Forschungsgruppe Rotary-Geschichte - Annäherung an die Wahrheit

Durch den ­Vergleich der ­Verzeichnisse von 1932 und 1935 können ­fehlende Namen aufgespürt werden. © Foto: privat

01.01.2017

Forschungsgruppe Rotary-Geschichte 

Annäherung an die Wahrheit

Die Forschungsgruppe Rotary-Geschichte ­bemüht sich aktiv um detailreiche Aufklärung. Jede Unterstützung durch Spenden oder Hinweise ist wertvoll.

Die Forschungsgruppe Rotary-­Geschichte ist inzwischen auf über 40 Rotarier angewachsen. Unter Leitung des Historikers Carl-Hans Hauptmeyer von der Leibniz-­Universität Hannover traf sie sich im November bereits zum dritten Mal und stellte weitere wichtige Weichen für ihr Vorgehen. Peter Diepold hat eine Informationswebseite eingerichtet, pflegt sie regel­mäßig und berichtet auf der Webseite auch in einem persönlichen Blog über viele weitere Einzelheiten.

Von mittlerweile 26 Clubs hat Peter Diepold Publikationen in der Liste, einige sind als Originaltexte ins Internet gestellt: Jubiläumsbroschüren mit geschichtlichen Rückblicken, Auf­sätze über die Geschichte von Clubs, Vorträge in Rotary Clubs oder Erinnerungen an einzelne jüdische beziehungsweise politisch missliebige Rotarier, die nach 1933 ihre Clubs verlassen mussten. Allgemeiner gehalten sind Beiträge zu historischen Forschungen über Wohltätigkeitsclubs, das Bürgertum, Eliteforschung und Antisemitismus. Das umfangreiche Werk von Paul Erdmann (500 Seiten) über die Clubs Stuttgart und München in der NS-Zeit wird in diesen Wochen fertig und soll – nach Lektorat – auch online gestellt werden.

Nächste Schritte
Carl-Hans Hauptmeyer bezeichnete es als wünschenswert, die bisherigen Publikationen in einer Synopse auszuwerten und zusammenzufassen. Das wird zurzeit vorbereitet. Die nächsten praktischen ­Schritte der Forschungsgruppe werden sein:

Durch einen Vergleich der Rotary-Jahresverzeichnisse von 1932 und 1935 werden Listen der fehlenden Namen möglich. Die damals bestehenden Clubs werden von Mitgliedern der Forschungsgruppe (20 haben sich dazu bereit erklärt) einzeln angeschrieben und um Mithilfe gebeten bei der Aufklärung und Erforschung der Lebensläufe der fehlenden Männer. Dabei soll auch herausgefunden werden, wer sei­nen Club verlassen musste, wer ihn unter Druck „freiwillig“ verließ und wer aus Opportunismus ging (Karriere, Sicherung von Staatsaufträgen u. ä.). Hierzu erarbeitet die Forschungsgruppe zurzeit eine Handreichung, die es den einzelnen Clubs erleichtern soll, die richtigen Quellen zu finden und zu nutzen.

In einem weiteren Schritt möchte die Forschungsgruppe herausfinden, welche Clubs nach 1937 als „informelle Freundeskreise“ (offen oder heimlich) weiterbestanden. Auch sollen die Prozesse der Wiedergründung alter Clubs nach dem Zweiten Weltkrieg nachgezeichnet werden.

Schließlich soll in einem wissenschaftlichen Forschungsprojekt die Rotary-­Geschichte der ersten 25 Jahre (1927–1952) in einen größeren historischen Zusammenhang gestellt werden. Hierfür wird ein Antrag bei einer großen Stiftung vor­be­rei­tet. Wolfram Pyta hat erwogen, ein sol­ches Projekt zu betreuen (vgl. auch sei­nen Bei­trag „Das Bürgertum und die NS-Zeit“ im Rotary Magazin vom Oktober 2016).

Mithilfe ist gefragt
Unbefriedigend ist bis jetzt der Spenden­eingang auf dem auf Initiative von Hans-­Jürgen Leuchs und Peter Diepold für die Arbeit der Forschungsgruppe beim Rotary Deutschland Gemeindienst e.V. (RDG) eingerichteten Spendenkonto. Die Gruppe bittet die Clubs wie auch einzelne Ro­tarier herzlich, sie zu unterstützen. Es geht vor allem um die Finanzierung von Detail­arbeit durch studentische Hilfskräfte.


Mehr Infos unter https://de.rotary.de/dgr/Expertenprojekt/

Kurt-Jürgen Maaß

Erschienen in Rotary Magazin 1/2017

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