27.07.2011

Evanston

Board-Beschlüsse Mai 2011

Ekkehart Pandel

Vor wenigen Wochen fand in Evanston die letzte Sitzung des Zentralvorstandes von Rotary International (Board Meeting) unter Leitung von RI-Präsident Ray Klinginsmith statt. Aus der Vielzahl der gefassten Beschlüsse sollen wiederum die zusammengefasst werden, die Bezug zu unseren zentraleuropäischen Zonen (Zonen 13, 14 und 19) haben. Wie bereits mehrfach erwähnt und dargestellt, stand im rotarischen Jahr 2010/11 die Weiterentwicklung des „Strategischen Plans“ im Zentrum auch dieses Board Meetings. Dies gilt wesentlich für Beschlüsse zu den Programmpunkten „Clubunterstützung und -förderung“ und „Verbesserung des Bildes in der Öffentlichkeit“ – zwei der drei Säulen des Strategischen Plans. Unter dem Stichwort „Clubprogramme“ wurden noch einmal die drei Pilotprogramme Satellitenclubs, Firmenmitgliedschaften und Außerordentliche Mitgliedschaften (s. Rotary Magazin 03/11) intensiv und teilweise kontrovers diskutiert. Sehr deutlich kamen hier die unterschiedlichen regionalen Auffassungen der Direktoren zum Ausdruck. Während in weiten Teilen der rotarischen Welt, so in Asien und Nord- und Südamerika, eine hohe Akzeptanz dieser Pilotprogramme merkbar ist, hält sich der Zuspruch in Zentraleuropa in sehr engen Grenzen. Das zeigt sich auch in den Clubanträgen: über 500 Clubs haben ihre Bereitschaft zur Teilnahme in der Pilotphase signalisiert; RI hatte die Zahl allerdings auf 200 Zulassungen begrenzt. Unter den Antragstellern waren nur verschwindend wenige Clubs aus den Zonen 13, 14 und 19. Ob die drei vorgeschlagenen Programme überhaupt Eingang in das rotarische Regelwerk finden, wird erst die Auswertung nach Ende der Pilotphase ergeben.

Spielregeln der Demokratie

Im Übrigen steht es selbstverständlich jedem Club frei, sich für oder gegen eine Übernahme solcher vorgeschlagenen Programme zu entscheiden. Gerade hier gilt es, die Internationalität Rotarys zu berücksichtigen und zu akzeptieren, dass unterschiedliche Auffassungen über Ziele Rotarys und Wege zu ihrem Erreichen auch zur Vielfalt unserer Organisation gehören und sicherlich nicht Zeichen einer ideenlosen Führung sind. Es gehört aber auch zu den Spielregeln einer Demokratie, Abstimmungsergebnisse zu akzeptieren, auch wenn sie nicht die eigene Auffassung widergeben. Die sehr intensiven Board-Diskussionen zu Fragen der Bewertung von Präsenz versus Engagement, zu Fragen der Distriktstruktur und Governor-Aufgaben sind dafür weitere Belege. Wichtige Beschlüsse wurden in Bezug auf „Verbesserung des Bildes in der Öffentlichkeit“ gefasst. So wurde infolge der konsolidierten wirtschaftlichen Lage RIs beschlossen, die erfolgreiche PolioPlus-Kampagne mit dem Ziel einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit über zwei Jahre mit zusätzlich zwei Millionen US-Dollar zu unterstützen. Die Mittel, aus denen Distrikte Zuschüsse für Öffentlichkeitsarbeit beantragen können (PR Grants), wurden für die nächsten zwei Jahre um vier Millionen US-Dollar erhöht. Hier sollten die Dis­trikte bald Ideen entwickeln, um von diesen Mitteln zu profitieren. Ebenfalls mit erhöhten Geldmitteln wird der Ausbau von Social Media – also Facebook, Twitter, LinkedInn u.?a. – gefördert. Eine Analyse hat gezeigt, dass die „vertikale“ Information, also der Informationsfluss aus der Zentrale in Evanston in die Clubs und Distrikte relativ ausgeprägt, die „horizontale“ Informationsebene, also der Austausch unter den Mitgliedern, jedoch nicht so vielfältig ist. Letzteres soll so gefördert werden. Hierin einen lediglich modischen Trend erkennen zu wollen greift zu kurz. Auch hier gilt die uneingeschränkte Freiheit, diese Medien zu nutzen oder sich nicht damit zu befassen. An dieser Stelle soll noch einmal ausdrücklich betont werden, dass die erwähnten Geldbeträge ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und damit erwirtschafteten Erträgen entstammen. Spendenbeiträge an die Foundation sind hiervon vollständig unberührt.

Die Marke Rotary

Großen Raum nahm wieder die Diskussion zur „Marke Rotary“ ein. Klar wurde, dass der Schutz dieser „Marke“ in Wort und Bild, aber auch die Konzentration auf ein Emblem – das Rotarische Rad – absoluten Vorrang haben. So sollen auch die einzelnen Distrikt-übergreifenden Zusammenschlüsse – Multi District Administrative Groups – wie u.?a. der Deutsche Governorrat auf diesen Gebrauch wie bisher genau achten.

Eine erhebliche Zahl von Beschlüssen zur Distriktstruktur wurde, den COL-Vorgaben folgend, konkreter gefasst. Große Distrikte mit über 100 Clubs sollten Pläne zu einer Teilung vorlegen; das gilt in unserer Zone 14 für den Distrikt 1840. Für den großen Distrikt 1910 wurde dem durch die soeben erfolgte Charter der beiden neuen Distrikte 1912 (Slowenien) und 1913 (Kroatien) Rechnung getragen. Umgekehrt werden kleine Distrikte mit weniger als 1000 Mitgliedern aufgefordert, sich mit Nachbardistrikten zusammenzuschließen. In unseren Zonen gilt das vor allem für den ungarischen Distrikt 1911. Durch intensive Intervention ist es aber gelungen, für diesen sehr aktiven und rotarisch engagierten Distrikt eine Frist von zwei Jahren zu Mitgliedergewinn und Konsolidierung zu erreichen. Aufgrund der besonderen Situation dieses jungen Distriktes ist zu erwarten, dass das Ziel in diesem Zeitraum erreicht werden wird. Das rotarische Jahr 2010/11 unter der Präsidentschaft von RI-Präsident Ray Klinginsmith war geprägt von einer starken Ausrichtung auf strategische Ziele und Strukturen Rotarys. Der neue Generalsekretär John Hewko steht vor der Herausforderung, mit der Umsetzung zu beginnen. Ihm galten die Zukunftswünsche des Zentralvorstandes.

Erschienen in Rotary Magazin 8/2011

Ekkehart Pandel
Ekkehart Pandel (RC Bückeburg) ist Past-Rotary International Direktor und Mitglied des International PolioPlus Komitees (IPPC) 2014/15. Der Kinderarzt im Ruhestand ist außerdem Vorstandsmitglied der GRVD (German Rotary Volunteer Doctors).

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