Distrikt 1890

Husum -

Viel Prominenz beim 36. Westküstentreffen des Rotary Clubs Husum im Schloss vor Husum (von links): Bürgermeister Uwe Schmitz, Michael Rutz (RC HH-Altona), Fernsehdirektor a.D. Henning Röhl (RC Eiderstedt-St. Peter-Ording), Präsident Sven Bethune (RC Husum), Präsidentin Karin Holdz (RC Tonder-Dänemark) und Bürgervorsteher Peter Empen © RC Husum

22.03.2018

Husum 

"Die europäische Idee leuchtet in der Welt"

Can Özren

Die „Zentralmacht Deutschland – unsere Rolle in Europa“ stand im Mittelpunkt des 36. Westküstenmeetings des RC Husum. Wie in jedem Jahr war die Veranstaltung auch in diesem Jahr gut besucht.

Im voll besetzten Rittersaal im Schloss vor Husum begrüßte der Präsident des RC Husum, Sven Bethune, Rotarier aus Tondern, Flensburg, Westerland, Niebüll, Leck, St. Peter-Ording, Heide und Meldorf  sowie Mitglieder der Husumer Lions-Clubs und Round Table, die Damen des Inner Wheel Clubs Husum, Bürgervorsteher Peter Empen und Bürgermeister Uwe Schmitz zum 36. Westküstentreffen. Als Ehrengast und Referenten hieß der Präsident den international bekannten Journalisten, Publizisten und Rotarier Prof. Michael Rutz (RC Hamburg-Altona) willkommen. In seinem kurzen Grußwort bedankte sich Bürgervorsteher Empen für das große und nachhaltige Engagement der Husumer Rotarier für die Bürger der Stadt Husum. Empen: „Sie stehen für wohltätige Zwecke und haben vielen Menschen geholfen.“

Michael Rutz begann seinen Vortrag zum Thema „Zentralmacht Deutschland – unsere Rolle in Europa“ mit einem kurzen geschichtlichen Abriss und den wesentlichen Ereignissen seit dem Beginn des vergangenen Jahrhunderts bis Deutschland zu Europas Zentralmacht wurde. Viele Jahre haben die Meschen die deutsche Teilung als gerechte Strafe für den Zweiten Weltkrieg empfunden. Kaum jemand hätte an die Wiedervereinigung geglaubt. Wenn jemand darüber sprach, wäre er als revisionistischer und rechter Störer verunglimpft worden. 

Wichtig war es Rutz, den Unterschied zwischen dem jetzigen Nationalstaat und seinen Vorgängern zu erläutern. Deutschland sei nicht mehr auf Identitätssuche. Einheit und Freiheit fallen zusammen. Der Staat sei demokratisch gefestigt. Die Wiedervereinigung geschah mit der Zustimmung der Nachbarn. Letztlich ist Deutschland unwiderruflich in den Westen und seine Werte eingebunden.

In diesem Zusammenhang ging der Referent auf Europa, seine Grenzen, Geschichte, Kultur und vor allem auf die Idee der Wertegemeinschaft ein, die schriftlich im Entwurf des Verfassungsvertrages definiert sind. Im einzelnen sind das die Achtung der Menschenwürde, die Freiheit, die Demokratie, die Gleichheit, die Rechtstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte. Jeder dieser Werte hat weitreichende Konsequenzen. So gehört zur Demokratie die Teilnahme an Wahlen, aber auch der Verlust von Mehrheiten. Wer Gleichheit will, muss auf Privilegien verzichten. Zur Rechtstaatlichkeit gehörten die Achtung von Recht und Gesetz sowie die Konsequenzen bei einem Verstoß dagegen. Ein besonderes Gewicht legte Rutz auf die Aspekte "Europa als Friedensgemeinschaft" und "als Wirtschafts- und Währungsraum". Mittlerweile haben 19 der 28 EU-Länder den Euro als gemeinsame Währung, und dieser ist weltweit als starke Leitwährung anerkannt.

Auch auf die Risiken, die es in der Zukunft zu bewältigen gebe, ging Rutz ein. Dazu zählen die Konflikte über die Definition des Selbstbestimmungsrechts, wie in Spanien und Katalonien, Schottland und England sowie in Belgien. Auch der Zerfall der politischen Autoritäten sei besorgniserregend. Damit verbunden ist der Ansehensverlust der Demokratie in Polen, Ungarn oder der Türkei. Dadurch verschlechterten sich zudem die Bedingungen für jede nichtmilitärische Konfliktlösung. Auch die Wanderungsbewegungen zählen zu den Risiken, genau wie die internationale Kriminalität, der Drogenhandel, die Finanzbetrüger und die Clans mit finsteren Absichten.

Aber, und das war das Fazit von Michael Rutz, dem ehemaligen Chefredakteur des Rheinischen Merkur: "Die europäische Idee leuchtet in der Welt. Alle Welt nimmt Europa zum Vorbild und alle wollen zu uns kommen. Für uns in Deutschland ist das heute eine attraktive Gegenwart, und wir müssen diese Idee kraftvoll unterstützen." Präsident Bethune dankte Rutz für seinen informativen und interessanten Vortrag und überreichte ihm ein Buch von Jochen Missfeldt. Im Anschluss lud er alle Besucher zum Buffet ein, dass die Damen des Inner Wheel Clubs Husum zubereitet hatten.

Rainer Bruns

Erschienen in Rotary Magazin

Can Özren
Dr. phil. Can Özren arbeitet derzeit nach verschiedenen Redakteursposten als Pressesprecher der IHK zu Lübeck. Seit 2006 ist er Distriktberichterstatter für D 1890.

Rotary Magazin 5/2018

Rotary Magazin Heft 5/2018

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