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Brief des Präsidenten

Liebe rotarische Freundinnen und Freunde,

Brief des Präsidenten - Liebe rotarische Freundinnen und Freunde,
© Rotary International

Über ein beeindruckendes Projekt in Lettland

01.04.2019

alle zwei Minuten stirbt irgendwo auf der Welt eine Frau an komplett vermeidbaren Ursachen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt. Und bei Babys, deren Mütter in den ersten sechs Wochen nach deren Geburt sterben, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass auch sie sterben, wesentlich höher als bei Babys, deren Mütter überleben. Als ich als Präsident von Rotary um die Welt gereist bin, habe ich Familien getroffen, für die dies nicht nur eine statistische Tatsache war. Doch ich lernte auch Menschen kennen, die sich der Hilfe gerade dieser bedürftigen Mütter und Kinder widmen – und das gibt mir Hoffnung. Und dass viele dieser Menschen Rotarier sind, macht mich auch stolz. Der April ist für uns der Gesundheitsmonat für Mütter und Kinder in Rotary, also ist es der perfekte Zeitpunkt, um Ihnen von einigen dieser Dinge zu erzählen, die Rotarier tun. Ich bin sicher, es wird auch Sie erfreuen.
Im vergangenen Herbst besuchte ich ein Krankenhaus in der Stadt Jekabpils in Lettland. Es ist ein modernes Krankenhaus, die Ärzte und Krankenschwestern dort sind fürsorglich, engagiert und kompetent. Aber trotz all ihres Einsatzes war die Müttersterblichkeitsrate in dem Krankenhaus hartnäckig hoch geblieben, was auf einen Faktor zurückzuführen war, der sich ihrer Kontrolle entzog: nämlich einen akuten Mangel an lebenswichtigen Diagnosegeräten und sogar an grundlegenden Geräten wie Inkubatoren.
Und genau hier kam Rotary ins Spiel. 21 Clubs aus der ganzen Welt schlossen sich zusammen, um ein Global Grant zu erhalten, das dem Krankenhaus alles zur Verfügung stellte, was es brauchte. Und im September, als ich dort die Entbindungsstation besuchte, sah ich modernste Geräte und ich traf Patienten, die die Pflege erhielten, die sie brauchten – und die jede Mutter und jedes Kind auf der Welt verdient.
In Brasilien arbeiteten Clubmitglieder mit anderen Rotariern aus Japan gemeinsam an einem Global- Grant-Projekt, das die Kapazität einer überlasteten neonatalen Intensivstation deutlich erhöhte. Neue Inkubatoren, Monitore und andere Geräte haben es dem örtlichen Krankenhaus ermöglicht, jedes Jahr viel mehr Babys das Leben zu retten. Und in der Mongolei organisierte ein Berufstrainingsteam aus Neuseeland den Unterricht in Notfalltechniken für Ärzte und Hebammen, richtete ein Programm ein, das Hebammen moderne Best Practices lehrte, und recherchierte und verfasste ein kulturell relevantes Handbuch zur Geburtshilfeausbildung. Zwischen 2013, als das Team zum ersten Mal in die Mongolei reiste, und 2017 sank die neonatale Sterblichkeitsrate in dem Land von 11,2 auf 9,1 pro 1000 Geburten. Auch die Müttersterblichkeitsrate ist signifikant gesunken.
Genau das meine ich, wenn ich über Transformational Service spreche, also einen Dienst, der wirkliche Veränderung bringt. Und das ist es, was Rotarier am besten können. Dank unserer globalen ebenso wie unserer lokalen Präsenz, die es uns ermöglicht zu sehen, was wo am meisten benötigt wird, und dank unserer Expertise, die unzählige Fähigkeiten und Berufe umfasst, können wir in einer Weise helfen, die ihresgleichen sucht. Und wir können eine Inspiration für andere sein, die ebenfalls denen helfen wollen, die unsere Unterstützung am meisten brauchen.

BARRY RASSIN
Präsident Rotary International

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