Distrikt 1920
von Christian Haubner |
| Lesezeit: 2 Minuten

Wo Kröten zählen und gezählt werden

Linz: Ein Global Grant des RC Linz-Landhaus schafft neue Lebens­räume für Kröten, Frösche und Eidechsen

Im Frühjahr wird es ernst: Dann beginnt im Linzer Industriegebiet die Zählung jener Tiere, um die sich ein rotarisches Herzensprojekt dreht. Kröten, Frösche und Eidechsen sollen zeigen, ob sie die neuen Lebensräume annehmen, die ein Global Grant des RC Linz-Landhaus möglich gemacht hat. Die ersten Vorzeichen sind vielversprechend.

Gestartet ist das Projekt „New habitats for toads, frogs and lizards“ Anfang 2023 mit einer Idee, die Christa Pabisch vom RC Linz-Landhaus von einem Foundation-Seminar mitbrachte: ein großes Umweltprojekt aufzusetzen. Gemeinsam mit dem Biologen Fritz Schwarz, Leiter des Bo-tanischen Gartens Linz, und Andrea Ertl, Gemeindienstbeauftragte des Clubs, war schnell klar, worum es gehen soll. Man wollte dem voranschreitenden Artensterben etwas entgegensetzen und vor allem jene Tiere schützen, die besonders unter dem Verlust naturnaher Wasser- und Trockenlebensräume leiden.

Ein Profi-Team packte an

Für einen Global Grant brauchte es freilich einen Partnerclub. Den fand der RC Linz-Landhaus im RC Halle-Georg-Friedrich-Händel. Innerhalb weniger Wochen waren Beschlüsse gefasst, ein starkes, multiprofessionelles Team formiert und der ­Antrag eingereicht – mit Unterstützung externer Expertinnen und Experten sowie von Rotary International. Im Fokus steht die Wechselkröte, eine der seltensten Amphibien Österreichs. Ihre ursprünglichen Lebensräume an Donau und Traun sind verschwunden, übrig blieben nur provisorische Laichplätze. Daher haben die rotarischen ­Freunde im Juni 2025 fünf neue Amphibienteiche mit insgesamt 440 Quadratmetern Fläche im oberösterreichischen Zentralraum ­angelegt, an denen sich auch Laubfrosch, Knoblauchkröte, Gelbbauchunke und Donaukammmolch ansiedeln.

Kaulquappen gesichtet

Auf große Feiern bei den neuen Teichen hat man übrigens bewusst verzichtet. Denn Frösche mögen es ­lieber ruhig. Der Lohn der ­rotari- schen Arbeit folgte schnell: Schon im August tauchten erste Kaulquappen auf. Die eigentliche Erfolgskontrolle beginnt jedoch erst jetzt: Nun erfolgt nächtens die Zählung der trillernden Wechselkrötenmännchen. Das emotionale Ziel des Projekts ist klar ­definiert: Kinder und Enkel sollen Frösche und Kröten nicht nur aus Büchern kennen. Ein weiteres Ziel steht ebenso fest: Jeder neue Lebensraum zählt. Das ro-tarische Motto „Service Above Self“ gilt auch für Kröte, Frosch und Eidechse.


In Kürze: Hinter den ­Kulissen

Einen Blick auf die Produk­tionsabläufe des Rotary Magazins wirft die neue  Podcast-Folge von Rotary Reloaded: Frauke Eichenauer und Florian Quanz von der Redaktion stellten sich den Fragen von Verena Hahn-Oberthaler (RC Perg) und Christian Haubner (RC Freistadt). Wie gelangen die Inhalte ins Heft und auf rotary.de? Was sollten die Öffentlichkeitsbeauftragten der Clubs dazu wissen? Welche Rolle spielen E-Paper? Diese und weitere Themen kamen zur Sprache. Rotary Reloaded gibt es auf allen gängigen Plattformen.

So geht’s:

QR-Code fotografieren und reinhören.

Christian Haubner