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Schutz von Kindern vor Gewalt

Unicef startet weltweite Initiative

Schutz von Kindern vor Gewalt - Unicef startet weltweite Initiative
Die sechsjährige Gabriela (Name geändert), springt vor einem Heim in Nicaragua Seil. In der Einrichtung leben Mädchen und junge Frauen, die Opfer von Vergewaltigungen und andere sexueller Gewalt geworden sind. © Unicef

02.08.2013

Unicef hat in dieser Woche die weltweite Initiative „End Violence“ gestartet. Das internationale Kinderhilfswerk der Vereinte Nationen will damit auf ein Thema aufmerksam machen, das oft im Verborgenen bleibt: Die Gewalt an Kindern. Unicef ruft Bürger und Regierungen dazu auf, sich für ihren Schutz zu engagieren.

 

„Grausame Verbrechen wie Massenvergewaltigungen von Mädchen in Indien oder Südafrika haben in den vergangenen Monaten weltweit für Entrüstung gesorgt“, teilt Unicef mit. „Dennoch sind diese Fälle nur die Spitze eines Eisbergs“. Zu Gewalt gegen Kinder komme es jeden Tag und in jedem Land der Erde. Meist fänden die Taten im Verborgenen statt, und die Täter würden oft unbestraft.

 

Gerade weil Gewalt gegen Kinder häufig nicht gesehen und nicht angezeigt wird, gebe es keine Zahlen über das genaue Ausmaß des Problems, so das Kinderhilfswerk. Trotzdem geben vorsichtige Schätzungen von Unicef und anderen Organisationen großen Anlass zur Sorge. Laut Unicef-Haushaltsbefragungen erleben in Jemen oder Togo mehr als 90 Prozent der Kinder körperliche oder seelische Gewalt, in Weißrussland sind es 84 Prozent und in Vietnam 74 Prozent. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass allein im Jahr 2002 rund 150 Millionen Mädchen und 73 Millionen Jungen unter 18 Jahren Opfer von sexueller Gewalt und Ausbeutung wurden. Schwerste Kinderrechtsverletzungen wie Zwangsheiraten, Kinderarbeit, Genitalverstümmelung, Kinderhandel und Zwangsprostitution sind weiter millionenfach verbreitet.

 

Das Recht auf Schutz vor Gewaltanwendung, Missbrauch und Verwahrlosung ist ausdrücklich in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben (Artikel 19). In Deutschland gilt seit 2000 das Gesetz zur gewaltfreien Erziehung.

 

Mit der Initiative „End Violence“ möchte UNICEF Mädchen und Jungen, Eltern, Lehrer sowie alle Bürger und Politiker für das Thema sensibilisieren und sie ermutigen, im Kampf gegen Gewalt aktiv zu werden. Unter anderem ruft UNICEF in sozialen Netzwerken zu Diskussionen und einer Foto-Mitmach-Aktion auf.

 

Ein englisch-sprachige Spot mit UNICEF-Botschafter Liam Neeson sowie weitere Informationen zur Initiative „End Violence“ finden Sie auf dieser Seite von Unicef.