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END POLIO NOW

Für 2012 fehlen 270 Millionen Dollar

END POLIO NOW - Für 2012 fehlen 270 Millionen Dollar
Rotarier sind als freiwillige Impfhelfer weltweit im Einsatz

06.07.2012

Der Sieg über Polio rettet nicht nur unzähligen Kindern auf der Welt das Leben, langfristig ergeben sich auch ökonomische Vorteile, besonders für die Entwicklungsländer. Doch der Kampf gegen die Krankheit kostet Geld. Allein in diesem Jahr beträgt die Finanzierungslücke rund 270 Millionen US-Dollar.



Vor fünf Jahren machte die "Bill and Melinda Gates Foundation" Rotariern auf der ganzen Welt ein Angebot um den Kampf gegen Polio weiter voranzutreiben: Die Stiftung stellt Rotary 355 Millionen US-Dollar für seine Aufgaben zur Verfügung, wenn die Rotarier bis zum Juli 2012 noch einmal 200 Millionen US-Dollar beschaffen.

 

Früher als erwartet, konnte Rotary bereits im Januar diesen Jahres die Erfüllung der so genannten "Gates-Challenge" verkünden. Allerdings: Die große Spendenbereitschaft der Rotarier löst noch nicht die enormen Finanzierungslücken, die dem Sieg über die Kinderlähmung entgegenstehen. Die Kassenlage weist für das laufende Kalenderjahr ein Minus von 270 Millionen US-Dollar auf. Aber wofür braucht man diese Mittel? Hier die Schwerpunkte:

 

  • Beschaffung von Impfstoff

Allein im Jahr 2010 wurden 2,2 Milliarden Impfstoffeinheiten beschafft. Zuständig dafür ist UNICEF. Das UN-Kinderhilfswerk ist verantwortlich für die rechtzeitige Lieferung und die Qualitätsüberwachung bei den verschiedenen Herstellern. Es trägt auch die Verantwortung für den Preis. Erfreulicherweise ging der Preis pro Impfeinheit zurück. Er beträgt derzeit ca. 12 Cent pro Einheit.

 

  • Anlieferung des Impfstoffs

In den restlichen drei polioendemischen Ländern ist nicht nur die Einwohnerzahl niedriger als in Indien, sondern auch die Bevölkerungsdichte wesentlich kleiner. In den zum Teil sehr zerstreut liegenden Dörfern und Siedlungen – ganz abgesehen von Regionen mit nomadisierenden Stämmen – sind die Kosten für die Verteilung des Impfstoffs sehr hoch. In Afghanistan, Nigeria und Pakistan variieren diese Kosten zwischen 15 und 40 Cent pro Kind und Impfung.

 

  • Überwachung vor Ort und Laboruntersuchungen

Es geht immer wieder darum, alle Verdachtsfälle von Kinderlähmung sofort zu entdecken und zu melden. Dann müssen Stuhlproben genommen und auf schnellstem Weg in das nächste Untersuchungslabor transportiert werden. Und das bei schlechter oder so gut wie nicht vorhandener Infrastruktur. Im Labor wird dann sorgfältig untersucht, ob ein Polio-Fall vorliegt, eine sofortige Impfaktion notwendig ist oder Entwarnung gegeben werden kann.

 

  • Technische Unterstützung

Zuständig für diesen Bereich ist die WHO. Sie unterstützt die Länder, die über zu wenig eigene Fachleute verfügen. Es geht dabei um Personal für die Planung und Durchführung von Nationalen Impftagen (NID) aber auch um die Anlieferung von Impfstoff in Kühltransportern. Hierbei ist eine ununterbrochene Kühlkette eine unverzichtbare Voraussetzung. Sie muss sichergestellt werden, um wirksamen Impfstoff vor Ort zur Verfügung zu haben.

 

  • Mobilisierung der Bevölkerung

Die Eltern und deren Motivation sind der Schlüssel zu einer erfolgreichen Impfaktion. Sie entscheiden darüber, ob ein Kind geimpft wird oder nicht. Besonders ausgebildete Einsatzkräfte übernehmen die Aufgabe der Informierung und Mobilisierung z. B. in Nigeria. Genauso wichtig sind Rundfunk und Fernseh-Spots. Mit Fähnchen und Anstecknadeln oder Caps werden die Kinder direkt auf die Impfung hingeführt. Solche Maßnahmen sind aufwendig, aber unverzichtbar. Der Einsatz freiwilliger Helfer, sehr häufig Mitglieder von Rotary, hat den Vorteil, dass diese auf die oftmals noch zögernden Mütter besonders eingehen können.

 

So gesehen versteht man die Aussage der Fachleute: Das letzte Prozent auf unserem Weg  zu einer Welt ohne Kinderlähmung ist das schwierigste.


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