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Bericht zu Genitalverstümmelung

Wandel geht nur schleppend voran

Bericht zu Genitalverstümmelung - Wandel geht nur schleppend voran
Die zweijährige Ruth Dablé und ihre Mutter vor ihrem Haus in Katiola (Elfenbeinküste). Die 26-jährige Mutter wurde im Alter von einem Jahr Opfer von Genitalverstümmelung. Sie sagt, dass sie diese Prozedur ihrer Tochter niemals antun werde. Foto: Unicef/Olivier Asselin

23.07.2013

Mädchen werden heute deutlich seltener Opfer von Genitalverstümmelung als noch ihre Mütter. Inzwischen spricht sich die Mehrheit der Menschen in den meisten betroffenen Ländern dafür aus, die Tradition der Mädchenbeschneidung abzuschaffen. Das ist das Ergebnis eines umfassenden neuen UNICEF-Berichts über die 29 am stärksten betroffenen Länder. Dennoch geht der Wandel in vielen Regionen nur langsam voran. So sind weiterhin jährlich drei Millionen Mädchen in Gefahr, an ihren Genitalien beschnitten zu werden. Weltweit müssen 125 Millionen Mädchen und Frauen mit den Folgen des Eingriffs leben.

Die aktuelle Untersuchung zeigt, dass in allen 29 Ländern in Afrika und im Mittleren Osten, in denen Mädchenbeschneidung hauptsächlich praktiziert wird, immer weniger Frauen und Männer die Tradition unterstützen. Deutliche Fortschritte gibt es in Irak, Kenia, Liberia, Nigeria, Tansania und Zentralafrikanische Republik. Doch trotz des Einstellungswandels hat sich in einigen Ländern wie Ägypten, Dschibuti, Guinea und Somalia in den vergangenen Jahren wenig geändert: Hier werden weiter mehr als 90 Prozent der Mädchen beschnitten.

Als häufigster Grund für die fortgesetzte Mädchenbeschneidung wird das Gefühl sozialer Verpflichtung angegeben. Die Angst vor Ausgrenzung ist dabei sogar stärker als die Sorge vor Strafverfolgung: In den meisten Ländern ist Mädchenbeschneidung mittlerweile gesetzlich verboten. Der UNICEF-Bericht kommt deshalb zu dem Schluss, dass Gesetze allein zum Schutz der Mädchen nicht ausreichen. Vielmehr müssen möglichst viele Frauen und Männer in den Prozess einbezogen werden, die Tradition zu hinterfragen und offen zu diskutieren. Denn oft lassen Eltern ihre Töchter beschneiden, weil sie annehmen, dass das erwartet wird – obwohl in mehreren Ländern auch die Mehrheit der Männer gegen Mädchenbeschneidung ist.

Auch Rotary engagiert sich im Sachen Schutz von Müttern und Kindern. Es ist einer der Schwerpunktbereiche von Rotary. 

Zuletzt war bekannt geworden, dass deutsche Rotarier Dank der Unterstützung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) nun ein 2008 in Nordnigeria ins Leben gerufenes Projekt für Müttergesundheit auf zehn weitere Krankenhäuser ausweiten können. Im Rahmen des Projekts wird eine Gesundheitskampagne stattfinden, die über Familienplanung, Schwangerschaft, Geburt, Schwangerschaftsnachversorgung, gesunde Ernährung, AIDS-Vorsorge und weibliche Genitalverstümmelung aufklären soll.  Auch der  Rotarier Jürgen Wacker (RC Schwäbisch-Gmünd-Rosenstein), engagiert sich in Burkina Faso in Sachen Müttergesundheit und hat dafür zuletzt die höchste Auszeichnung erhalten, die Rotary International an Einzelpersonen vergibt.

Den Bericht der Unicef und weitere Informationen finden Sie hier.