Distrikt 1940

Eine Auszeit von Angst und Sorgen

von Thomas Herrschelmann |
| Lesezeit: 2 Minuten

Bereits zum fünften Mal organisierte der Rotary Club Falkensee eine dreitägige Auszeit für Frauen und Kinder, die in brandenburgischen Frauenhäusern untergebracht sind.

Bereits im fünften Jahr organisierten die Club-Mitglieder des Rotary-Clubs Falkensee wieder für neun Frauen und 18 Kinder aus Frauenhäusern in ganz Brandenburg ein abwechslungsreiches Programm. Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch von Karls Erlebnisdorf in Elstal, zu dem das Unternehmen die Mütter und Kinder in jedem Jahr einlädt. 17 Frauenhäuser in ganz Brandenburg sind die letzte Zuflucht von Frauen und oftmals auch ihren Kindern vor häuslicher Gewalt.

"Betroffen machen unseren Mitgliedern die Gespräche mit den Müttern, wenn sie uns die Gründe ihrer Flucht von zuhause in die Frauenhäuser beschreiben", sagt Clubpräsident Hans-Peter Pohl. Viele Jahre der Demütigung, der finanziellen Abhängigkeit und des Erlebens psychischer und physischer Gewalt von ihren Partnern sind dem vorausgegangen. Laura Knapp vom Netzwerk der brandenburgischen Frauenhäuser ergänzt: "Ins Frauenhaus geht man, wenn nichts anderes mehr geht, wenn man keine andere Option mehr hat." Die Verzweiflung über diese Lebenssituation und ihre Folgen kommt in jedem Gespräch zum Ausdruck. Diese drei Tage Auszeit sind für die Frauen und ihre Kinder eine willkommene Ablenkung von dem Erlebten. Neben vielen Gesprächen genießen die jungen Frauen und ihre Kinder die Zeit in Falkensee.

Der Rotary-Club Falkensee wurde im Juni 2018 gegründet. Seine inzwischen 26 Mitglieder, Frauen und Männer aus unterschiedlichen Berufen und sozialem Umfeld, wollen getreu dem Motto von Rotary "selbstlos dienen und sich in einer freundschaftlichen Gruppe in und um Falkensee nützlich machen". Dabei stehen besonders Projekte für Kinder und Jugendliche im Vordergrund. So förderte Club zum Beispiel die Jugendfeuerwehr Falkensee, das Jugendrotkreuz in Falkensee, die Kinderstation vom St. Josef-Krankenhaus in Potsdam oder das Frauenhaus in Rathenow. Der Falkenseer Tafel werden 100 Weihnachts-Geschenkgutscheine für Kinder gespendet. Hans-Peter Pohl sagt dazu: "Wichtig ist uns auch der persönliche Einsatz für Kinder und Jugendliche im Rahmen sogenannter Hands-on-Projekte. So ermöglichen wir seit fünf Jahren in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Brandenburgischer Frauenhäuser Müttern und ihren Kindern aus den Brandenburger Frauenhäusern eine dreitägige Auszeit in Falkensee."

Thomas Herrschelmann

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