste in Berlin. 2013 erschien der Essay "Europa und die Nationalstaaten", soeben "Gästebuch. Nachsinnen über die Freiheit" (beide Suhrkamp)

 

Mehr Informationen unter: www.konradgyorgy.hu

György Konrád

György Konrád wurde am 2. April 1933 in der Nähe der ostungarischen Stadt Debrecen als Sohn einer jüdischen Familie geboren. Sein Prosa-Werk kreist um die Themen Nationalsozialismus, Kommunismus und die Geschichte seiner Familie. In seinen Essays setzt er sich seit den Tagen des Kalten Krieges für ein friedliches und föderales Mitteleuropa ein, wofür er im kommunistischen Ungarn bis 1989 mit einem Publikationsverbot belegt war. Von 1990 bis 1993 war Konrád Präsident der internationalen Schriftstellervereinigung P.E.N., von 1997 bis 2003 Präsident der Akademie der Künste in Berlin.

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