Distrikt 1930

Clubs aus dem Distrikt setzen Zeichen der Solidarität

von Georg Ganter |
| Lesezeit: 2 Minuten

Auch mehr als zweieinhalb Jahre nach Beginn des russischen Angriffskrieges bleibt die medizinische Versorgung in vielen Regionen der Ukraine prekär. Clubs aus dem Distrikt setzen deutliche Zeichen der Solidarität – mit Projekten, die zeigen, was rotarische Hilfe bewirken kann, wenn Expertise, Kooperation und Herz zusammenspielen.

Global Grant-Projekt "Ukrainehilfe" des RC Lahr

Dank der finanziellen Unterstützung mehrerer Clubs aus dem Distrikt 1930 konnte das neue Projekt "Ukrainehilfe" des Rotary Clubs Lahr erfolgreich abgeschlossen werden. Für die Trauma-Großklinik in Dnipro wurde modernes OP-Instrumentarium im Wert von 106.000 Euro beschafft und zuverlässig geliefert. Grundlage war eine detaillierte Bedarfsliste der Chirurgen vor Ort, die seit Beginn des Krieges vor allem Frontverletzte, aber auch zivile Opfer versorgen. Für das Gelingen des aktuellen Projektes im Rahmen eines "Global Grant" war die enge Zusammenarbeit mit dem RC Dnipro City (Ukraine) entscheidend. Global Grants ermöglichen Projekte, die über die Möglichkeiten einzelner Clubs hinausgehen. Am Projekt "Ukraine-Hilfe" engagierten sich die auch die Distrikte 1930, 2240 und 1880 mit DDF-Mitteln.

Die "Mobile Apotheke" für den Oblast Cherson

Im Winterhalbjahr 2025 startet im südlichen Oblast Cherson ein Projekt, dessen Ziel klar und zugleich existenziell ist: die regelmäßige Versorgung bedürftiger Menschen in den "deoccupied areas" mit dringend benötigten Medikamenten. Viele dieser Dörfer wurden zwar von der russischen Besatzung befreit, doch das Gesundheitssystem ist dort weitgehend zusammengebrochen. Besonders ältere Menschen mit chronischen Erkrankungen – Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, koronare Herzkrankheiten, Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen – sind akut gefährdet. Gemeinsam mit "action medeor e.V." wurde deshalb die "Mobile Apotheke" ins Leben gerufen. Sie bringt genau die Medikamente dorthin, wo sie gebraucht werden, und schließt eine Versorgungslücke, die das ukrainische System derzeit nicht schließen kann.

Drei Herz-Kreislauf-Monitore für Kinder in Lwiw

Ein weiteres Hilfsprojekt richtet sich an die jüngsten Betroffenen des Krieges: Kinder, die in der Ukraine oft unter dramatischen Bedingungen medizinische Versorgung benötigen. Dank einer großzügigen Spende des RC Müllheim-Badenweiler in Höhe von 30.000 Euro konnte das Kinderkrankenhaus "Clinical Center of Children’s Healthcare" in Lwiw mit drei modernen Herz-Kreislauf-Monitoren ausgestattet werden. Die fachliche Auswahl und Beschaffung übernahm der rotarische Freund Prof. Dr. Georg Mols, Chefarzt der Anästhesie am Ortenau Klinikum Lahr. Vor Ort wird das Projekt durch Dr. Roman Kizyma, MD MSc, die medizinische Leitung des Krankenhauses Lwiw, verantwortet.

Rotary zeigt Haltung – und Wirkung

Die Ukraine-Projekte des Distrikts eint ein klarer Gedanke: Hilfe muss konkret, fachkundig und zuverlässig sein. Sie stehen exemplarisch dafür, wie rotarisches Engagement in Deutschland die Lebensrealität von Menschen im Kriegsgebiet spürbar verbessern kann. Es sind Projekte, die Leben stabilisieren, Hoffnung geben und zeigen: Rotary lässt die Menschen in der Ukraine nicht alleine.

Georg Ganter

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