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DISTRIKT

Hartz IV weiträumig umfahren

DISTRIKT - Hartz IV weiträumig umfahren
Teilnehmer der Sommerakademie in Lüneburg bei einer Teamaufgabe

Ein clubübergreifendes Projekt soll rund 100 förderungsbedürftigen Jugendlichen eine berufliche Perspektive geben

Can Özren09.09.2012

Ist es nur ein Tropfen auf den heißen Stein? Auf jeden Fall ist es eine Chance für rund 100 Jugendliche im Gebiet des Distrikts 1890. „Wenn wir sie nicht unterstützen, werden sie vermutlich von Hartz IV leben müssen. Abgesehen vom sozialen Elend des Einzelnen wird jeder dieser Jugendlichen den Steuerzahler am Ende ein Vielfaches dessen kosten, was wir zielorientiert investieren wollen“, sagt Altpräs. Rüdiger Lang (RC Quickborn). Ein Mittel zur Verhinderung von Hartz-IV-Karrieren sei das Projekt „Sommerakademie“ der Leuphana Universität Lüneburg.

Gemeinsam mit Altpräs. Hans-Peter Haupt (RC Kiel-Düsternbrook) und Thomas Garske (RC Ahrensburg) hat Lang eine Arbeitsgruppe gegründet, um viele Clubs zur Beteiligung am „RotaryCamp 1890“ zu motivieren. „Es gilt, den durch die Bundesagentur für Arbeit nicht gedeckten Kostenanteil am Programm aufzubringen, gegebenenfalls durch Sponsoring“, so Lang. Würde sich etwa die Hälfte der 71 Clubs im Distrikt beteiligen, betrüge der jährliche Beitrag pro Club rund 2100 Euro jeweils in den Jahren 2013 bis 2015. Lang betonte, das Projekt bei zu geringer Beteiligung nicht zu starten.

Zur Verbesserung der Startbedingungen förderungsbedürftiger Schüler beteiligt sich die Bundesagentur finanziell an den Kosten des von der Leuphana Universität zu organisierenden „RotaryCamps 1890“. Ziel ist es, nach einer dreiwöchigen Klausur in den Sommerferien die Teilnehmer ab Beginn des letzten Schuljahres bis zum Erreichen des Hauptschulabschlusses regelmäßig in Kleingruppen durch Mentoren individuell zu betreuen sowie ihnen Hilfestellung bei der Veränderung ihrer Lebenseinstellung und der Lehrstellensuche zu geben. „Die rotarische Gemeinschaft ist stark genug, diese 100 Jugendlichen auf ihrem Weg in eine bessere Zukunft zu unterstützen“, sind Lang und seine Mitstreiter überzeugt.