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WYK AUF FÖHR

Ein Platz für die letzten Tage

WYK AUF FÖHR - Ein Platz für die letzten Tage
Die Föhrer Rotarier Eberhard Pohlmann (von links), Präsident Jürgen Poschmann und Stefan Peetz haben die Einrichtung des Palliativ-/Hospizzimmers auf der Insel vorangetrieben

Der RC Wyk auf Föhr hat die Einrichtung eines Hospizzimmers auf der Insel vorangetrieben. Die Unterbringung in der Nähe entlastet auch die Angehörigen

Can Özren15.07.2014

In einer Gemeinschaftsaktion haben es die Serviceclubs auf den nordfriesischen Inseln geschafft, ein Palliativ-/Hospizzimmer in Wyk auf Föhr einzurichten. Nach drei Jahren Planung und Hands-on-Aktionen übergab Jürgen Poschmann, Präsident des RC Wyk auf Föhr, jetzt die Schlüssel für das Zimmer an das Johanneshaus, in dessen Räumen Menschen würdevoll in der Nähe ihrer Angehörigen die letzten Stunden ihres Lebens umsorgt verbringen können. „Es handelt sich in dieser Form um ein Projekt mit Modellcharakter auf unserer Insel“, sagte Poschmann. Die Investitionen lagen bei rund 30.000 Euro. Im RC Amrum, dem Lions Club Föhr, den Johannitern und weiteren Partnern fanden die Rotarier wichtige Mitstreiter für ihr Projekt.

Ideale Insel-Lösung
Die Idee hatte Past-Präsident Eberhard Pohlmann. „Als meine Mutter erkrankte, wurde mir klar, dass es auf Föhr kein Hospiz gab“, erzählt er. Bis dahin gab es nur auf dem Festland eine Betreuung – weit weg in einer fremden Umgebung. „Die Angehörigen waren damit überfordert, und für die Sterbenden entstand ein Gefühl des Alleinseins in der letzten Zeit ihres Lebens“, so Pohlmann. Er beschloss daraufhin, auf der Insel eine Möglichkeit für Menschen zu schaffen, in Würde, gut betreut und in vertrauter Umgebung von uns zu gehen. Pohlmann nahm Gespräche mit dem Vorsitzenden des bereits gegründeten Hospizvereins Föhr auf. Dann kam Dynamik in das Vorhaben: Pohlmanns Nachfolger Stefan Peetz lud zu einem Runden Tisch ein mit Vertretern des Hospizvereins und der Inselklinik Föhr-Amrum. „Aus diesen Gesprächen entwickelte sich der Kontakt zu Sören Zastrow, dem Leiter des Johanneshauses, der die Räumlichkeiten für ein Palliativ- und Angehörigenzimmer anbot.“