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Stuttgart

Alte Freunde, neuer Wert

Stuttgart - Alte Freunde, neuer Wert
Nizza, 1937 – das letzte Treffen von deutschen und französischen Rotariern vor der Selbstauflösung der deutschen Clubs (Foto oben) Ein Abendessen unter Freunden – fast neun Jahrzehnte später (Foto unten) © Jana Heinrichs

Der RC Stuttgart besuchte die 100-Jahr-Feier des RC Lyon. Hier trafen sich viele alte Bekannte, sie alle entdeckten den Wert ihrer Freundschaft aufs Neue.

Monika Theiss01.03.2024

Weltfrieden – nicht mehr und nicht weniger lautete der Agendapunkt Nummer eins während des Sektempfangs – und passte bestens zum Programm. Wie bei einer Messe präsentierte der RC Lyon seine Projekte an verschiedenen Ständen und nannte es „Dorf der Aktionen“. Den Besuchern wurde hier einmal mehr deutlich: Die Welt, sie ist ein Dorf. Wir alle kämpfen für das gleiche Ziel, eine friedlichere Welt für alle. Auch RI-Präsident Gordon McInally war angereist, denn Kontaktclubtreffen sind ganz in seinem Sinne.

Seit 1951 begehen der RC Lyon und der RC Stuttgart die Tradition gegenseitiger Besuche. Dieses Mal nahmen weitere Clubs teil, sie reisten an aus Edinburgh, Lausanne, Turin und Barcelona. Das Wichtigste: im Austausch bleiben. Und das passiert an den Stehtischen, bei einem gemeinsamen Besuch im Museum oder auch beim Indoor-Golfen.

Die Lyoner hatten für 1500 Gäste nicht nur einen Festakt auf die Bühne gestellt, sondern auch die Besichtigung von Firmen wie Hermes und Sanofi organisiert. Highlight war der „Abend unter Freunden“. Rotary-Mitglieder aus Lyon luden je einen Besuch aus den Kontaktclubs zu sich nach Hause ein. Eine wunderbare Gelegenheit, sich besser kennenzulernen und zu diskutieren. Genau das ist das Ziel: unter die Oberfläche dringen, den anderen verstehen, einen Anfang machen. Alexandra Hartmann vom RC Stuttgart sagt: „Unsere beiden Clubs haben 1951 den Grundstein dafür gelegt, dass allein zwischen Deutschland und Frankreich 320 Kontaktclubs entstanden sind.“

Brezel-Pasta-Challenge

Auch eine Ausstellung, die im Musée des Confluences besucht wird, trägt einen Titel, der zum Nachdenken anregt: „Visionen vom Jenseits“. So schwebte über allem Ideenaustausch die Frage: Wie lange hält, was wir hier planen?

Jedes Jahr werden bei den Kontaktclubtreffen übergeordnete Projekte unterstützt. Dieses Mal ist es das Madagascar Primary School & Medical Center Project, wofür jeder Club Geld mitgebracht hatte. Genauso wichtig: gemeinsame Aktionen im Kleinen. Unter dem Namen Youth Opportunity Programme hatte der Rotary Club Stuttgart eine besondere Idee der Jugendförderung im Gepäck: Stuttgarter Bäckerlehrlinge fuhren in die Partnerstadt Turin und zeigten, wie Brezeln gebacken werden. Im Austausch lernten sie von jugendlichen Pasta-Experten, wie man Spaghetti herstellt. Nächste Station ist Edinburgh. Die Schotten sind nicht nur mit dem Bäcker-Austausch als Nächstes dran. Sie richten auch das nächste Kontaktclubtreffen aus.

Monika Theiss
Monika Theiss (Rotary Club Aalen-Heidenheim) ist ausgebildete Redakteurin und studierte Diplom-Betriebswirtschaftlerin. Mit der rotarischen Familie ist sie seit ihrer Jugend verbunden: zunächst als Gründungsmitglied des Rotaract Clubs Ostwürttemberg, später als Mitglied des Rotary Clubs Ellwangen, einige Jahre im Vorstand und Berufsdienst. Zudem ist Monika Theiss im Distriktbeirat 1830 engagiert, unter anderem rief sie dort mit einem distriktübergreifenden Team das Distrikt-Barcamp ins Leben. Seit 2023 ist sie als Distriktberichterstatterin tätig. 2024 wechselte sie zum Rotary Club Aalen-Heidenheim.